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Was ist geplant?

Im Nordwesten Leipzigs endet die Straßenbahnlinie 10 heute an der Haltestelle „Wahren“ am Rathaus Wahren. Einige Hundert Meter entfernt liegt der S-Bahnhof Leipzig-Wahren; bisher ohne direkte Straßenbahnanbindung. Hier setzt das Projekt „Mobilität der Zukunft in Leipzig-Wahren“ an. Mit einer Machbarkeitsstudie wurde untersucht, ob und wie die Linie 10 vom heutigen Endpunkt am Rathaus Wahren bis zum S-Bahnhof Leipzig-Wahren verlängert werden könnte.

Mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie würde ein neuer Verknüpfungspunkt zwischen Straßenbahn, Bus, Flexa und S-Bahn entstehen, der den Stadtteil Wahren und die Gewerbegebiete im Leipziger Nordraum deutlich besser an den öffentlichen Nahverkehr anbindet. Gleichzeitig könnte die bestehende Gleisschleife am Pater-Aurelius-Platz entfallen. Dadurch ergäben sich neue Möglichkeiten, den Bereich rund um das Rathaus Wahren städtebaulich aufzuwerten und attraktiver zu gestalten.

Damit dies funktionieren und auch für den Kraftfahrzeugverkehr eine leistungsfähige Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann, braucht es eine Entflechtung der Verkehrsarten.  Daher wurde untersucht, ob eine neue Straßenverbindung  zwischen Gustav-Esche-Straße und Travniker Straße sinnvoll und geeignet ist.

Das Gesamtprojekt besteht also einerseits aus dem Teilprojekt zum öffentlichen Nahverkehr, mit dem Ziel, den Anschluss des S-Bahnhofs Leipzig-Wahren an das Straßenbahnnetz zu schaffen. Andererseits soll mit dem Teilprojekt zum Kraftfahrzeugverkehr die dafür notwendige Optimierung des Straßenraums geschaffen werden. 

Welche Bedeutung hat das Projekt für Leipzig?

Leipzig wächst und damit auch die Anforderungen an einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Mit der Verabschiedung der Mobilitätsstrategie 2030 wurden die Rahmenbedingungen für die verkehrspolitische Entwicklung Leipzigs geschaffen. Kern der Strategie ist die gleichberechtigte Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes, also des öffentlichen Nahverkehrs, sowie des Rad- und Fußverkehrs. 

Auf dieser Grundlage hat der Stadtrat im Oktober 2020 mit der Vorlage VII-DS-00547-NF-01-DS-01 den sofortigen Planungsbeginn für drei vorrangige Netzerweiterungen mit höchster Priorität beschlossen:

Die Netzerweiterung in Wahren erfüllt dabei eine Doppelfunktion: Sie schafft eine Verknüpfung zwischen Straßenbahn und S-Bahn und bindet den zukünftigen Betriebshof für die Straßenbahnen an. Mit dem vorgesehenen Ausbau des Straßenbahnnetzes und der damit verbundenen Ausweitung des Mobilitätsangebots steigt der Bedarf an Abstell- und Werkstattkapazitäten. Zur langfristigen Sicherung eines zuverlässigen und leistungsfähigen Straßenbahnbetriebs wird daher ein weiterer Betriebshof benötigt. Das Gelände südlich der Travniker Straße in Wahren wurde in einer umfänglichen Analyse als geeigneter Standort identifiziert.

Darüber hinaus greift das Projekt einen Prüfauftrag des Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum auf. Untersucht wird ein Lückenschluss im Straßennetz zwischen der Gustav-Esche-Straße und der Travniker Straße, um zu bewerten, ob die Realisierung der Äußeren Tangentialverbindung in diesem Bereich unter Berücksichtigung von Umweltaspekten sowie der Bau- und Betriebskosten sinnvoll ist. Die Äußere Tangentialverbindung ist eine teilweise bereits bestehende ringförmige Straßenverbindung, die den Verkehr aus der Innenstadt herausführen soll.

