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Wachstum in Zahlen

+ 23 % Beschäftigungsentwicklung (2014-2024)

+ 15 % Bevölkerungswachstum (2014-2024)

+ 36 % Anzahl der Betriebe mit 50-249 Beschäftigten (2014-2024)

Leipzig entwickelt sich weiter – 2025 erweist sich die Wirtschaftsstruktur unserer Stadt als vergleichsweise robust. Besonders der Leipziger Mittelstand zeigt Stabilität. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist zuletzt leicht gestiegen. Und mehr noch: Seit Jahren wächst die Zahl der Leipziger Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten. Genau hier liegt eine besondere Stärke unserer Stadt. In den letzten 10 Jahren kamen 226 neue Unternehmen hinzu – ein Plus von 36 Prozent. Das bedeutet: mehr leistungsfähige Arbeitgeber, mehr wirtschaftliche Breite, mehr Resilienz. Und ein Mittelstand, der Wachstum nicht nur ermöglicht, sondern dauerhaft trägt.

Leipzig bleibt eine Stadt, die anzieht: Zum Ende des Jahres 2025 leben 633.592 Menschen in der Stadt, 1.030 mehr gegenüber dem Vorjahr. Eine exzellente Forschungslandschaft, kreative Freiräume und ein reiches kulturelles Leben verbinden sich mit wirtschaftlicher Dynamik und guter Infrastruktur. Leipzig bleibt damit eine der attraktivsten Metropolen Europas – mit einem herausragenden Kulturangebot, verlässlicher Infrastruktur und gut ausgebildeten Fachkräften.

Wachstum durch Ansiedlung

Leipzig ist ein gefragter Standort: Im Jahr 2025 entschieden sich 21 Unternehmen oder Forschungseinrichtungen für Leipzig, verbunden mit 481 neuen Arbeitsplätzen. Sie finden hier exzellente Bedingungen und bereichern den vielfältigen Branchenmix. Diese Ansiedlungen zeigen: Leipzig überzeugt als Standort für Innovation, Wachstum und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle.

21 Ansiedlungen in Leipzig

481 neue Arbeitsplätze in Leipzig

Ein besonders sichtbares Signal ist die Ansiedlung von Sportradar. Das international führende Unternehmen für Sportdaten und Sporttechnologie schafft in Leipzig rund 130 neue Arbeitsplätze und stärkt damit gezielt die Digitalwirtschaft.

Im Bereich der innovativen Kreislaufwirtschaft verlegt das Chemie-Start-up aevoloop seinen Firmensitz nach Leipzig und bündelt Forschung, Entwicklung und Produktion im Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ). Ziel ist die Entwicklung leistungsfähiger, chemisch recycelbarer und biologisch abbaubarer Kunststoffe, die die Vorteile klassischer Polymerwerkstoffe mit echter Kreislaufwirtschaft verbinden.

Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) ergänzt das Leipziger Innovationsökosystem im Bereich Life Sciences um das Zukunftsfeld der zirkulären Chemie. In Leipzig entstehen 80 Arbeitsplätze in Forschung und Transfer.

Zukunftsatlas: Aufstieg mit Signalwirkung

Der Prognos Zukunftsatlas 2025 bestätigt die gute Entwicklung von Leipzig. Hier belegt die Stadt Rang 152 von über 400 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Im Vergleich zu 2004 ist das ein Sprung um 182 Plätze nach oben – laut Prognos eine unter den deutschen Metropolen außergewöhnliche Aufholbewegung.

Der Zukunftsatlas bewertet 31 makro- und sozioökonomische Indikatoren. Dazu zählen unter anderem Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsplatzdichte, Kaufkraft und Innovationskraft. Für Unternehmen sendet der Aufstieg ein klares Signal: Leipzig kann Strukturwandel. Die Stadt nutzt ihre Wandlungsfähigkeit gezielt, um sich als Innovationsstandort zu positionieren.

Quelle: Prognos: Zukunftsatlas 2025

Platz 1 für Sachsen: Bundesländerindex Familienunternehmen

Leipzig gewinnt an Strahlkraft: Im neuen „Bundesländerindex Familienunternehmen“ (ZEW im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen) belegt Sachsen Platz 1, noch vor Bayern. Untersucht wurden die Standortfaktoren Steuern, Arbeit & Humankapital, Finanzierung, Infrastruktur und Institutionen. Für den Freistaat ist diese Spitzenplatzierung ein starkes Signal.

Sachsen überzeugt insbesondere dort, wo Wachstum entsteht: mit qualifizierten und zugleich kosteneffizienten Arbeitskräften, guten Förder- und Finanzierungsbedingungen sowie einer leistungsfähigen Infrastruktur.

