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Über das Gremium

Das regelmäßig stattfindende Forum berät die Stadtverwaltung, um Bürgerbeteiligung in Leipzig zu verbessern, weiterzuentwickeln und bürgerschaftliches Engagement zu fördern.

Der Stadtrat hat 2017 beschlossen, ein Beratungsgremium einzurichten, in dem Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Politik und Verwaltung Beteiligungsprojekte im Vorfeld der Umsetzung und Themen zur Engagementförderung diskutieren. Die Idee dazu entstand nach einer umfassenden Analyse der Beteiligungskultur durch die Stadtverwaltung. Um einen geschützten Rahmen für Diskussionen zu sichern, tagt das Forum nicht öffentlich. Die Sitzungen finden drei- bis viermal im Jahr statt.

Die festen Mitglieder des Forums arbeiten auf längere Sicht miteinander. So können komplexe Vorhaben kontinuierlich begleitet und Erfahrungen auf neue Projekte übertragen werden. Das Forum setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. Es tagt unter der Leitung von Dr. Brigitta Ziegenbein, Amtsleiterin des Stadtplanungsamtes. Die Geschäftsstelle des Forums liegt bei der Koordinierungsstelle für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement Leipzig weiter denken.

Menschen sitzen um einen großen Tisch und sprechen miteinander.
© Stadt Leipzig

Aktuelle Besetzung des Gremiums

Aktuelle Besetzung des Gremiums

Mitglieder aus der Zivilgesellschaft

Die Zivilgesellschaft wird von Bürgerinnen und Bürgern vertreten, die in besonderer Weise über Erfahrung im Bereich Beteiligung und Engagementförderung verfügen und sich bereits in gesamtstädtische, strategische Prozesse eingebracht haben. Auch wenn Sie sich in verschiedenen Organisationen engagieren, sind sie als Personen und nicht als Vertretung einer Organisation eingeladen. Sie werden vom Oberbürgermeister für jeweils drei Jahre berufen.

Was motiviert Sie, sich im Forum Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu engagieren?

Zivilgesellschaftliches Engagement ist für mich eine tragende Säule für gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie. Wichtig ist mir, dass Teilhabe und Mitgestaltung für alle Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation – möglich sind. Ich möchte dazu beitragen, Engagement zu fördern und Beteiligungsprozesse so zu gestalten, dass sie möglichst viele Menschen ansprechen und einladen, aktiv mitzuwirken.

Wo haben Sie sich in der Vergangenheit persönlich für das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft eingesetzt?

Beruflich bin ich seit mehreren Jahren in der Beratung von vorwiegend kleineren gemeinwohlorientierten Organisationen tätig und seit 2022 auch im Leitungsteam der Freiwilligen-Agentur Leipzig, die sich für die Förderung freiwilligen Engagements in Leipzig sowie für die Beratung und Vermittlung interessierter Ehrenamtlicher einsetzt. Privat engagiere ich mich für die Förderung von Kunst und Kultur, indem ich einen Kulturverein regelmäßig bei der Durchführung von Veranstaltungen unterstütze. Außerdem bin ich in einem Jugendverband aktiv und kümmere mich dort um die Mitgliederverwaltung, um so die ehrenamtlichen Strukturen zu stärken und die jungen Engagierten zu unterstützen.

Was wünschen Sie sich für die Beteiligungskultur der Stadt Leipzig?

Ich wünsche mir, dass Beteiligungskultur so gestaltet wird, dass sie Menschen aller Altersgruppen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, und sozialen oder anderen individuellen Voraussetzungen erreicht und zur aktiven Mitgestaltung motiviert. Eine lebendige Beteiligungskultur sollte durch Transparenz, Vielfalt und echte Mitbestimmung geprägt sein.

Was motiviert Sie, sich im Forum Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu engagieren?

Demokratie lebt für mich von aktiver Beteiligung. Im Forum interessiert mich die Frage: Wie können wir gemeinsam daran arbeiten, dass alle, die von städtischen Vorhaben und Entscheidungen betroffen sind, eine echte Stimme im Prozess der Entscheidungsfindung haben? Ich möchte mich im Forum dafür einsetzen gesellschaftliche Teilhabe von Bürger/-innen zugänglicher, transparenter und wirksamer zu gestalten.

