Stadtquartier Heiterblick-Süd
In Heiterblick-Süd entwickelt die Stadt Leipzig ein gemeinwohlorientiertes Quartier für rund 4.000 Menschen. Es ist das größte kommunale Wohnungsbauvorhaben der Stadt.
Was wird hier geplant?
Leipzigs Bevölkerung wächst stetig weiter. Wohnraum wird knapp, und private Bauprojekte verzögern sich. In Heiterblick-Süd möchte die Stadt Leipzig deshalb unter dem Motto „Stadt entwickelt Stadt“ selbst ein neues, mit Wohnen, Arbeiten und Leben gefülltes Stadtquartier für circa 4.000 Menschen ohne Gewinnorientierung entwickeln. Damit ist es das größte kommunale Wohnungsbauprojekt der Stadt. Bevor die ersten Leipzigerinnen und Leipziger das neue Quartier mit Leben füllen, stehen noch verschiedene Schritte zur Planung, Abstimmung und Umsetzung an. Zwei wichtige Ziele der Stadt sind dabei Gemeinwohlorientierung und Klimaanpassung.
Gemeinwohlorientierung
Auf der 63 Hektar großen Fläche zwischen dem Paunsdorfer Wäldchen und der Autobahn A14 soll ein gemeinwohlorientiertes Viertel für Menschen aller Generationen und Lebenslagen entstehen. Ziel ist ein Modellquartier, das durch soziale Durchmischung die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt. Durch die Unterstützung gemeinschaftlichen, kommunalen und genossenschaftlichen Wohnens sollen stabile und langfristig bezahlbare Wohnmöglichkeiten angeboten werden. Neben Wohnraum wird das Quartier auch Platz für Gewerbe, öffentliche Nutzungen, Erholung und Freizeit schaffen.
Klimaanpassung
Ungefähr die Hälfte des Entwicklungsgebiets (33 Hektar) ist für Grün- und Waldflächen sowie weitere Freiflächen vorgesehen. Sie umgeben und durchdringen das Quartier: von grünen Höfen und Grünzügen über einen geplanten Landschaftsee bis zum angrenzenden Landschaftsschutzgebiet. Als zentrales Element werden diese Räume klimaangepasst entwickelt, unter anderem durch eine wassersensible Planung, die den Wasserhaushalt schützen und Heiterblick Süd widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen wie Starkregen oder Trockenheit machen soll.
Meilensteine
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2024
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2025
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2026
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2027
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2028
Was passiert aktuell?
Planungsprozess
2024 wurde der Entwurf von Studio Wessendorf, Berlin I Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin als Siegerentwurf im städtebaulichen Wettbewerb zu Heiterblick-Süd ausgezeichnet. Wichtige Schwerpunkte des Entwurfs sind vielfältige Wohn- und Gebäudetypen, ein zentraler Landschaftssee als Speicher für Regenwasser, großzügige Grün- und Freiflächen, sowie Quartiersgaragen.
Aktuell wird dieser Siegerentwurf im Rahmen der sogenannten Masterplanung vertieft. Diverse Ämter der Stadtverwaltung sind in diesen Prozess eingebunden. Im Rahmen der Masterplanung werden auch diverse weitere Untersuchungen durchgeführt (beispielsweise ein Schallgutachten) und Konzepte erarbeitet (beispielsweise ein Mobilitätskonzept). Der Masterplan legt fest, wie das Gebiet genutzt, wo Straßen und Gebäude geplant und wie Grünflächen gestaltet werden sollen. Auch Umweltaspekte oder technische Herausforderungen, wie beispielsweise der Umgang mit Regenwasser oder Lärm, werden berücksichtigt.
Zur rechtlichen Umsetzung des Masterplans wird das Bauleitplanverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Nummer 482 „Stadtquartier Paunsdorfer Allee/ Permoserstraße“ durchgeführt. Nach Abschluss dieses Bebauungsplanverfahrens ist dieser Plan als kommunale Satzung rechtsverbindlich für alle Bauvorhaben.
Begleitende Bürger- und Akteursbeteiligung: Begleitgremium Heiterblick-Süd
Parallel zu den laufenden Planungen trifft sich in regelmäßigen Abständen das Begleitgremium Heiterblick-Süd. Es vereint Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Bürgerschaft und Zivilgesellschaft. Diese Gruppe begleitet die Entwicklung des neuen Stadtquartiers beratend, indem sie der Stadtverwaltung Hinweise und Anregungen zu aktuellen Planungsfragen gibt. Im Rahmen des Gremiums werden unterschiedliche fachliche, lokale und gemeinschaftliche Perspektiven zusammengetragen, um den Planungsprozess konstruktiv zu unterstützen und relevante Aspekte frühzeitig zu berücksichtigen. Das Begleitgremium Heiterblick-Süd wurde 2025 von der städtischen Koordinierungsstelle „Leipzig weiter denken“ ins Leben gerufen.
