Wer in Deutschland medizinische Hilfe braucht, muss den Besuch beim Arzt, die Behandlung und die Medikamente nicht selbst bezahlen. Die Kosten übernimmt die Krankenversicherung.
Es gibt die private Krankenversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung.
Die meisten Menschen sind Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle Mitglieder, die eine Arbeit haben, zahlen einen Teil ihres Lohnes als Beitrag ein. Aus diesen Beiträgen werden die Leistungen für alle Mitglieder bezahlt, auch für Kinder.
Die meisten Geflüchteten aus der Ukraine haben seit dem 1. Juni 2022 Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Es gibt verschiedene Fälle:
1. Wenn Sie erwerbsfähig sind, aber keine Arbeit haben, können Sie beim Jobcenter Arbeitslosengeld 2 beantragen (ALG II). Mit der Bewilligung werden Sie Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. In den meisten Fällen können auch Ihre Kinder Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung werden.
Wenn Sie Arbeitslosengeld II beantragen, müssen Sie dem Jobcenter mitteilen, bei welcher Krankenkasse Sie versichert werden möchten. Sie können die Krankenkasse frei wählen. Das Jobcenter übernimmt die Anmeldung für Sie.
Wenn Sie dem Jobcenter nicht mitteilen, bei welcher Krankenkasse Sie versichert sein möchten, entscheidet das Jobcenter für Sie. Die Bearbeitung dauert dann länger.
Solange Sie Arbeitslosengeld II bekommen, bezahlt das Jobcenter Ihren Beitrag zur Krankenversicherung direkt an die Krankenkasse.
2. Wenn Sie nicht erwerbsfähig sind (zum Beispiel ab dem 65. Lebensjahr), können Sie beim Sozialamt Sozialhilfe beantragen. Mit der Bewilligung bekommen Sie Leistungen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie können dem Sozialamt mitteilen, über welche Krankenkasse Sie die Leistungen erhalten möchten. Das Sozialamt übernimmt die Anmeldung für Sie.
3. Studierende können Bundesausbildungsförderung (BAFöG) beantragen. Diese Förderung beinhaltet auch den Beitrag zur Krankenversicherung. Sie müssen sich selbst eine Krankenkasse suchen.
4. Selbstständige, die keine finanzielle Unterstützung brauchen, können auch Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung werden. Oder sie entscheiden sich für eine private Krankenversicherung.