Das Projekt verfolgt somit einen integrierten Ansatz. Straßenbahnnetzerweiterung und mögliche Straßenverbindung werden gemeinsam untersucht, um Wechselwirkungen zwischen den Verkehrsträgern zu berücksichtigen und die Verkehrs- und Stadtentwicklung im Leipziger Nordwesten ganzheitlich zu gestalten. Als eine der „Top-14-Maßnahmen“ für den Leipziger Nordraum leistet das Vorhaben zudem einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Wirtschaftsstandorts im Nordwesten der Stadt.

Was wurde untersucht?

In Abstimmung mit den Leipziger Verkehrsbetrieben und der Stadt Leipzig wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Solche Studien sind für Projekte dieser Art üblich und erforderlich. Es wurden verschiedene Varianten und Streckenführungen für die Verlängerung der Straßenbahn untersucht und bewertet. Gleichzeitig wurden alternative Führungen des Kraftfahrzeugverkehrs untersucht. Ziel war es, die Voraussetzungen für die Verlängerung der Straßenbahn zu schaffen, das Ortsteilzentrum Wahren vom Durchgangsverkehr zu entlasten und den Bereich rund um das Rathaus Wahren städtebaulich aufzuwerten.

Mit den Studienergebnissen liegt nun eine ausgewogene und umsetzbare Lösung vor. Sie erfüllt die verkehrlichen Anforderungen und berücksichtigt zugleich die städtischen Ziele des Umweltschutzes und der Stadtentwicklung.

Varianten für die Straßenbahn

  1. Führung von der Georg-Schumann-Straße zum S-Bahnhof Leipzig-Wahren durch die Linkelstraße

  2. Führung über die in Richtung Norden verlängerte Auenseestraße

  3. eingleisige Ringvariante über die verlängerte Auenseestraße/ Travniker Straße/ Linkelstraße

Grundvarianten für den Kraftfahrzeugverkehr

  1. Variante Brücke: Bau einer neuen Straße mit Brücke über die Weißen Elster und anschließender Anbindung an die B 6 über die Auenseestraße

  2. Variante Tunnel: Bau eines Tunnels unter der Weißen Elster, der Stahmelner Straße und der Georg-Schumann-Straße mit anschließender Anbindung an die B6

  3. Mischvarianten: Kombinationen der beiden vorhergehenden Varianten

Ergebnisse der Machbarkeitsstudie

Straßenbahnführung

Im Ergebnis empfiehlt die Machbarkeitsstudie Variante zwei, eine zweigleisig befahrbare Strecke über die verlängerte Auenseestraße bis zu einer neuen Gleisschleife nahe des S-Bahnhofs Leipzig-Wahren. Diese Vorzugsvariante ermöglicht die Einbindung eines perspektivischen Straßenbahnbetriebshofs in Wahren.

Kraftfahrzeugführung

Die Machbarkeitsstudie empfiehlt den Bau einer Straßenverbindung zwischen der Georg-Schumann-Straße und der Travniker Straße. Diese Lösung unterstützt auch die bevorzugte Variante für den öffentlichen Nahverkehr.

Wie geht es weiter?

Die Machbarkeitsstudie wurde 2025 abgeschlossen. Als nächster Schritt ist die Präsentation der Inhalte und Ergebnisse im Stadtrat vorgesehen mit dem Ziel der Bestätigung der Vorzugsvarianten. Inwiefern eine tatsächliche Umsetzung des Bauprojekts erfolgen kann, hängt im Weiteren von den verfügbaren finanziellen Mitteln, den Fördermöglichkeiten sowie der Einordnung im Vergleich zu anderen prioritären städtischen Projekten ab. Dennoch werden weitere Rahmenbedingungen geklärt, damit das Projekt bei Mittelverfügbarkeit nahtlos weitergeführt werden kann. 

Fragen und Antworten zum Projekt

Das Projekt untersucht, wie die Straßenbahnlinie 10 vom heutigen Endpunkt am Rathaus Wahren bis zum S-Bahnhof Leipzig-Wahren verlängert werden könnte. Dafür wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die verschiedene Streckenführungen für die Straßenbahn bewertet und gleichzeitig geprüft hat, wie der Kraftfahrzeugverkehr im Bereich Wahren neu geordnet werden kann. 

