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Stadt und Kooperationspartnerschaft Leipzig - Danzig

Ein Eingangstor über dem in großen Buchstaben Danziger Werft in polnisch steht. Unter den Buchstaben gehen viele Menschen durch den Eingang.
Der Eingang der ehemaligen Lenin-Werft gehört heute zum Europäischen Zentrum der Solidarność. Heute werden auf Teilen des Werftgeländes Komponenten für Offshore-Windanlagen produziert. © Privat

Die an der Ostsee gelegene Hafenstadt Danzig ist einer der bedeutendsten Handelsstandorte Polens. Die Stadt mit rund 490.000 Einwohnenden ist jedoch nicht nur für ihren Hafen, den größten Polens, bekannt. Bereits lange vor dem Herbst 1989 stellte die polnische Gewerkschaftsbewegung Solidarność die Weichen für ein demokratisches Europa. Die Aufstände der Hafenarbeitenden im Jahr 1980, aus der die Bewegung entstand, gelten als Beginn der friedlichen Revolution in Europa. Damals wurde ein Grundbaustein für den Fall des kommunistischen Systems sowie des geteilten Europas gelegt. Und auch die Leipziger Montagsdemonstrationen und die darauffolgende friedliche Revolution, hätten ohne den Mut der Menschen in Danzig wohl kaum in gleicherweise stattfinden können. Die beiden Städte, Leipzig und Danzig, verbindet daher ihr Einsatz für Freiheit, Demokratie und die Würde der Menschen.

zwei sitzende Männer in Anzügen unterhalten sich. Links Oberbürgermeister Jung, rechts der ehemalige Chef der Solidarność-Gewerkschaft. Hinter ihnen ein Flaggenständer mit der polnischen und europäischen Flagge.
Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung im Gespräch mit dem ehemaligen Streikführer, Chef der Solidarność-Gewerkschaft (1980-1990) und Staatspräsident (1990-1995) Lech Wałęsa. © Stadt Leipzig

Mit einem „Memorandum of Understanding“ wurde die Kooperationspartnerschaft 2018 im Zuge eines Delegationsbesuchs in Danzig unter der Leitung des Oberbürgermeisters Jung offiziell besiegelt. Schon im Jahr 2011 kam es im Rahmen des Leipziger Lichtfests zur Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Erinnern an die Ereignisse im Herbst 1989. Der Fokus der Kooperation liegt seither auf dem Austausch über die Erinnerungskultur und Demokratie. Beispielhaft steht hierfür die Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines „Forums für Freiheit und Bürgerrechte“ in Leipzig sowie zahlreiche Kooperationen zwischen Kultureinrichtungen und Unternehmen.  

Wie Leipzig, ist auch Danzig Teil des europäischen Städtenetzwerks EUROCITIES. In dem Netzwerk spielt Danzig unter den polnischen Städten eine herausragende Rolle, die Städte stehen hier in enger fachlicher Abstimmung.

Zudem besteht bereits seit 2003 eine (Mehrheits-)Beteiligung der Stadtwerke Leipzig an dem größten lokalen Energieversorger Danzigs.

Informationen zur Stadt Danzig

  1. Kooperationsvertrag seit 2018

  2. Einwohner: 486.000 (2022)

  3. Fläche: 265,9 Quadratkilometer

  4. Entfernung: 537,65 Kilometer

Projekte und Zusammenarbeit

Vorne im Bild zu sehen ist das Orchester von hinten. Mittig der Dirigent des Orchesters. Im dunkleren Hintergrund ein volles, von den Sitzen aufgestandenes Publikum.
Das Leipziger Orchester "Klänge der Hoffnung" in Danzigs Polnischer Baltischer Frédéric Chopin Philharmonie anlässlich der Feier zum Tag der Deutschen Einheit. © Joaquin Salvatierra

​​​​​​​2022

  • 2. bis 4. Oktober: 40-köpfiger Delegationsbesuch aus Leipzig zu Feierlichkeiten in Danzig anlässlich des Tags der Deutschen Einheit inklusive Konzert in der Polnischen Philharmonie

2019

  • Danziger Beteiligung am Clara-Schumann-Festjahr
Gelbe Helme, auf einem rostfarbenen Untergrund. Der Untergrund ist eine Decke, an denen die Helme hängen.
Hunderte gelbe Helme hängen, in Erinnerung an die streikenden Werftarbeiter 1970 und 1980, an der Decke des Europäischen Solidarność-Zentrums.