Was das für Leipzig bedeutet: Der Standort überzeugt im bundesweiten Vergleich und steht für attraktive Bedingungen und Planungssicherheit für Investoren. Zudem punktet Leipzig bereits heute mit dynamischem Wachstum, hoher Lebensqualität und einem starken kulturellen Angebot bei zugleich moderaten Kosten. Ein Umfeld, das Fachkräfte und Unternehmen anzieht.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Lebensqualität als Standortfaktor

Innovative Unternehmen brauchen Fachkräfte – und Fachkräfte entscheiden sich für Städte, in denen sie gut leben können. Leipzig punktet hier klar: Der SKL Glücksatlas 2025 listet die Stadt auf Platz 15 von 40 Großstädten mit 7,11 Punkten – deutlich über dem Durchschnitt. Damit ist Leipzig die glücklichste Großstadt Sachsens.

Die Stärken der Stadt liegen in:

  • hoher Umweltqualität und vielen Erholungsflächen,
  • einem lebendigen Kultur- und Kreativangebot,
  • einem dynamischen Hochschul- und Wissenschaftsumfeld.

Leipzig zeigt: Lebensqualität ist kein Luxus, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für Wirtschaft und Wachstum.

Quelle: SKL Glücksatlas: Leipzig 2025

Innovationscluster als Wachstumsmotor

Leipzigs Wirtschaftsstruktur ist gut aufgestellt. Die neue Clusterförderstrategie sorgt für einen ausgewogenen Branchenmix: Die Automobilbranche und die Logistik bleiben wichtig – gleichzeitig gewinnen andere Branchen an Bedeutung – Life Sciences, GreenTech oder die Digitalwirtschaft.

Vier Fragen an Anja Hähle-Posselt, Amtsleiterin Wirtschaftsförderung

Porträt von Anja Hähle-Posselt
Anja Hähle-Posselt © Stadt Leipzig

Was ist der Inhalt der neuen Clusterförderstrategie?

Die Strategie unterscheidet zwischen Innovationsclustern und Fokusbranchen. Innovationscluster entwickeln in Leipzig bereits heute gemeinsam mit der Wissenschaft neue Produkte und Dienstleistungen, die Fokusbranchen sind unsere stabile Basis. Die Stadt unterstützt das gezielt – u. a. mit Fördermitteln, Fachkräftesicherung und Flächen – um Geschäftsmodelle von der Idee bis zum internationalen Markt zu stärken.

Auf welche Cluster setzt die Stadt – und mit welchem Ziel?

Das Cluster Life Sciences ist ein Wachstumscluster. Wir werden es weiterentwickeln bis es zu den TOP 3 in Deutschland gehört. Die Digitalwirtschaft wird aufgrund der besonderen Dynamik als eigenes Cluster geführt, hier werden die höchsten Umsätze generiert. In Leipzig sollen zukünftig innovative Softwareprodukte nicht nur angewandt, sondern entwickelt werden. Das bisherige Cluster Energie- und Umwelttechnik wird um technische Lösungen zum Klimaschutz erweitert und in GreenTech umbenannt. Die Wirtschaft soll von den guten Forschungseinrichtungen in Greentech in Leipzig profitieren. 

Was sind Fokusbranchen?

Fokusbranchen prägen den Standort und haben das Potenzial, sich zu Innovationsclustern zu entwickeln. Dazu zählen Automotive, Tourismus, Logistik sowie Medien- und Kreativwirtschaft.

Wie setzt die Wirtschaftsförderung diese Strategie um?

Über die klassischen Handlungsfelder Ansiedlung, Bestand und Gründung und den berühmten drei „F“: Flächen - Finanzen - Fachkräfte. Dazu gehören beispielsweise ein Mittelstandsförderprogramm mit rund 1 Mio. Euro pro Jahr, Branchentreffs zu ausgewählten Themen sowie die Organisation und Begleitung von Wirtschaftsreisen und Messen, Flächenentwicklungen (z. B. im Nordraum und durch Revitalisierung bestehender Gewerbegebiete), die Unterstützung der Gewerbehofgesellschaft mit 13 Gewerbehöfen sowie zwei Innovationszentren: Am BioCity Campus und dem Digital Hub auf dem Gelände der Baumwollspinnerei.

Innovationscluster vorgestellt

Life Sciences

Leipzig entwickelt sich zum Top-Standort für Life Sciences. In einem äußerst dynamischen Ökosystem arbeiten Forschung, Kliniken, Unternehmen und Start-ups eng zusammen. Das Jahr 2025 war ein herausragendes Jahr für das Innovationscluster: Neue Unternehmen und Institute wie das CTC oder WIG2 siedeln sich auf dem BioCity Campus an, der Firmensitz von c-LEcta wird fertig gestellt und gleichzeitig das Kerry Biotechnologiezentrum eröffnet, der internationale Start-up Accelerator medical:forge Leipzig  verlängert, in Kombination mit dem seit vier Jahren geförderten Zukunftscluster SaxoCell, dem neu geförderten Exzellenzcluster Leipzig Center of Metabolism (LeiCEM).

Digitalwirtschaft

Leipzig ist ein dynamischer Hotspot der Digitalwirtschaft. Vor allem der Gamingbereich gewinnt an Strahlkraft und verzeichnet kontinuierliches Wachstum. Zu den Highlights zählen der R42 Games Accelerator und der Launch der neuen Marke und Plattform „Next Level Saxony!“ Erfolge wie die der Fusion Play mit ihrem weltweit gefeierten Spiel „Nice Day for Fishing“, die Internationalisierung der Levelbuild und die Neuansiedlung von Sportradar verschaffen Leipzigs Digitalwirtschaft immer mehr internationale Sichtbarkeit.