Wo haben Sie sich in der Vergangenheit persönlich für das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft eingesetzt?

Engagement für das Gemeinwohl beginnt im Kleinen: in der Familie, in Institutionen, in der Straßenbahn, mit Kolleg/-innen, im Sportverein etc. Ich unterstütze Menschen in meinem Umfeld dabei strukturelle Hürden zu überwinden und zeige Wege zur Information und Mitbestimmung auf. Dieses Engagement führe ich als Mitbegründerin des Vereins “Auf Integrationskurs e. V.” für Integration und Verständigung, sowie durch meine Beteiligung im Bildungsbeirat des DOK Leipzig, die ehrenamtliche Arbeit bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus oder im Schulgarten und Förderverein der Nachbarschaftsschule auf unterschiedlichen Ebenen fort.

Was wünschen Sie sich für eine lebendige Beteiligungskultur und eine starke Engagementförderung in Leipzig?

Mir liegt die Qualität der Beteiligung am Herzen: Ich setze mich für bürgernahe Verfahren ein, die mit modernen Methoden und klarer Zieldefinition der Beteiligung einen echten Austausch ermöglichen. Dabei ist es mir wichtig, dass Informationen verständlich formuliert werden und über vielfältige und angemessene Kanäle direkt zu den Menschen gelangen. Entsprechend Art.3 GG sollte Teilhabe allen Menschen ermöglicht werden. Besonders sollten jene Gruppen berücksichtigt werden, die oft weniger repräsentiert sind, wie Kinder, FLINTA*, Menschen mit wenig Zugang zu Medien, Menschen mit Sprachbarriere, Radfahrer/-innen oder ortsspezifische Gruppen.

Was motiviert Sie, sich im Forum Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu engagieren?

Ich bin immer begeistert, wenn Menschen die Dinge selbst und vor allem auch gemeinsam in die Hand nehmen können. Deshalb setze ich mich gerne dafür ein, dass entsprechende Rahmenbedingungen in Leipzig geschaffen und erhalten werden können. 

Wo haben Sie sich in der Vergangenheit persönlich für das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft eingesetzt?

Ich habe ehrenamtlich beim Ökolowe e. V. gearbeitet. Dort war ich vor allem im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig und habe mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam dazu gearbeitet, wie eine lebenswerte Zukunft für uns alle aussehen könnte. 

Hauptamtlich habe ich beim Soziokulturellem Zentrum Haus Steinstraße e. V. gearbeitet und dort unter anderem das Projekt “Stadt in der Stadt” geleitet. Das Projekt wird in großen Teilen von ehrenamtlich Engagierten umgesetzt. Ich konnte dabei also viel über Gelingensbedingungen für ehrenamtliches Engagement und Beteiligung lernen. 

Derzeit arbeite ich im Kinder- und Jugendbüro des Kinderschutzbund Leipzig e. V. und setze mich für die Beteiligung und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ein. Da geht es um die Beteiligung bei Stadtteilentwicklungsprozessen oder auch um die Begleitung von Kinderinteressenvertretungen. 

Was wünschen Sie sich für eine lebendige Beteiligungskultur und eine starke Engagementförderung in Leipzig?

Ich wünsche mir für alle Beteiligten Zeit, Offenheit und Flexibilität bei der Umsetzung von Beteiligungsprozessen und der Förderung von Engagement, so dass das Ganze Spaß macht und sich die Menschen in Leipzig gesehen und gehört fühlen. 

Was motiviert Sie, sich im Forum Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu engagieren?

Für mich sind Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement bedeutende Säulen einer gerechteren, zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Beteiligungsprozesse sollten niedrigschwellig, einladend und vor allem auch transparent sein. Und: Wenn die Gesellschaft im Wandel ist, braucht es eben auch stetig eine Weiterentwicklung und Reflexion der Beteiligungsformate! 