2018

  • Juli: die Leiterin des Referats Internationale Zusammenarbeit, Dr. Gabriele Goldfuß, reist zu Arbeitsgesprächen nach Danzig
  • 30. August - 2. September: Delegationsreise unter Leitung des Oberbürgermeisters Jung. Der Besuch startete mit einem Festvortrag von Kardinal Reinhard Marx im Europäischen Solidarność-Zentrum. Am 31. August wurde mit einer Blumenniederlegung dem 38. Jahrestag des Danziger Abkommens gedacht. Nach einer Führung durch das Museum des Zweiten Weltkriegs, unterzeichneten die Bürgermeister Jung und Adamowic das Memorandum of Underständung (Absichtserklärung) zwischen Leipzig und Danzig. Die Leipziger Delegation nahm am 1. September zudem an der Gedenkveranstaltung zum 79. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs auf der Westerplatte teil. Anschließend erhielt die Delegation eine Führung durch das Europäische Zentrum der Solidarność und ging in den fachlichen Austausch über das geplante Leipziger Forum für Freiheit und Bürgerrechte mit den Danziger Kolleg/-innen.
Eingangstor zur Danziger Werft. Der Name steht in großen Buchstaben auf polnisch über dem Tor. Neben dem Tor steht ein kleines Häuschen mit hellblauem Dach. Vor dem Tor steht eine Miniaturnachbildung des Drei-Kreuz-Denkmals.
Der Eingang zur geschichtsträchtigen Werft ist heute Eingang des Europäischen Solidarność-Zentrums. © Stadt Leizpig

2017

  • 21. - 23. August: Delegationsbesuch unter der Leitung des Oberbürgermeisters Jung. Im Fokus des Besuches standen die Pläne zur Entwicklung eines "Forums für Freiheit und Bürgerrechte" in Leipzig. Hierzu besuchte die Delegation das Europäische Solidarność-Zentrums und Oberbürgermeister Jung kam zu einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Adamowicz zusammen. Die Leipziger folgten zudem einer Einladung der Generalkonsulin Cornelia Pieper, die die Delegation über die Entwicklungen in Polen, die aktuellen deutsch-polnischen Beziehungen und die große Relevanz einer aktiven Beteiligung der Kommunen an diesen Prozessen briefte. 

2014

  • April: Das Polnische Institut und das Europäische Zentrum der Solidarität organisieren eine Konferenz unter dem Titel „25 Jahre freie Wahlen in Polen und friedliche Revolution in der DDR“ Oktober: Danzigs Oberbürgermeister Paweł Adamowicz nimmt mit einer Delegation am Lichtfest teil
  • August: Das Europäische Zentrum der Solidarności wird eröffnet

2011

  • September: Veranstaltung des Polnischen Instituts unter dem Titel „Keine Freiheit ohne Solidarität!“ im Rahmen des Leipziger Lichtfestes 2011
  • Oktober: Empfang des Deutschen Generalkonsulates in Danzig anlässlich des Tages der Deutschen Einheit; Mieczysław Struk, Marschall der Woiwodschaft Pommern, und Paweł Adamowicz, Oberbürgermeister der Stadt Danzig, übernehmen die Schirmherrschaft für das gemeinsame Projekt im Rahmen des Lichtfestes; zum Lichtfest hält der polnische Botschafter, Marek Prawda, die Rede zur Demokratie; gemeinsam gedenken die Menschen in Leipzig und Danzig in parallelen Veranstaltungen den Ereignissen
    des Herbst ’89; aus Leipzig reisen der Erste Bürgermeister, Andreas Müller, sowie der ehemalige Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche, Christian Führer, nach Danzig; das Lichtfest wird als offizielles Projekt im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Polens ausgezeichnet