Ziele

  • Schaffung eines direkten Umsteigepunkts zwischen Straßenbahn, Bus, Flexa und S-Bahn,
  • bessere Anbindung des Stadtteils Wahren sowie der Gewerbegebiete im Leipziger Nordraum,
  • optimierte Verkehrsführung zur Sicherstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur für den Kraftfahrzeugverkehr (insbesondere Wirtschaftsverkehr),
  • Entwicklung eines Ortsteilzentrums, das vom Durchgangsverkehr entlastet wird und durch den Entfall der im heutigen Gleisschleife städtebaulich aufgewertet werden kann,
  • Berücksichtigung eines zukünftigen Straßenbahnbetriebshofs der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Heute endet die Straßenbahnlinie 10 am Rathaus Wahren. Der S-Bahnhof Leipzig-Wahren liegt mehrere Hundert Meter entfernt. Wer zwischen Straßenbahn und S-Bahn umsteigen möchte, kann diesen Weg derzeit entweder nur zu Fuß zurücklegen oder auf bestehende Busverbindungen zurückgreifen. Eine direkte und durchgängige Verknüpfung des Straßenbahn- und S-Bahnnetzes besteht bislang nicht. 

Eine Straßenbahnverlängerung würde diesen Umstieg deutlich komfortabler machen und den Stadtteil Wahren sowie die Gewerbegebiete im Leipziger Nordraum besser an das gesamte Nahverkehrsnetz anbinden. Gleichzeitig könnte durch den Wegfall der heutigen Gleisschleife an der Haltestelle „Leipzig, Wahren“ der Pater-Aurelius-Platz umgestaltet und somit aufgewertet werden.

Nein, das steht noch nicht fest. Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass eine Verlängerung technisch möglich und verkehrlich sinnvoll wäre. Ob und wann sie tatsächlich umgesetzt wird, hängt von weiteren Planungsschritten, der Verfügbarkeit von Fördermitteln und der Finanzierung ab.

Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse zunächst dem Leipziger Stadtrat vorgestellt.

Der Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum sieht für den Leipziger Nordwesten einen Prüfauftrag im Zusammenhang mit der Äußeren Tangentialverbindung für den Kfz-Verkehr vor. Demnach ist ein möglicher Lückenschluss zwischen Gustav-Esche-Straße und Travniker Straße zu untersuchen und alle Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt und Immissionen ergebnisoffen zu bewerten.

Ziel des Projektes Mobilität der Zukunft in Leipzig-Wahren ist dabei eine auf den Prüfauftrag aufbauende optimierte und bedarfsgerechte Verkehrsführung, die auch für den Kfz-Verkehr funktioniert. Gleichzeitig sollen Busse und Straßenbahnen möglichst wenig durch den Autoverkehr behindert werden. Auch für Fuß- und Radverkehr sollen sich die Bedingungen verbessern.

Wenn Straßenbahn- und Straßenplanung gemeinsam gedacht werden, lassen sich zudem Planung und Bau besser aufeinander abstimmen und effizienter umsetzen.

Die Leipziger Verkehrsbetriebe verfügen heute über vier Betriebshöfe sowie eine Abstellanlage, in denen Straßenbahnen gewartet, abgestellt und für den Einsatz vorbereitet werden. Mit dem wachsenden ÖPNV-Angebot in der Stadt steigt auch der Bedarf an Abstellflächen und Werkstattkapazitäten für die Straßenbahnen. Ein neuer Standort als Ersatz für den verschlissenen und für die Zukunft nicht sinnvoll gemäß den heutigen Anforderungen zu entwickelnden Betriebshof in Paunsdorf ist langfristig notwendig, damit der Betrieb zuverlässig sichergestellt werden kann.

