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Tisztelet és Szabadság Párt

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Tisztelet és Szabadság Párt
Péter Magyar
Partei­vorsitzender Péter Magyar[1]
Stellvertretende Vorsitzende Márk Radnai
Zoltán Tarr[1]
Ágnes Forsthoffer
Gründung April 2021[2]
Gründungsort Eger
Hauptsitz Dobó István utca 16, 3300 Eger
Ausrichtung Nationalkonservatismus
Zentrismus
Anti-Korruption
Nationalliberalismus
Pro-Europäismus
Farbe(n) Rot, Weiß, Grün
Sitze Parlament
141 / 199 (70,9 %)
(2026)
Sitze EU-Parlament
7 / 21 (33,3 %)
(2024[3])
EP-Fraktion Europäische Volkspartei (EVP)
Website magyartisza.hu

Tisztelet és Szabadság Párt (kurz TISZA, deutsch Respekt- und Freiheitspartei und Theiß-Partei[4][5]) ist eine seit April 2021[2] bestehende Mitte-rechts-Partei in Ungarn. Bei der Europawahl 2024 gewann sie aus dem Stand fast 30 % der Wählerstimmen. In den Folgejahren wurde sie unter Péter Magyar zur bestimmenden oppositionellen Kraft gegen die autoritär regierende Partei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán. Bei der ungarischen Parlamentswahl am 12. April 2026 errang TISZA eine Zweidrittelmehrheit der Mandate und löste damit Fidesz nach 16 Jahren als stärkste Partei des Landes ab.

Die Partei wurde offiziell rechtlich im April 2021 von den Geschäftsleuten Attila Szabó und Boldizsár Deák, Besitzer des lokalen Radiosenders Rádió Eger, in Eger gegründet. Nach eigenen Angaben sieht sie sich als eine Mitte-Rechts-Partei.[6] Weiterhin gab es laut offiziellen Angaben die stellvertretende Vorsitzende Erzsébet Somodi, die 2014 auf der Liste der sozialdemokratischen Partei im VI. Bezirk in Budapest kandidierte.

Die Partei plante, bei der Parlamentswahl 2022 anzutreten, und wurde am 13. Februar 2022 für die Wahl registriert.[7] Es sollten ursprünglich in allen 106 Wahlbezirken Kandidaten nominiert werden, jedoch wurde dann kein einziger aufgestellt und somit trat die Partei bei den Parlamentswahlen gar nicht an.

Europawahl 2024

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Im März 2024 gab Péter Magyar bekannt, dass er bei den Wahlen zum Europäischen Parlament 2024 in Ungarn kandidieren wolle; aufgrund der Wahlfristen und Registrierungsverfahren konnte er jedoch keine eigene Partei gründen.[8][9] Vor der Bekanntgabe, welcher Partei Magyar beitreten würde, gingen Meinungsforschungsinstitute wie das regierungsnahe Nézőpont-Institut davon aus, dass eine von Magyar angeführte Liste mehrere Sitze und 13 % der Stimmen gewinnen könnte.[10] Im April wurde bekannt gegeben, dass Magyar sich Tisza anschließen würde. Er wurde zum Vizepräsidenten der Partei sowie zum Spitzenkandidaten auf der Liste von Tisza für das Europäische Parlament gewählt.[11] Er stellte den Antrag, diese für die Europawahl 2024 und die Kommunalwahlen zu registrieren.[12] Danach trat der Parteimitbegründer Boldizsár Deák im April 2024 aus der Partei aus.

Bei der Wahl zum EU-Parlament am 9. Juni 2024 erhielt die Partei unter der Führung von Péter Magyar 29,60 Prozent der Wählerstimmen und somit 7 Sitze.[3] Nach der Wahl plante Péter Magyar, dass sich die Partei der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) anschließen sollte,[13] und sie wurde am 18. Juni 2024 in diese Fraktion aufgenommen.[14] Die kleinere ungarische Regierungspartei KDNP trat daraufhin aus der Europäischen Volkspartei (EVP) aus. Magyar nahm seinen Sitz zunächst nicht ein, was er auch während des Wahlkampfs erklärte. Er beschloss, darüber auf der Website der Partei abstimmen zu lassen: Über 75 % stimmten dafür, dass er seinen Sitz einnehmen sollte, und so wurde er einer der sieben Europaabgeordneten von Tisza.[15]

Im Juli 2024 teilte Péter Magyar mit, dass er zum Vorsitzenden der Partei und Márk Radnai sowie Zoltán Tarr zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden seien.[1] Der ehemalige Vorsitzende Attila Szabó wurde zum ehrenamtlichen Gründungspräsidenten ernannt.[1] Im Oktober 2024 überholte Tisza als erste Partei Ungarns seit 18 Jahren die Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán knapp in zwei Wahlumfragen.[16]

