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Hanns-Eisler-Stipendiatin 2027: Yehong Gao

Portrait von Yehong Gao
© privat

Die in China geborene Komponistin Yehong Gao erhält das 9. Internationale Hanns-Eisler-Stipendium der Stadt Leipzig. Die Auszeichnung wurde ihr am 7. Oktober im Konzert der Gewandhaus-Reihe musica nova offiziell übermittelt. 

Die Jury aus Stefan Conradi (Edition Peters), Prof. Stefan Fricke (Hessischer Rundfunk), Annette Schlünz (Komponistin) und Prof. Ipke Starke (HMT Leipzig) unter Vorsitz des Komponisten und Pianisten Steffen Schleiermacher wählte Yehong Gao aus 67 gültigen internationalen Bewerbungen aus. Sie überzeugte die Jury als interessante Komponistin, die trotz ihres jungen Alters schon einen ausgeprägten eigenen Kompositionsstil entwickelt hat.

Das Internationale Hanns-Eisler-Stipendium bildet den Kern eines europaweit einzigartigen Composer-in Residence-Programms: Die Stipendiatin erhält 6.000 Euro für den Lebensunterhalt und kann ab Mai 2027 fünf Monate kostenfrei in der Geburtswohnung von Hanns Eisler in der Hofmeisterstraße 14 in Leipzig wohnen und sich ihrem mit der Bewerbung skizzierten Arbeitsprojekt widmen. Das fertige Werk wird von Steffen Schleiermacher und seinem Ensemble Avantgarde in der ersten musica nova der Saison 2027/28 am 6. Oktober 2027 zur Uraufführung gebracht.

Hanns Eisler als kluges, freundliches musikalisches Genie

Hanns Eisler, am 6. Juli 1898 in Leipzig geboren, in Berlin am 6. September 1962 gestorben, war Schüler eines der bedeutendsten Wegbereiter der zeitgenössischen Musik, Arnold Schönberg, und enger Arbeitspartner von Bertolt Brecht. Seine Kompositionen umfassen Chor- und Orchesterwerke, Ensemblemusik, Lieder, Songs, Bühnen- und Filmmusik sowie die Nationalhymne der DDR. Der Schriftsteller Stephan Hermlin beschrieb Hanns Eisler so: "Unter den sehr klugen Leuten, denen ich im Laufe meines Lebens begegnete, war Hanns Eisler wahrscheinlich der klügste. Diese Intelligenz hatte für den Gesprächspartner nichts Einschüchterndes, Niederdrückendes: sie ermutigte vielmehr, sie war fordernd und fördernd. Jeder versuchte ihm gegenüber das Beste zu geben. Eislers enorme philosophische und literarische Bildung korrespondierte mit seiner musikalischen Genialität, seiner hochtrainierten kompositorischen Technik. Ich bewunderte seinen Fleiß, seine stete Bereitschaft, künstlerische Aufträge auszuführen, mit Sängern zu proben, seine – wenigen – Schüler zu unterweisen. Dies alles geschah lebhaft, höflich, zuvorkommend. Freundschaftlich, nie verletzend war selbst sein Spott."

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