Wilhelm-Leuschner-Platz
Zum Neugestaltungsvorhaben
Das Areal des Wilhelm-Leuschner-Platzes soll wieder Teil des lebendigen Leipziger Stadtzentrums werden. Dabei ist das übergeordnete stadtentwicklungspolitische Ziel der Stadt Leipzig, den städtischen Raum zwischen dem Zentrum und der südlich anschließenden Südvorstadt städtebaulich und gestalterisch aufzuwerten und die bereits bebauten Gebiete besser miteinander zu vernetzen. Die Entwicklung dieser großen Brachfläche zu einem lebendigen, nutzungsgemischten und städtebaulich attraktiven Stadtquartier hat dabei eine strategische Bedeutung.
Geplant sind innenstadtnaher und geförderter Wohnraum, Platz für wissenschaftliche Institutionen, städtische Einrichtungen, Büros und Einzelhandel. Außerdem sollen die öffentlichen Freiflächen zukunftsweisend gestaltet werden.
Entwurf des Freiheits- und Einheitsdenkmals
Storymap
Sehen Sie sich die Entwicklung des Wilhelm-Leuschner-Platzes anhand verschiedener Karten an.
Ort der Erinnerung und Anregung
Die Friedliche Revolution im Herbst 1989 veränderte Deutschland, Europa und die Welt. Das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig soll als Ort der Erinnerung und Anregung dienen, die Werte von Demokratie, Freiheit und Zivilcourage lebendig halten und kommende Generationen dazu ermutigen, sich dafür einzusetzen. Im Rahmen des Leipziger Lichtfestes erfolgt am 9. Oktober 2025 die feierliche Grundsteinlegung des Freiheits- und Einheitsdenkmals auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Die Grundsteinlegung markiert gleichzeitig einen wichtigen Meilenstein im Bauprozess des Wilhelm-Leuschner-Platzes.
Weitere Informationen finden Sie auf folgender Themenseite Herbst '89 - Aufbruch zur Freiheit (Leipziger Lichtfest).
Die Ratsversammlung der Stadt Leipzig hat im Juli 2023 den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 392 mit dem Titel “Wilhelm-Leuschner-Platz” für die zukünftige Entwicklung des Quartiers am Wilhelm-Leuschner-Platz gefasst.
Anfang 2024 wurde der Freiflächenwettbewerb Wilhelm-Leuschner-Platz durchgeführt. Der Entwurf „Ökotopia“ von dem Büro LOIDL aus Berlin hat sich als Sieger durchgesetzt. Die Planung für die Realisierung des Entwurfs wurde Anfang 2025 gestartet. Im Zuge dessen wird der Entwurf mit allen Beteiligten der entstehenden Gebäude, den städtischen Ämtern sowie den Erstplatzierten des Wettbewerbs für das Freiheits- und Einheitsdenkmal weiterentwickelt.
Auch die hochbaulichen Planungen schreiten mit den ersten in Realisierung befindlichen Gebäuden voran. So entsteht aktuell das Global Hub der Universität Leipzig im mittleren Baufeld, welches Anfang 2025 mit dem Bau gestartet hat. Auf dem südlichen Baufeld wird derzeitig das künftige Gebäude des Leibniz-Instituts für Länderkunde errichtet.
Das Baudenkmal des ehemaligen Bowlingtreffs (Oktagon) wird durch das Naturkundemuseum eine nachhaltige Nachnutzung erfahren. Für die zukünftige Gestaltung, wurde ein Vergabeverfahren (VgV-Verfahren) durchgeführt, welches ARGE W&V Architekten/ bbz landschaftsarchitekten/ Staupendahl & Partner für sich entschieden haben. Der Baubeginn für das Projekt ist Ende 2024 mit ersten vorbereitenden Maßnahmen erfolgt. Derzeitig erfolgen umfangreiche Leitungsumverlegungen im Umfeld des künftigen Naturkundemuseums in Vorbereitung der Hauptbaumaßnahme.
Bebauungsplan Nummer 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz"
Der Geltungsbereich des Bebauungsplans Nummer 392 mit dem Titel “Wilhelm-Leuschner-Platz” erstreckt sich vom Innenstadtring am Roßplatz über die Grünewaldstraße und Windmühlenstraße bis zum Peterssteinweg.
Das rund sechs Hektar große Areal, unmittelbar südlich der Innenstadt ist seit der Zerstörung im zweiten Weltkrieg unbebaut. Der vom Stadtrat für den Platz beschlossene Masterplan stellt die Grundlage des beschlossenen Bebauungsplans dar. Ausgangspunkt war die Vorentwurfskonzeption der Architekten Professor Petr Pelčák (Masaryk-Universität Brno) und Professor Ingo Andreas Wolf (HTWK Leipzig).
Der Entwurf zum Bebauungsplan Nr. 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz“ wurde am 21.04.2021 im Stadtrat zur öffentlichen Beteiligung freigegeben. Die Vorlage zur Öffentlichkeitsbeteiligung ist über das Ratsinformationssystem der Stadt Leipzig abrufbar unter der Vorlage Nr. VII-DS-00208-NF-02. Vom 18.05.2021 bis zum 28.06.2021 fand die Öffentliche Auslegung des Planentwurfes statt.
Die Ergebnisse der öffentlichen Beteiligung wurde im Anschluss an die Offenlage des Bebauungsplans ausgewertet. Im Juli 2023 wurde der Satzungsbeschluss durch die Ratsversammlung gefasst. Der Beschluss ist abrufbar unter der Vorlagen Nr. VII-DS-08179, das Plandokument und die Begründung zum Bebauungsplan auf der Detailseite zum Bebauungsplan Nr. 392 und dessen Begründung.
Mit der Aufstellung des Bebauungsplans wurden vor allem folgende Ziele und Zwecke verfolgt:
a) Steuerung der geplanten Wiederbebauung mit einem Baufeld im Osten des Plangebietes und einer großen Freifläche im westlichen Teil des Plangebiets, sowohl hinsichtlich der Lage der Gebäude und ihrer Höhen als auch bezüglich einiger architektonischer Akzentuierungen und grundlegender Gestaltanforderungen,
b) Steuerung der Nutzung als kerngebietstypische Nutzungen, ergänzt durch eine Markthalle und einen erheblichen Wohnanteil,
c) Integration des Baudenkmals des ehemaligen Bowlingtreffs hinsichtlich seiner Einbindung in die Baustrukturen und hinsichtlich der zulässigen Nutzungen,
d) Steuerung des Einzelhandels sowie Verbesserung des Nahversorgungsangebotes unter Zulassung einer Markthalle; ansonsten aber Ausschluss großflächiger Einzelhandelsbetriebe,
e) Bewältigen der Lärmimmissionen derart, dass die vorgesehenen Wohnangebote auch in dieser von Verkehr und Veranstaltungen belasteten Lage ohne Schäden für die menschliche Gesundheit vertretbar sind,
f) Umsetzung einiger Maßnahmen zur Begrünung und zum Wasserrückhalt, hauptsächlich in den Baugebieten und in den Straßenräumen, im Übrigen aber weitgehender Verzicht auf Begrünungsmaßnahmen der öffentlichen Freifläche, da deren Gestaltung und Begrünung im Rahmen eines noch durchzuführenden Wettbewerbes entschieden werden soll,
g) Umsetzung der geplanten Straßenbaumaßnahmen (Um- und Neubau),
h) Begrenzung der Stellplätze als Voraussetzung für die angestrebte Dichte und zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität.
Übergeordnetes stadtentwicklungspolitisches Ziel der Stadt Leipzig ist es, den städtischen Raum zwischen dem Zentrum und der südlich anschließen Südvorstadt städtebaulich und gestalterisch aufzuwerten und die bereits bebauten Gebiete besser miteinander zu vernetzen. Die Entwicklung dieser großen Brachfläche hat dabei eine strategische Bedeutung.
Ziel der städtebaulichen Planung ist es, das bisher ungeordnete und weitgehend ungenutzte Areal zu einem lebendigen nutzungsgemischten Stadtquartier mit unterschiedlichen Kerngebietsnutzungen, wie Büro-, Einzelhandels- und Dienstleistungsnutzungen sowie kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu entwickeln. Dabei ist eine Markthalle zu realisieren und dringend benötigter Wohnraum zu schaffen.
Ziel der Stadt Leipzig ist es außerdem, dass bei der Realisierung der Bebauung Klimaschutzstandards umgesetzt werden, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen.
Städtebauliches Konzept
Der bebaubare Teil gliedert sich im Wesentlichen in drei Baufelder. Im nordöstlichen und südöstlichen Teil des Plangebietes sind bauliche Hochpunkte zur Betonung der Eckbereiche vorgesehen. Mit 9 beziehungsweise 16 Geschossen überragen dort die künftigen Gebäude die Umgebungsbebauung und akzentuieren das Gebiet.
Im mittleren Baufeld soll eine überbaute Markthalle am historischen Standort errichtet werden. Oberhalb der Markthalle soll ein Bildungscampus, bestehend aus Musik- und Volkshochschule, entstehen. Dieser wird durch Wohnnutzung ergänzt. Dadurch wird das mittlere Baufeld zu einem hohen Grad an Nutzungsmischung beitragen. Der Bowlingtreff ist ein Baudenkmal, das aus einem oberirdischen Zugangsbauwerk und den dazugehörigen unterirdischen Anlagen besteht. Die Unterbringung des Naturkundemuseums wurde als Nachfolgenutzung vom Stadtrat bestätigt.
Die Nutzung der öffentlichen Platzfläche, sowie die Details der Gestaltung und der Bepflanzung werden nicht durch den Bebauungsplan definiert. Dafür wurde Anfang 2024 ein Freiflächenwettbewerb durchgeführt, welcher am 23.05.2024 durch den Stadtrat bestätigt wurde (VII-DS-10080).
Die Zentralmarkthalle auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz versorgte über mehr als fünfzig Jahre die Leipzigerinnen und Leipziger mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs. Sie entstand in den 1890er Jahren nach den Plänen des Stadtbaumeisters Hugo Licht, wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in den 1950er Jahren schließlich abgerissen. Entsprechend der Zielstellungen des 2017 vom Stadtrat beschlossenen Masterplans für die Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes ist die Wiedererrichtung einer Markthalle an ihrem historischen Standort vorgesehen. Diese Vision galt es im Folgenden weiter durch Zahlen, Daten und Fakten zu untersetzen.
Seit März 2021 liegt ein von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten vor, welches analysiert, unter welchen Voraussetzungen und mit welchem Konzept eine Markthalle wirtschaftlich zu betreiben wäre. Die Studie zeichnet sich durch einen breit angelegten methodischen Ansatz aus. So wurden neben den Bürgerinnen und Bürgern auch die Händler und Marktbeschicker befragt, zudem wird das Potenzial der Stadt und des Standortes untersucht. Im Nachgang wurden Interviews mit Expert/-innen aus Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und weiteren Branchen durchgeführt. Darauf basierend wurde eine architektonische Flächenstudie durch das Architekturbüro Hentsch erarbeitet. Das Gutachten sowie die Flächenstudie sollen schließlich zur Entscheidungsfindung des Stadtrates beitragen.
Das Konzept sieht im Bereich der überbauten Markthalle eine Vielzahl von Einzelhandels-, Dienstleistungs- oder Gastronomiebetrieben vor, welche baulich integriert in einer einheitlichen baulichen Hülle untergebracht werden sollen, ähnlich dem historischen Vorbild unter einem gemeinsamen Dach.
Tragfähigkeitsanalyse Markthalle am Wilhelm-Leuschner-Platz (PDF, 14 MB)
Fortschreibung Tragfähigkeitsanalyse Markthalle am Wilhelm-Leuschner-Platz (PDF, 3,8 MB)
Über der geplanten Markthalle soll ein Bildungscampus, bestehend aus Volkshochschule und Musikschule sowie Wohnungen entstehen.
Die architektonische Flächenstudie sieht im 1. Obergeschoss besonders öffentlichkeitswirksame transparente Bereiche der Volkshochschule und Musikschule vor, sodass die Institutionen in den Dialog mit der Öffentlichkeit treten können und Synergien mit der Markthalle genutzt werden können.
In den darüber liegenden Geschossen sind ebenfalls Nutzungen der Volkshochschule und Musikschule sowie ergänzend hierzu Wohnnutzungen geplant. Zielstellung war es ein stimmiges Gesamtkonzept für einen attraktiven und funktionalen Bildungs- und Markthallencampus in den durch den Bebauungsplan planerisch definierten Flächen zu generieren, welches als Basis für die weiteren Planungen und den anschließenden Realisierungswettbewerb dienen soll.
Im ehemaligen Bowlingtreff soll ein zukunftsweisendes Ausstellungsgebäude entstehen, welches mit modernen museumpädagogischen Mitteln Vergangenheit und Zukunft illustriert und einen multifunktionalen Treffpunkt bietet. Mit einer sich öffnenden städtebaulichen Geste wird der unter Denkmalschutz stehende postmoderne "Bowlingtreff" (1987) mit unterirdischem Umspannwerk (1925/26) in zeitgemäßer Architektursprache interpretiert und für die neue museale Nutzung transformiert. Die tektonische Anhebung der Dachdecke der Westhalle sowie die Aufschüttung auf der Ostseite leiten mit signifikantem Schwung zum Eingangsgebäude und machen die unterirdische Dimension der Museumarchitektur im anatomischen Skelett auf dem Platz ablesbar. Gleichzeitig werden Blickbeziehungen und Kommunikation zwischen Innen- und Außenraum geschaffen. Über die Ausbildung einer räumlichen Fassung entstehen Freiräume mit vielfältigen Nutzungsangeboten und einer klaren Adressbildung für das neue „Naturkundemuseum Leipzig“.
Mit dem Forum Recht sollen in Karlsruhe und Leipzig Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Bildungsorte für partizipative Formate entstehen, mit denen aktuelle Themen zu Recht und Rechtsstaat aufgegriffen und zum Gegenstand des Dialogs in der Öffentlichkeit gemacht werden. Im Rahmen eines internationalen Planungswettbewerbes soll im westlichen Bereich des nördlichen Baufeldes in Nachbarschaft zur Juristenfakultät ein innovativer Gebäudeentwurf mit zukunftsweisendem Energiekonzept und hoher architektonischer und städtebaulicher Qualität gefunden werden.
Leipzig ist ein historisch bedeutsamer Justizstandort. In enger Nachbarschaft zu Bundesverwaltungsgericht, Landgericht, 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs und Sächsischem Verfassungsgerichtshof konzentriert sich seit die Entscheidung zur Hochschulentwicklungsplanung 2025, die gesamte juristische Ausbildung im Freistaat Sachsen an der Leipziger Juristenfakultät – einer Gründungsfakultät der Universität Leipzig.
In Verbindung mit der ebenfalls im nördlichen Baufeld geplanten Errichtung eines zentralen Neubaus für die juristische Fakultät der Universität Leipzig, welche bis dato auf mehrere Fakultätseinrichtungen verteilt ist, bieten sich vielfältige Synergien zwischen den beiden Einrichtungen. Ergänzend hierzu sollen im Sinne der Nutzungsmischung im Rahmen eines Hochpunkts oberhalb der genannten Nutzungen eine Vielzahl von Wohnungen entstehen.
Das Global Hub, welches östlich an die überbaute Markthalle anschließt, ist ein Wissenschaftsgebäude der Universität Leipzig, das interdisziplinäre und moderne Arbeits- und Forschungswelten für etwa 500 Wissenschaftler/-innen bietet. Hierfür wurde 2022 ein Realisierungswettbewerb für das Gebäude durchgeführt. Der Siegerbeitrag stammt vom Leipziger Architekturbüro Schulz & Schulz.
Im westlichen Bereich des südlichen Baufelds entsteht derzeitig mit dem Leibniz-Institut für Länderkunde bereits der erste Neubau auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Das geplante außeruniversitäre Geographie-Forschungsinstitut mit öffentlicher Bibliothek bietet zukünftig über 150 Beschäftigten Raum und stellt einen wichtigen ersten Baustein der Gesamtentwicklung dar. Der zeremonielle Spatenstich des innovativen Gebäudes mit circa 6.000 Quadratmetern Nutzfläche erfolgte am 27. Oktober 2023.
Östlich angrenzend an das Leibniz-Institut für Länderkunde soll im südlichen Baufeld perspektivisch eine Vielzahl von Wohnungseinheiten inklusive akzentuierendem baulichem Hochpunkt entstehen. Hierfür soll zeitnah ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden.
Freiflächengestaltung
Auf der Freifläche des Wilhelm-Leuschner-Platzes, welche von dem Freiflächenbüro LOIDL aus Berlin gestaltet wird, soll das Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen.
Dafür wurde 2024 ein Künstlerwettbewerb ausgelobt. Mit großer Mehrheit hat sich der gemeinschaftliche Entwurf „Banner, Fahnen, Transparente“ von ZILA Architekt.innen, Architekten, Leipzig (Clemens Zirkelbach, Peter Ille, Dirk Lämmel und Alexej Kolyschkow), mit Bea Meyer, Künstlerin, Leipzig, und Michael Grzesiak, Architekt, Leipzig durchgesetzt.
Im Kommentar der Jury heißt es unter anderem: „Der Entwurf 'Banner, Fahnen, Transparente' überzeugt das Preisgericht durch seine zugleich abstrakte und konkrete Würdigung eines zentralen Elements von Protestbewegungen im Allgemeinen und der „Friedlichen Revolution“ von 1989 im Besonderen. Die kraftvolle Inszenierung der 50 über den Platz verteilten Objekte, in den Boden gesteckte Banner, Fahnen und Transparente, überlässt den Betrachtenden Raum für Assoziation, Aneignung und Partizipation… Insgesamt ist der Entwurf ein hervorragender Beitrag zum Wettbewerb, der vom Preisgericht für sein schlüssiges Gesamtkonzept ausgezeichnet wird, das dauerhaft einen kraftvollen und inspirierenden Ort für die würdevolle Auseinandersetzung mit Kernfragen der Demokratie schafft.“
Weitere Informationen: www.leipzig.de/denkmal
Am 07. Und 08. März 2024 fand die Jurysitzung zum Freiflächenwettbewerb „Wilhelm-Leuschner-Platz“ statt, nachdem die Teilnehmenden Büros seit dem 4ten Quartal 2023 Zeit hatten daran zu arbeiten. Aus 23 eingereichten Arbeiten, hat die Jury einstimmig den Entwurf „Ökotopia“ von dem Freiflächenbüro Atelier Loidl als Sieger ausgewählt.
Nach der umfangreichen Beteiligung der Öffentlichkeit, welche den klaren Wunsch nach viel Grün geäußert hatten, wurde mit der Wahl von „Ökotopia“ diesem Rechnung getragen. Der Entwurf bildete die Grundlage für den künstlerischen Wettbewerb: "Freiheits- und Einheitsdenkmal“ der Stiftung Friedliche Revolution.
Bereits Anfang der 2000er wurde ein erster Versuch unternommen eine Gestaltung für den Wilhelm-Leuschner-Platz zu finden. Damals wurde ein Wettbewerb für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal ausgelobt. Jedoch gab es zu diesem noch kein Konzept für den Städtebau, welcher der zu entwerfenden Platzgestaltung einen räumlichen Rahmen geben konnte. Ebenso wenig wurde das Denkmal mit einem funktionierenden Freiraumkonzept entwickelt.
Eine von vielen Grundlagen für die Aufgabenstellung des Freiraumwettbewerbes war die umfangreiche Bürgerbeteiligung. Diese Beteiligung hatte 4 Bausteine: Kinder- und Jugendbeteiligung, Onlineumfrage und Vor-Ort Termine. Dabei war das Ziel, den gewünschten Charakter der zukünftigen Platzfläche zu definieren und somit Tendenzen zu Atmosphäre und Aufenthaltsqualität einzufangen.
Die Kinderbeteiligung wurde durch das Kinderbüro in der Addis-Abeba-Grundschule durchgeführt. In einem Ferienworkshop in den Herbstferien 2022 hatten Grundschüler die Möglichkeit sich mit dem Thema Stadtplätze und Wilhelm-Leuschner-Platz auseinanderzusetzen. Das „Willy-Planungsteam“ bestand aus zwölf Schüler/-Innen, zwei Mitarbeitenden und einer Praktikantin des Kinderbüros, sowie einer Erzieherin des Hortes.
„Kinder wünschen sich für den zukünftigen Wilhelm-Leuschner-Platz mehr Begrünung in Form von Pflanzen, Bäumen und Blumen. Des Weiteren wünschen sie sich einen Naturraum, der nicht nur den Menschen, sondern auch viele verschiedene Tiere miteinschließt. Kinder denken zudem ganzheitlich. Sie legen neben einem sicheren Spielraum mit unterschiedlichen Aktivitäten auch enormen Wert auf einen Raum der für alle Menschen nutzbar ist. Dabei nennen sie Möglichkeiten der Entspannung und Ruhe in Form von Wellnessbänken oder Picknickplätzen. Kinder wünschen sich zudem den vorhandenen Platz nicht "vollzupflastern", sondern die Flächen zum frei toben, skaten, Roller fahren oder zum Verstecken hinter Bäumen/Büschen zu nutzen. Kinder wünschen sich zudem einen Rückzugsort an dem diese sicher und frei spielen können. Dabei sollten die Massen an Müll und das Thema der Obdachlosigkeit auf dem Platz näher in den Blick genommen werden.“
Das Kinderbüro hat ebenfalls eine Jugendbeteiligung in Form eines Online-Fragebogens durchgeführt. Bei diesem haben sich 39 Kinder und Jugendliche im Alter von 12-27 Jahren beteiligt. Die Befragten haben ihren Fokus ebenfalls auf eine starke Begrünung gelegt, welche im Einklang mit ihren gewünschten Nutzungen wie zum Beispiel Ausruhen, Lesen, Beobachten, Spazieren, Sport und Treffen mit Freunden möglich sein kann.
An einer weiteren Onlineumfrage, für die gesamte Leipziger Öffentlichkeit, beteiligten sich über 5.000 Personen. Innerhalb der Beteiligung sind folgende Ansprüche an die Freifläche des Wilhelm-Leuschner-Platzes deutlich geworden:
- Die Teilnehmenden wünschen sich einen grünen Platz, der Raum bietet für Erholung.
- Dieser soll viele Bäume haben und möglichst naturnah, klimaangepasst und umweltfreundlich gestaltet sein.
- Weiterhin soll es sowohl Begegnungsmöglichkeiten als auch diverse Angebote der Freizeitgestaltung (Sitzen, Spielen, Bewegen) „für Alle“ geben.
Parallel zur Onlinebefragung fanden vier Vor-Ort-Termine statt. An diesen Terminen stand ein Team bestehend aus Stadtplanungsamt und Stadtlabor mit zwei Lastenrädern auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz um mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Dort gab es auch die Möglichkeit den Fragebogen analog auszufüllen.
Die genaue Auswertung wurde in einer Ausstellung vom 20.06.2023 – 21.07.2023 im Stadtbüro gezeigt Auswertung der Bürgerbeteiligung zur Freiflächengestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes (PDF 23 MB).
Geschichte des Wilhelm-Leuschner-Platzes
Lange Zeit befand sich der Wilhelm-Leuschner-Platz in einem Übergangszustand. Seit dem Neubau des City-Tunnels und der damit verbundenen S-Bahnstation auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz wird die Innenstadt vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch besser angebunden. Damit einhergehend rückte auch die bauliche Entwicklung des Platzes wieder stärker in den Fokus.
2015 wurde auf dem dreiecksförmigen Areal zwischen Martin-Luther-Ring, dem Wilhelm-Leuschner-Platz und der historischen Nonnenmühlgasse die Katholische Probsteikirche St. Trinitatis nach den Plänen der Leipziger Architekten Schulz & Schulz fertiggestellt.
Östlich des Wilhelm-Leuschner-Platzes wurde basierend auf dem Konzept des Siegerbeitrags zum Realisierungswettbewerbes des Büro Schulz & Schulz die Schule am Addis-Abeba-Platz realisiert.
Zeitstrahl
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1993
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1996
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2008
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2010
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2010
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2010
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2011
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