Ergänzend zum Begleitgremium finden 2026 in Kooperation mit dem Leipziger Kinder- und Jugendbüro zwei Workshops zur Kinder- und Jugendbeteiligung statt.
Darüber hinaus ist Heiterblick-Süd ein Anwendungsfall im Forschungsprojekt CityPlanningXR. Ziel ist, digitale Werkzeuge zu entwickeln, die Stadtplanung für Bürgerbeteiligungen nachvollziehbar und erlebbar machen.
- Steckbrief: Begleitgremium Heiterblick-Süd PDF 101 KB
- Einblick: Vierte Sitzung Begleitgremium Heiterblick-Süd am 20. Mai 2026 PDF 3 MB
- Einblick: Dritte Sitzung Begleitgremium Heiterblick-Süd am 18. November 2025 PDF 2 MB
- Einblick: Zweite Sitzung Begleitgremium Heiterblick-Süd am 20. August 2025 PDF 2 MB
- Einblick: Erste Sitzung Begleitgremium Heiterblick-Süd am 14. April 2025 PDF 320 KB
- Dokumentation der Kinder- und Jugendbeteiligung für Heiterblick-Süd PDF 6 MB
Was ist bisher passiert?
Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 482 „Stadtquartier Paunsdorfer Allee/Permoserstraße“
Der Stadtrat hat am 18. Oktober 2023 den Strategiebeschluss zur Einleitung des Planungsprozesses gefasst. Dieser ist unter folgendem Link im elektronischen Ratsinformationssystem der Stadt Leipzig nachzulesen: Strategiebeschluss zur Einleitung des Planungsprozesses für das Gebiet "Heiterblick-Süd"
Die Ratsversammlung der Stadt Leipzig hat am 23.05.2024 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 482 „Stadtquartier Paunsdorfer Allee/Permoserstraße“ beschlossen (nach § 2 Absatz 1 BauGB ).
Damit wurde das Bauleitplanverfahren zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers rechtmäßig eingeleitet. Im Bebauungsplan Nr. 482 wird die künftige bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke innerhalb seines Geltungsbereiches vorbereitet und geregelt. Aufgrund teilweise veränderter Zielstellungen gegenüber den bisherigen Darstellungen soll der Flächennutzungsplan gleichzeitig geändert werden.
Beschreibung des Gebiets
Der Planungsbereich liegt nordöstlich des Paunsdorf Centers und wird begrenzt:
- im Norden durch das Wohngebiet Kiebitzmark 1
- im Osten durch die Autobahn A 14 und die Herzberger Straße
- im Süden durch die Bundesstraße B 6 (Permoserstraße)
- im Westen durch das Paunsdorfer Wäldchen.
Der Planbereich schließt die Planungsfläche für das neue Stadtquartier und große Freiflächen ein. Das Baugebiet soll in dem Bereich entstehen, der schon lange als „Wohnbaufläche“ im Flächennutzungsplan der Stadt Leipzig gekennzeichnet ist. Diese Wohnbaufläche wird im Westen, Norden und Osten eingeschlossen durch das Landschaftsschutzgebiet „Paunsdorfer Wäldchen – Heiterblick“. Die Flächen im Norden und Osten werden heute noch als Acker genutzt. Die Ackernutzung entspricht nicht den Zielen des Landschaftsschutzgebietes. Deshalb sollen diese Bereiche so umgestaltet werden, dass sie wie das Paunsdorfer Wäldchen für Natur und Erholung genutzt werden können.
Um das neue Stadtquartier optimal zu gestalten, wurde 2024 ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt. In dem interdisziplinären, offenen Planungswettbewerb wurden im zweiphasigen Verfahren Konzeptideen verglichen und der Entwurf, der die Planungsziele am besten umsetzt, ausgewählt. Teilgenommen haben Teams aus Stadtplaner/-innen und/oder Architekt/-innen zusammen mit Landschaftsarchitekt/-innen. In der finalen Jurysitzung am 15. November 2024 hat die Jury nach intensiver Diskussion, zwei Wertungsrundgängen und schriftlicher Beurteilung der engeren Wahl Sieger und Preisträger ausgezeichnet.
