Rund 160 Personen folgten der Einladung der Pflegekoordinatorin zum Fachtag „Vielfalt in der Pflege“ am 9. April 2025 in das Leipziger Neue Rathaus. Der Fachtag bot Gelegenheit, sich über den Umgang mit Diversität und Inklusion in der Pflege zu informieren und auszutauschen.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und bot wertvolle Einblicke in die Notwendigkeit einer diversitätsbewussten Pflegepraxis. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit sich auszutauschen, neue Perspektiven zu gewinnen und wichtige Netzwerke zu knüpfen. Es wurde deutlich, dass eine respektvolle Auseinandersetzung mit sexuellen und geschlechtlichen Identitäten in der Pflege nicht nur notwendig, sondern auch bereichernd ist. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in dieser wichtigen Thematik und darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen.
Zahlreiche Vorträge und Workshops strukturierten die Veranstaltung
Sozialbürgermeisterin Dr. Martina Münch begrüßte die Anwesenden. Sie ging auf die Bedeutung von Diversität in der Pflegebranche ein und betonte, wie wichtig es sei, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zu integrieren, um eine umfassende und einfühlsame Versorgung für alle Patienten zu ermöglichen.
Die sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping sandte eine Videobotschaft. In ihrer Ansprache ging sie auf die Herausforderungen und Chancen ein, die mit der Vielfalt in der Pflege verbunden sind. Sie ermutigte die Anwesenden, für neue Ansätze offen zu sein und sich aktiv für ein inklusives und respektvolles Miteinander in der Pflege einzusetzen. Beide Beiträge trugen maßgeblich dazu bei, den Fachtag zu einem inspirierenden und aufschlussreichen Erlebnis zu machen.
Den Auftakt machte Phé Hofmann mit einem eindrucksvollen Beitrag über die Bedeutung sexueller und geschlechtlicher Identitäten in der Pflege. Es wurde deutlich, wie wichtig es für eine respektvolle und empathische Versorgung ist, diese Themen in der Ausbildung und im Pflegealltag zu berücksichtigen.
Prof. Dr. Marcus Mittenzwei zeigte auf, wie pflegeberufliche Ausbildungsprozesse kultursensibel gestaltet werden können. Eine diversitätsbewusste Ausbildung kann nicht nur die Qualität der Pflege verbessern, sondern auch das Wohlbefinden von Pflegekräften und Patienten fördern, so Mittenzwei.
Am Nachmittag wurden Vorträge und Workshops angeboten, die sich mit verschiedenen Aspekten der Diversität in der Pflege beschäftigten:
Geschlechtliche Vielfalt willkommen: Dr. Nick Heinz und Lio Riske von Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. präsentierten Handlungsansätze für einen diskriminierungssensiblen Umgang mit trans- und intergeschlechtlichen Menschen in der Pflege.
Vielfalt im Pflegeteam: Rebekka Cöster von Arbeit und Leben Sachsen e.V. erörterte, wie das Miteinander im Pflegeteam gefördert werden kann, insbesondere im Kontext der Zuwanderung internationaler Fachkräfte.
Leistungen Teilhabe und Pflege: Tina Kurrasch, Pflegedienstleiterin der Elterninitiative FED Leipzig e.V., informierte über die spezifischen Bedürfnisse und Unterstützungsangebote für Menschen mit Migrationshintergrund.
In der zweiten Runde der Workshops brachten Eva Obernauer und Ramona Baldermann das Konzept des Qualitätssiegels Lebensort Vielfalt® zur Sprache. Sie erläuterten, wie Organisationen diversitätssensible Pflege für LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte nachhaltig implementieren können.
Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin von der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Berlin School of Public Health, Charité Berlin, thematisierte die pflegerische Versorgung von Menschen mit Migrationserfahrungen und Diskriminierungserfahrungen und stellte die Notwendigkeit von Schulungen und Sensibilisierungen heraus.
Simone Langhof schloss die Workshop-Reihe ab, indem sie die Entwicklungen im Bereich Wohnen und Behinderung beleuchtete und auf die Herausforderungen hinwies, die in diesem Kontext bestehen.