Ich freue mich, dass es das Forum gibt, um genau das zu tun: die Beteiligungsprozesse in Leipzig frühzeitig konstruktiv-kritisch zu begleiten und zu diskutieren. Deshalb wirke ich sehr gern als zivilgesellschaftliche Vertreterin mit und bringe meine Erfahrungen aus Praxis und Forschung zu nachhaltiger Stadtentwicklung ein. 

Wo haben Sie sich in der Vergangenheit persönlich für das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft eingesetzt?

Ich bin seit der Gründung 2021 im Verein Stadt.Raum.Gestalten. aktiv. Der Verein möchte einen Beitrag zur gemeinwohlorientierten, sozial gerechten und zukunftsweisenden Stadt- und Regionalentwicklung leisten. Dafür organisieren wir forschungsorientierte Bildungs- und Kommunikationsangebote, wie z.B. den Forschungsatlas Leipzig oder die Gender Map Leipzig. Wir entwickeln Formate, um Dialog und Beteiligung mit Theater neu zu entdecken, Menschen in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu bringen und den Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft mit kreativen Methoden zu moderieren. Dies tun wir aktuell z.B. im Projekt Theatre for Dialogue.

In meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Stadt- und Umweltsoziologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ beschäftige ich mich mit gerechter, resilienter und nachhaltiger Stadtentwicklung sowie den damit zusammenhängenden Konflikten und Spannungsfeldern. Die meisten Projekte, in denen ich bisher mitwirkte, waren anwendungsorientiert und darauf ausgerichtet, gemeinsam mit städtischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren praktische Handlungsimpulse zu erarbeiten.

Was wünschen Sie sich für eine lebendige Beteiligungskultur und eine starke Engagementförderung in Leipzig?

Ich wünsche mir, dass die Stadtpolitik und -verwaltung die wichtige Rolle von Beteiligung und kooperativen Ansätzen in der Stadtentwicklung stets anerkennt und die entsprechenden zeitlichen und finanziellen Ressourcen dafür bereitstellt. 

Die Erfahrungen, die Menschen vor Ort mit Beteiligung und demokratischen Aushandlungsprozessen machen, haben einen bedeutenden Einfluss auf die generelle Zustimmung zu Demokratie. Und für diese müssen wir heutzutage wieder aktiv eintreten. Das können wir tun, indem wir in jedem noch so kleinen Moment ein respektvolles Miteinander leben und gemeinsam für eine gerechtere und zukunftsfähigere Stadtentwicklung in Leipzig eintreten. 

Was motiviert Sie, sich im Forum Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu engagieren?

Als Migrantin möchte ich Beteiligungsprozesse kennenlernen und die Perspektive vieler Migranten und Migrantinnen, die unsere Stadt heute bereichern, einbringen. Als Ehrenamtkoordinatorin beschäftige ich mich mit der Frage, wie wir die Beteiligung erhöhen und aufrechterhalten können.

Wo haben Sie sich in der Vergangenheit persönlich für das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft eingesetzt?

Ich bin Mitgründerin des Vereins Deutsch-Spanische Freundschaft e. V. und engagiere mich seit der Vereinsgründung sehr für die Partizipation und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in der deutschen Gesellschaft. Derzeit arbeite ich hauptamtlich als Integrationskoordinatorin, begleite Gruppen von Ehrenamtlichen – insbesondere Frauen mit Fluchtbiografie – und unterstütze die Entstehung neuer migrantischer Initiativen.

Was wünschen Sie sich für eine lebendige Beteiligungskultur und eine starke Engagementförderung in Leipzig?

Inklusion und Offenheit gegenüber anderen Kulturen sind in Beteiligungsprozessen wichtig, um die Belange unterschiedlicher Gruppen zu berücksichtigen. Eine enge, transparente Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft bildet dafür die Grundlage. Besonders für die Arbeit von Migrantenorganisationen sind Anerkennungskultur und Sichtbarkeit wichtig, da sie einen wertvollen ehrenamtlichen Beitrag zur Gesellschaft leisten.

Was motiviert Sie, sich im Forum Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement zu engagieren?