Das Gelände südlich der Travniker Straße in Wahren wurde in einer sehr umfassenden Analyse als geeigneter Standort identifiziert. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde geprüft, wie sich ein neuer perspektivischer Betriebshof bei den verschiedenen ÖPNV-Varianten auf dem Gelände anordnen und erschließen lässt. Dabei zeigte sich, dass eine Führung über die in Richtung Norden verlängerte Auenseestraße die besten Voraussetzungen bietet. Sie ermöglicht eine besonders günstige Einbindung und bietet somit die besten Voraussetzungen für die infrastrukturelle Ausgestaltung des Betriebshofs.

Das ist ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der drei Streckenführungen und einer der Gründe, warum die Variante über die (nach Norden verlängerte) Auenseestraße empfohlen wird. Der perspektivische Betriebshof ist eine Voraussetzung dafür, dass das wachsende ÖPNV-Angebot langfristig zuverlässig bereitgestellt werden kann.

Die Gleise in der Georg-Schumann-Straße zwischen „Am Viadukt" und „Linkelstraße" einschließlich der Gleisschleife Wahren sind verschlissen und müssen daher zeitnah und unabhängig von einer Straßenbahnverlängerung zum S-Bahnhof Leipzig-Wahren grundhaft erneuert werden.

Die für das Jahr 2028 vorgesehene Baumaßnahme berücksichtigt mit dem barrierefreien Ausbau der Haltestelle „Leipzig, Wahren“ und den vorgesehenen Anpassungen an der Straßenbahninfrastruktur hierbei einerseits eine verbesserte Nutzbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen und den Einsatz der neuen Fahrzeuggeneration. Zudem werden sowohl die (temporäre) Weiternutzung der vorhandenen Gleisschleife als auch die Straßenraumaufteilung im Zusammenhang mit einer perspektivischen Netzerweiterung zum S-Bahnhof Leipzig-Wahren baulich umgesetzt.

Die Machbarkeitsstudie wurde in Abstimmung mit den Leipziger Verkehrsbetrieben und der Stadt Leipzig durch die LISt Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen mbH (eine Gesellschaft des Freistaats Sachsen) beauftragt. Auftragnehmer waren die EIBS Entwurfs- und Ingenieurbüro Straßenwesen GmbH und die PTV Transport Consult GmbH. Der Erarbeitungsprozess wurde fachplanerisch intensiv durch eine Projektgruppe begleitet, die sich aus Vertretern der LISt, Ämtern der Stadtverwaltung (Amt für Umweltschutz, Amt für Stadtgrün und Gewässer, Stadtplanungsamt, Amt für Wirtschaftsförderung, Mobilitäts- und Tiefbauamt), den Leipziger Verkehrsbetrieben und den beauftragten Ingenieurbüros zusammensetzte.

Die Verlängerung der Straßenbahn bis zum S-Bahnhof Leipzig-Wahren verbessert die Erreichbarkeit der Gewerbe- und Industriestandorte im Leipziger Nordwesten deutlich. Sie schafft eine attraktive und leistungsfähige Anbindung für Beschäftigte und Unternehmen und bildet zugleich ein wichtiges Sprungbrett für die weitere verkehrliche Erschließung der wachsenden Wirtschaftsstandorte bis nach Schkeuditz und zum Flughafen. Als eine der „Top-14-Maßnahmen“ für den Leipziger Nordraum leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Entwicklung des Wirtschaftsstandorts und zu einer nachhaltigen Mobilität für Unternehmen, Beschäftigte sowie die Leipzigerinnen und Leipziger.

Die Äußere Tangentialverbindung ist eine ringförmige Straßenverbindung (teilweise bereits vorhanden), die Verkehrsströme im äußeren Stadtraum an der Innenstadt vorbeiführen soll. Ihr Ziel ist es, vor allem den Durchgangsverkehr im äußeren Stadtgebiet aufzunehmen und so die Belastung der innerstädtischen Radialstraßen zu verringern. Davon kann und soll unter anderem auch der öffentliche Personennahverkehr profitieren.

Über den weiteren Projektfortschritt wird regelmäßig auf dieser Internetseite der Stadt Leipzig informiert. Hier finden Sie aktuelle Hinweise zu geplanten Informationsveranstaltungen.