- Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein wärmeliebender graubrauner Nachtfalter.
- Er kommt nur an Eichen vor, wo er im Sommer seine Eier ablegt.
- Im Frühjahr schlüpfen aus den Eiern Raupen, die stark reizende Brennhaare entwickeln.
- Die Raupen fressen ab der Dämmerung an Eichenblättern und sammeln sich tagsüber in Nestern.
- In den Nestern findet zudem die Verpuppung statt, wo ab Ende Juni die fertigen Falter schlüpfen.
- Schon in der Vergangenheit kam es in Deutschland zu Massenvermehrungen des Eichenprozessionsspinners. Diese sind mit der Zeit wieder natürlich zusammengebrochen.
Eichenprozessionsspinner in Leipzig
Seit einigen Jahren breiten sich zunehmend Eichenprozessionsspinner in Leipziger Parks und Grünanlagen aus. Dabei handelt es sich um unauffällige Nachtfalter, die als Raupe mit ihren langen Brennhaaren vor allem im Zeitraum Mai und Juni zu gesundheitlichen Risiken führen können.
Nicht jede haarige Raupe ist ein Eichenprozessionsspinner
Es gibt zahllose Schmetterlinge, deren Raupen stark behaart sind oder die Gespinste (Nester) bilden. Generell ist es ratsam keine haarigen Raupen anzufassen. Auch Schwammspinner und Goldafter kommen hier vor und können zu leichten bis starken allergischen Reaktionen führen. Die häufig auftretenden Gespinstmotten sind hingegen für Menschen völlig ungefährlich. Eichenprozessionsspinner kommen nur auf Eichen vor und sind in der Gruppe unterwegs. Dabei laufen sie oft in einer Reihe hintereinander, wie in einer Prozession.
Was ist ein Eichenprozessionsspinner?
Welche Gefahren bestehen?
Ab etwa Mitte Mai entwickeln die Raupen feine Brennhaare mit einem Nesselgift. Die Brennhaare brechen leicht ab und werden vom Wind verbreitet.
Mögliche Beschwerden bei einer Berührung mit den Brennhaaren sind:
- Hautausschlag und Juckreiz
- Augenreizungen
- Reizungen der Atemwege
- selten: Fieber, Schwindel oder Atemnot
Was tun nach einem Kontakt mit den Brennhaaren?
- bei Hautausschlag und Juckreiz helfen Antihistaminika und Salben (Arzt oder Apotheke befragen)
- Kaltes Wasser oder Kühlpads lindern außerdem den Juckreiz.
- Nicht kratzen - es verschlimmert die Beschwerden.
- Augenreizungen bitte ärztlich abklären.
- Augen mit klarem Wasser spülen
- Kleidung schnell wechseln und bei mindestens 60 °C waschen
- Brennhaare nicht über Kleidung oder Sonstiges in der Wohnung verbreiten
- Duschen und Haare gründlich waschen
- Bei Atemnot und anderen lebensbedrohlichen Beschwerden kontaktieren Sie umgehend den Notruf 112.
So vermeiden Sie den Kontakt
- Bleiben Sie auf den Wegen
- Meiden Sie mit Eichenprozessionsspinner-Befall gekennzeichnete Bereiche, besonders bei trockenem und windigem Wetter
- Zu Raupen und Nestern einen großen Abstand halten und niemals berühren!
- Auch am Boden unter den Bäumen können Brennhaare liegen
- Keine Garten- oder Pflegearbeiten an befallenen Eichen durchführen
- Bekämpfung nur durch Fachfirmen durchführen lassen
Situation in Leipzig und Maßnahmen
Der Eichenprozessionsspinner wird sich voraussichtlich weiter ausbreiten, bis sich genügend Fressfeinde aufgebaut haben und die Population somit langfristig wieder zurückgeht.
- Die Stadt Leipzig kennzeichnet befallene Bäume in stark frequentierten Bereichen im öffentlichen Raum.
- Eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erfolgt vor allem an stark genutzten Orten wie Spielplätze, Schulen oder Kitas.
- Im Wald erfolgen keine Maßnahmen und Kennzeichnungen nur punktuell.
- Bekämpfungsmaßnahmen sind mechanisches Absaugen oder Verkleben der Nester und Haare mit einem natürlichen Bindemittel.
- Zusätzlich wird 2026 in einigen Parks der Einsatz von Nematoden erstmals getestet. Diese winzigen Fadenwürmer sind für Mensch und Tiere ungefährlich. Sie befallen gezielt die Raupen und gelten als natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners.
- Auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer zuständig, welche Maßnahmen wie Absaugen oder Verkleben beauftragen können.
Befall melden
Einen Befall im öffentlichen Raum, der zu Beeinträchtigungen führt und Maßnahmen erfordert, können Sie hier per E-Mail melden. Bitte geben Sie den Standort möglichst genau an und fügen Sie Fotos bei.
Die Raupen sind von Mai bis Ende Juni aktiv. Ab Juli geht die Beeinträchtigung durch deren Brennhaare wieder stark zurück.