GreenTech

Im GreenTech-Cluster setzt die Stadt 2025 wichtige Impulse, unter anderem durch den Neubau des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, große Infrastrukturprojekte wie die Nutzung industrieller Abwärme aus Leuna für die Fernwärmeversorgung sowie den Bau der leistungsstärksten Solarthermieanlage Deutschlands. 

Dieses Umfeld begünstigt Unternehmensgründungen und Ansiedlungen: Aus der HTWK ging das Start-up FiberFlow hervor, hinzu kommen Neuansiedlungen wie aevolopp, enaDyne und das schnell wachsende Energieunternehmen Octopus Energy. Gemeinsam stärken sie Leipzig als Zentrum für nachhaltige Energiewirtschaft. Parallel geht mit dem Center for the Transformation of Chemistry (CTC) ein neues Großforschungszentrum an den Start, das das Leipziger Ökosystem für Biotechnologie vergrößert.

SPRIND stärkt Innovationen – 33 Projekte mit Großfinanzierung

Ein Mann hält ein Handy in der Hand und zeigt auf das Display
© Felix Adler

Seit Ende 2019 geht die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND mit Sitz in Leipzig ihrer Aufgabe nach, potentielle Sprunginnovationen zu identifizieren und gezielt zu unterstützen – finanziell, fachlich und mit den richtigen Netzwerken. 

Bis Ende 2025 wurden mehr 3.200 Projektvorschläge bei der SPRIND eingereicht, wovon über 230 finanziert wurden. 33 Projekte haben inzwischen eine Großfinanzierung erhalten. Diese widmen sich unter anderem der Herstellung neuer nachhaltiger Kunststoffmaterialien, dem Kampf gegen Antibiotikaresistenzen oder der Vereinfachung von Recht und Bürokratie.

Daneben arbeitet die SPRIND zum Beispiel im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) an der Konzeption und Erprobung eines Gesamtsystems für die Umsetzung der eIDAS-2.0-Verordnung in Deutschland. Die EUDI-Wallet wird als zentrale digitale Identitätslösung in ein nationales Ökosystem eingebettet und von einem breiten Konsultationsprozess mit Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft begleitet.

Die EUDI-Wallet ermöglicht es, alle bisherigen Karten und Dokumente – vom Personalausweis über Führerschein und Hochschulzeugnis bis hin zu Arzt-Rezepten oder Fitnessstudio-Ausweis – sicher digital zu speichern, zu verwalten und vorzuzeigen.

Weitere Informationen: SPRIND

Wachstum der Infrastruktur

Luftbild von der Baustelle der Solarthermieanlage Leipzig West, im Hintergrund Grünflächen und ein Sonnenaufgang.
© Christian Kortüm

Besonders sichtbar werden das Wachstum und die Innovationskraft durch den Ausbau der Infrastruktur der Energieversorgung von Leipzig. 2025 wurden große Projekte angestoßen und umgesetzt. Diese Projekte zeigen: Leipzig nutzt große Transformationsaufgaben – Dekarbonisierung, Versorgungssicherheit, Infrastrukturmodernisierung – als Hebel für Investitionen, Wachstum und technologische Innovation. 

  • In Leipzig Lausen-Grünau entsteht derzeit Deutschlands leistungsstärkste Solarthermieanlage auf 14 Hektar. Seit 2026 deckt die Anlage im Sommer bis zu 20 Prozent des täglichen Fernwärmebedarfs, ganzjährig etwa zwei Prozent des Gesamtwärmeverbrauchs von Leipzig.
  • Mit dem Projekt RE=Fill wird ab 2028 industrielle Abwärme aus dem Chemiepark Leuna über eine rund 19 Kilometer lange Leitung in das Leipziger Fernwärmenetz eingespeist. Perspektivisch können damit knapp 40 Prozent der Leipziger Fernwärme klimafreundlich bereitgestellt werden.

Weitere Projekte:

Fazit: Innovatives Wachstum als Markenkern

2025 zeigt sich Leipzig als Standort, der Wachstum konsequent über Innovation organisiert:

  • deutlicher Aufstieg im Zukunftsranking,
  • klar definierte Innovationscluster,
  • internationale Ansiedlungen in Life Sciences, Digitalwirtschaft und GreenTech,
  • groß gedachte Energie- und Infrastrukturprojekte

Die Stadt nutzt ihre erprobte Wandlungsfähigkeit – vom industriellen Umbruch zur Wissens- und Innovationsökonomie – als strategischen Vorteil. Für Unternehmen bedeutet das: Leipzig ist ein Standort, an dem sich neue Ideen ausprobieren lassen, Netzwerke funktionieren und die Rahmenbedingungen trotz spürbarer Herausforderungen aktiv weiterentwickelt werden.

Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales

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Herr Clemens Schülke

Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales