Tag der Städtebauförderung 2021 – Behutsame Stadterneuerung
2021 feierte Deutschland 50 Jahre Städtebauförderung und Leipzig 30 Jahre behutsame Stadterneuerung. Pandemiebedingt war es leider nicht möglich, diese Jubiläen ausreichend zu würdigen und wie üblich zum Tag der Städtebauförderung Veranstaltungen mit buntem Programm durchzuführen. Daher hatte sich die Bundesregierung und so auch Leipzig entschlossen, einen Online-Auftritt zu gestalten.
Um die vielfältigen Aufgaben der Stadtentwicklung zu bewältigen, unterstützt der Bund die Städte und Gemeinden mit Programmen der Städtebauförderung, die gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen finanziert werden. Für Leipzig bedeutet dies drei Jahrzehnte erfolgreicher Stadterneuerung nach der Wiedervereinigung. Zahlreiche Quartiere konnten dadurch stabilisiert und weiterentwickelt werden – möglich gemacht durch das Zusammenspiel von Eigentümerinnen und Eigentümern, Vereinen, Initiativen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der Verwaltung.
Öffentliche Investitionen in technische und soziale Infrastruktur gaben vielen Stadtteilen wichtige Impulse. Beispiele hierfür sind die Aufwertung des Karl-Heine-Kanals in Plagwitz oder die Umgestaltung des ehemaligen Eilenburger Bahnhofs zum Lene-Voigt-Park in Reudnitz. Auch heute wird in Stadtteilen wie Grünau, Paunsdorf, Schönefeld und im Leipziger Osten aktiv Stadterneuerung betrieben. Zentrale Themen sind dabei ein klimagerechter Stadtumbau und soziale Integration in einer wachsenden Stadt.
Das Jubiläum bietet Anlass, die erreichten Erfolge sichtbar zu machen und Leipzigs Stadterneuerung auch künftig gemeinsam weiter zu gestalten.
30 Jahre behutame Stadterneuerung
Die Herausforderungen, vor welchen die Stadt in den 1990er Jahren stand, waren vielseitig: wirtschaftlicher Strukturwandel, Bevölkerungsschwund, schlechte Umweltbedingungen, maroder gründerzeitlicher Wohnungs- und Industriebestand, veraltete technische Infrastruktur, Unterinvestitionen in Bildung-, Kultur- und Freizeitinfrastruktur und der Umgang mit den Großwohnsiedlungen. Die Maßnahmen, die sich daraus ergaben, waren daher ebenso facettenreich und passten sich der Stadtentwicklung an.
30 Jahren behutsamer Stadterneuerung in Leipzig (PDF 457 KB).
Durch schnelle Arbeitsaufnahme konnten bereits zwischen 1992 und 1994 fünfzehn Sanierungsgebiete und zwei Gebiete des städtebaulichen Denkmalschutzes definiert werden, die neben der Innenstadt weite Teile der gründerzeitlichen Vorstädte umfassten. Hier stand die Rettung des Gebäudebestandes im Vordergrund. Bereits Mitte der 1990er Jahre begannen auch die Investitionen in den öffentlichen Raum. Dazu gehörten neben vielen kleineren Maßnahmen auch die Ertüchtigung des Karl-Heine-Kanals in Plagwitz und Lindenau und die Umwandlung des Eilenburger Bahnhofs in Reudnitz in den Lene-Voigt-Park. In dieser Zeit entstanden auch Konzepte zur Zwischennutzung von Gebäuden, wie beispielsweise die sogenannte "Zwischennutzung", die "Stadthäuser für Selbstnutzer" und die "Wächterhäuser".
In den 2000er Jahren wurde die Städtebauförderung breiter eingesetzt und Themenfelder der wirtschaftlichen Entwicklung, Stärkung des Gemeinwesens und erste Projekte zur sozialen Stabilisierung in die Betrachtung mit einbezogen. Dabei bekam der Handlungsraum des Quartiers eine herausgehobene Bedeutung. Geografisch kamen die Gebiete des Leipziger Ostens und Leipziger Westens hinzu. In letzterem wurden beispielsweise die Gründung von Inkubatoren in Form der neuen Gewerbehöfe wie in der Naumburger Straße finanziert oder das "Business Innovation Center" an der Karl-Heine-Straße in Plagwitz. In Grünau hingegen setzte man auf eine stärkere Netzwerkbildung vorhandener Akteure sowie der Stärkung der sozialen Bildungslandschaft um die Herausforderungen einer stark abgenommenen Wohnbevölkerung, sinkender Kaufkraft und zunehmender Segregation entgegenzuwirken.
Ab 2010 war der Zuzugstrend in Leipzig deutlich spürbar. Darauf wurde unter anderem mit der Umgestaltung des Lindenauer Hafen reagiert, ein neuer integrierter Stadtteil mit circa 500 Wohnungen. Ebenfalls widmete man sich den Magistralen Georg-Schwarz-Straße und Georg-Schuhmann-Straße um diesen wieder ihre Funktion als aktive Versorgungs- und Begegnungsorte für die Quartiere zurückzugeben. Als neues Gebiet kam Paunsdorf hinzu.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept "Leipzig 2030" (INSEK) von 2018 stellt noch einmal den Handlungsbedarf in diesen Schwerpunktgebieten der integrierten Stadtteilentwicklung heraus und gibt darüber hinaus neue Impulse, vor allem in Richtung nachhaltiger Entwicklung.
Die Projekte der Städtebauförderung werden vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung der Stadt Leipzig sowie den beauftragten Quartiersmanagements umgesetzt. Dabei erfüllen die Quartiersmanagements eine wichtige Rolle vor Ort, unter anderem dienen Sie als Bindeglied zwischen Bürger/-innen und der Stadtverwaltung.