Die Preisträger
Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs ist das Studio Wessendorf, Berlin I Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin. Der Siegerentwurf bildet die Grundlage für die anschließenden Planungsschritte und wird mit der Masterplanung unter Einbeziehung der Fachplanungen, zum Beispiel über den Schallschutz und die Niederschlagswasserbewirtschaftung, vertieft. Daran schließt die Erschließungsplanung für Straßen, Grünanlagen sowie Ver- und Entsorgungsmedien an. Parallel dazu wird mit dem Bebauungsplan ein Ortsgesetz entwickelt, das nach Beschlussfassung durch die Ratsversammlung verbindlich das Baurecht in diesem Bereich regelt.
Der Preisträgerentwurf kombiniert in den unterschiedlichen Teilquartieren Reihenhäuser, Geschosswohnungen und individuelle Gebäudetypen in verschiedenen Höhen. Studio Wessendorf/ Atelier Loidl Landschaftsarchitekten planen zudem einen zentralen Landschaftssee, in den Regenwasser geleitet werden soll. Dieser trägt zu einem positiven Mikroklima bei, schafft eine Frischluftschneise und fördert zugleich die Biodiversität. Der Entwurf sieht zudem mehrere Quartiersgaragen vor. Um vor dem Lärm der Bundesstraße B6 abzuschirmen, werden in dem Vorschlag Gewerbeeinheiten und ein Standort für ein Rettungszentrum dorthin angrenzend angeordnet.
Die Juryvorsitzende Melanie Humann, Professorin für Urbanismus und Entwerfen an der Architekturfakultät der TU Dresden erläutert den Siegerentwurf von Studio Wessendorf, Berlin I Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin.
Der zweite Preis geht an AS+P (Albert Speer und Partner GmbH), Frankfurt am Main. Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau Thomas Dienberg stellt den Entwurf vor.
Der dritte Preis geht an Studio RW, Berlin. Leiterin des Stadtplanungsamts, Dr. Brigitta Ziegenbein, erläutert den Entwurf.
Anerkennungen für bemerkenswerte Teilleistungen erhalten Cityförster architecture + urbanism, Hannover I SPOT Architektur + Stadt, Hannover I mesh Landschaftsarchitekten, Hannover und Grunwald & Grunwald, Leipzig I Häfner Jiménez Betcke Jarosch Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin.
Hier finden Sie weitere Eindrücke von den Preisträgern und Anerkennungen.
Begleitgremium Heiterblick-Süd
Der weitere Entwicklungsprozess des neuen Stadtquartiers wird von einem Gremium begleitet. Dieses setzt sich aus Vertreter/-innen aus Politik, Zivilgesellschaft sowie der Bürgerschaft zusammen. Die Perspektiven und Impulse fließen in die weitere Planung ein und tragen dazu bei, Heiterblick-Süd zu einem lebenswerten, klimaangepassten und gemeinwohlorientierten Stadtquartier zu entwickeln. Die Sitzungen des Gremiums werden zunächst zwischen 2025 und 2027 stattfinden.
Ausstellung im Paunsdorf Center und im Stadtbüro
Anfang Dezember 2024 gab Baubürgermeister Thomas Dienberg vor etwa 100 Interessierten im Paunsdorf Center den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für das neue Stadtquartier „Heiterblick-Süd“ bekannt. Im Anschluss wurde die Ausstellung eröffnet, in der sich Besucher/-innen bis zum 31. Januar 2025 auf 113 Tafeln über die 51 eingereichten Entwürfe informieren konnten. Vom 4. bis 24. März 2025 war die Ausstellung auch im Leipziger Stadtbüro am Burgplatz zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung hatten alle Besucher-/innen der Ausstellung die Möglichkeit, ihre Gedanken, Ideen und Hinweise zum Siegerentwurf beizutragen. Auch generelle Anliegen zum Entwicklungsvorhaben fanden dort ihren Platz. Die Beiträge wurden anschließend ausgewertet, geprüft und in den weiteren Planungsprozess eingebracht.
Informationsveranstaltung am 30. Januar 2024
Zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers "Heiterblick-Süd" fand eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger statt. Im Gustav-Hertz-Gymnasium in der Dachsstraße 5 wurden durch die Stadtverwaltung Planungsstand, Planungsschritte und Entwicklungsziele erläutert. Durch die Anwesenden konnten Hinweise und Informationen zur Berücksichtigung in der Aufgabenbeschreibung des der Planung vorangestellten städtebaulichen Wettbewerbes beziehungsweise in der weiteren Planung übermittelt werden.



