2010

  • April: die Band „Karol Schwarz All Stars“ spielt in Leipzig-Lindenau alternative, zeitgenössische, polnische Musik auf Laptop, Gitarre und Keyboard
  • Oktober: Treffen der Partner des EU-Projektes Creative Cities in Leipzig mit Beteiligung aus Danzig

2009

  • August/September: eine Delegation unter Leitung des Ersten Bürgermeisters Andreas Müller reist nach Danzig, wo die internationale Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges stattfinden
  • Oktober: Danzigs Oberbürgermeister, Paweł Adamowicz, nimmt mit einer Delegation am Leipziger Lichtfest teil

2007

  • November: Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sozialbürgermeister Prof. Dr. Thomas Fabian reisen zur Jahreshauptversammlung des Städtenetzwerkes Eurocities nach Danzig

2005

  • August: Fortsetzung des Projektes „kafka“ mit Praktikanten aus Danzig in Leipzig und umgekehrt; das Projekt lief bis 2008

2004

  • Januar: die GPEC Sp. z o. o. wird Tochterunternehmen der Stadtwerke Leipzig GmbH
  • Mai: Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee reist in seiner Funktion als Eurocities-Präsident nach Danzig um als Gast der Union der polnischen Metropolen (Polish Metropolises in the European Union) an der ersten großen gemeinsamen internationalen Konferenz nach der praktisch vollzogenen EU-Erweiterung teilzunehmen
  • August: im Rahmen des Projektes „kafka – Kommunaler Austausch für Fortbildung und Kooperation junger Akademiker“ absolvieren 14 Studierende aus Danzig ein Praktikum bei der Stadtverwaltung, in kommunalen Unternehmen und Kultureinrichtungen

2003

  • Dezember: eine Delegation unter Leitung des Bürgermeisters für Umwelt, Ordnung und Wohnen, Holger Tschense, reist nach Danzig um Danzig bei der zukünftigen Entwicklung der Abfallentsorgung zu unterstützen.

  • Jugendbegegnungsformate, wie die Bestrebungen eines Austausch der Leipziger und Danziger Jugendparlamente
  • Gastspiele verschiedener Leipziger Ensembles und Künstler/-innen und umgekehrt
  • weitere erinnerungspolitische und demokratiegeschichtliche Austauschprojekte

Wussten Sie schon?

Neben der Kooperation mit Danzig, verbindet Leipzig eine Städtepartnerschaft mit Polen. Seit 1973 ist Leipzig mit der polnischen Metropole Krakau verpartnert.

Die Website der Städtepartnerschaft finden sie hier: Partnerstadt Krakau

Kontakt Polnisches Institut Filiale Leipzig

Polnisches Institut Berlin, Filiale Leipzig
Markt 10
04109 Leipzig

Internet: www.leipzig.polnischekultur.de

Kontakt Stadt Leipzig

Referat Internationale Zusammenarbeit

Adresse
Neues Rathaus
Martin-Luther-Ring 4-6
04109 Leipzig
Telefon
0341 123-2066
Fax
0341 123-2055
E-Mail
international@leipzig.de
Webseite

Frau Dr. Gabriele Goldfuß

Referatsleiterin
Telefon
0341 123-2032

Herr Tobias David

Referent
Telefon
0341 123-2033

Stadt Leipzig, Referat Internationale Zusammenarbeit
04092 Leipzig

Straßenbahn:
2, 8, 9 (Karl-Tauchnitz-Str./ Neues Rathaus)
10, 11 (Wilhelm-Leuschner-Platz)
Bus:
89 (Karl-Tauchnitz-Str./ Neues Rathaus)
S-Bahn:
S1, S2, S3, S4, S5, S5X (Wilhelm-Leuschner-Platz)
 

  • Gebäude für Rollstuhlfahrer voll zugänglich
  • Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich
  • Toilette für Rollstuhlfahrer nutzbar
  • Spezielle und persönliche Hilfeleistungen für Menschen mit Behinderung
  • Markierte Behindertenparkplätze vorhanden