Ich begrüße es sehr, dass sich die Stadt der Aufgabe annimmt, die Beteiligung der Stadtgesellschaft an Themen zu ermöglichen, die sie unmittelbar betreffen. Ich freue mich darauf, mit den unterschiedlichen Meinungen der Gremienteilnehmenden Perspektiven und Wege gelingender Beteiligung zu diskutieren und die Stadtgesellschaft zu ermutigen, sich wieder stärker einzubringen. Dabei ist mir wichtig, dass Fragen offen und konstruktiv diskutiert werden können, im Einklang mit den grundlegenden Prozessen des Verwaltungshandelns und mit dem gemeinsamen Ziel, tragfähige Lösungen zu erreichen.

Wo haben Sie sich in der Vergangenheit persönlich für das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft eingesetzt?

Mein ehrenamtliches Engagement begann schon in der Schulzeit als Klassensprecherin und später als Stadtschülersprecherin. Während meines Studiums konnte ich den Aufbau eines Quartiersladens im Bülowviertel begleiten – ein Ort für Beratung und nachbarschaftlichen Austausch. Nach dem Studium habe ich im Beirat des Kulturamts zahlreiche Projektanträge in der Stadtteil- und Soziokultur mitberaten. Außerdem engagiere ich mich beratend in zwei Schulfördervereinen. Seit 2009 bin ich Gründungs- und Vorstandsmitglied des Fördervereins Bülowgärten e. V. im Leipziger Osten. Gemeinsam entwickeln und betreiben wir einen naturnahen Spielplatz als Begegnungsort im Quartier und organisieren seit 2012 das “Bülowstraßenmusikfestival” – ein jährliches Fest, das Nachbarinnen und Nachbarn zusammenbringt und das Quartier lebendig macht.

Was wünschen Sie sich für eine lebendige Beteiligungskultur und eine starke Engagementförderung in Leipzig?

Ich wünsche mir eine Beteiligungskultur, die offen, transparent und niedrigschwellig ist und Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen erreicht. Wichtig ist mir, dass Engagement wertgeschätzt, gut begleitet und nachhaltig gefördert wird. Beteiligung sollte zu einem selbstverständlichen Teil des städtischen Zusammenlebens werden, ohne jedoch dabei die Beteiligten zu überfordern. Ich wünsche mir eine kontinuierliche Arbeit an diesen Zielen und ehrliche Reflexion über gelaufene Prozesse. 

Tino Supplies, Matthias Schirmer, Oliver Reiner, Angelika Diesner, Thomas Bendzulla, Judith Heese, Gabriele Gromke und Christian Gundlach haben in der Vergangenheit als zivilgesellschaftliche Mitglieder im Gremium mitgewirkt. Wir danken herzlich für ihr Engagement und ihre Mitarbeit im Gremium.

Mitglieder aus der Stadtpolitik

Aus jeder Stadtratsfraktion nimmt eine Person für die Dauer einer Wahlperiode am Forum teil. Ist diese verhindert, gibt es eine feste Vertretung für denselben Zeitraum.

  • Udo Bütow (benannt durch die AfD-Fraktion)
  • Cornelia Falken (benannt durch die Fraktion Die Linke)
  • Thomas Nörlich (benannt durch die SPD-Fraktion)
  • Marcel Henselin (benannt durch die Freie Fraktion)
  • Sascha Jecht (benannt durch die BSW-Fraktion)
  • Anna-Lisa Möbius (benannt durch die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen)
  • Oskar Teufert (benannt durch die CDU-Fraktion)

Mitglieder aus der Stadtverwaltung

Aus der Leipziger Stadtverwaltung sind diejenigen Fachbereiche beteiligt, die die meisten Beteiligungsprojekte durchführen.

  • Dr. Brigitta Ziegenbein (Leiterin des Stadtplanungsamtes; Vorsitz des Forums)
  • Rüdiger Dittmar (Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer)
  • Petra Hochtritt (Leiterin der Abteilung Stadtteilentwicklung/ Stadterneuerung im Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung)
  • Pia-Mareike Heyne (Leiterin des Referats Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt)
  • Michael Jana (Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes)
  • Eike Sievers (Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters und Stadtrates, Referat Politische Planung)

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Leipzig weiter denken

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