Tisza-MdEP (außer Magyar)

Im September 2025 wurde die App „Tisza Világ“ mit dem Ziel der Gemeinschaftsbildung eingeführt. Kaum einen Monat später berichteten Medien, dass die App gehackt wurde und die persönlichen Daten der Nutzer, die Anhänger der Partei sind, gestohlen worden seien. Laut einer Mitteilung der Tisza-Partei seien die Nutzerdaten rechtmäßig verarbeitet worden und das System sei im Rahmen einer koordinierten Geheimdienstoperation angegriffen worden. Den Medienberichten zufolge wurden die persönlichen Daten von 200.000 Unterstützern (Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Adressen) gestohlen und veröffentlicht. Nach dem Vorfall wurden Ermittlungen aufgenommen.[17][18][19][20][21][22][23]

Parlamentswahl 2026

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Im Januar 2025 forderte Magyar als Oppositionsführer vorgezogene Neuwahlen.[24] Tisza konnte in den folgenden Monaten ihre Führung in den Umfragen weiter ausbauen und überholte Fidesz.[25][26][27][28][29] Am 12. April 2026 gewann TISZA die Parlamentswahl deutlich mit 52,4 % und löste damit Fidesz nach 16 Jahren als stärkste Partei ab. Sie errang aufgrund des von Orban und der Fidesz geänderten ungarischen Wahlrechts zwei Drittel der Abgeordnetenmandate und damit eine Mehrheit, die ihr Verfassungsänderungen ermöglicht.

Tisza steht in Rivalität zur ehemals regierenden rechtsautoritären Fidesz-Partei unter Viktor Orbán und lehnt dessen Konzept der „illiberalen Demokratie“ ab. Man sieht sich vor allem als Graswurzelorganisation der politischen Mitte und war an zahlreichen Anti-Korruptions-Demonstrationen gegen die Orbán-Regierung beteiligt. Deshalb unternimmt die Tisza-Regierung den Schritt, den Orbán-Staat zu demontieren und versucht gleichzeitig, dessen in Ungarn entstandene illiberale Demokratie an ein Ende zu bringen. Das zeigt sich beispielsweise am Versuch, den Staat von Orbán-Loyalisten zu säubern. Als Beispiel kann die erfolgte Absetzung des Orbán-nahen Präsidenten Tamás Sulyok am 20. Juli 2026 genannt werden.[30] Innenpolitisch wird die Kontrolle der Medien durch die Regierung aufgehoben. Die Regierung versucht ebenfalls die demokratischen Defizite abzubauen. Dies zeigt sich vor allem durch die Aufhebung des Ausnahmezustandes durch die neue Tisza-Regierung am 14. Mai 2026, der 2020 vom Orbán-Kabinett im Zuge der Coronapandemie verabschiedet wurde und der Regierung Sondervollmachten gegeben hatte.[31] Die Tisza unterstützt eine restriktive Migrationspolitik und hält die Maßnahmen, die unter der Orbán-Regierung angewandt wurden, größtenteils bei.[32] Außenpolitisch ist jedoch zu beobachten, dass die Tisza sich wieder der EU und NATO zuwendet, die pro-russische Haltung sowohl aufgibt als auch die Blockade der Ukrainehilfen unter Orbán beendet.[33]

Tisza ist nicht nur das Akronym des Parteinamens, sondern auch der ungarische Name des Flusses Theiß sowie des ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten István Tisza (Anfang 20. Jh.).

Parteivorsitzende

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  • 23. Oktober 2020 bis 22. Juli 2024: Attila Szabó
  • seit 22. Juli 2024: Péter Magyar
Jahr Wahl Stimmen % Sitze
2024 Europawahl 2024 1.352.699 29,6 %
7 / 21 (33,3 %)
2026 Parlamentswahl 2026[34] Listen 3.385.890 53,2 %
141 / 199 (70,9 %)
Wahlkreise 3.333.415 55,3 %
Commons: Tisztelet és Szabadság Párt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Magyar Péter lett a Tisza Párt elnöke. In: Magyar Narancs. 22. Juli 2024 (ungarisch).
  2. 1 2 Richárd Keller: Párttal a Parlamentbe vágynak, mind a 106 körzetben lesz jelöltjük. In: Egri Ügyek. 18. April 2021, abgerufen am 29. April 2024 (ungarisch).
  3. 1 2 Európai parlamenti képviselők választása. A Nemzeti Választási Iroda, 18. Juni 2024, abgerufen am 18. Juni 2024 (ungarisch, englisch).
  4. ↑ Schicksalswahl mit Folgen für ganz Europa: Orbán gegen Magyar. In: euronews. (euronews.com [abgerufen am 25. Mai 2026]).
  5. ↑ Daily News Hungary: PM Orbán startet Petition gegen Theiß-Abgeordnete, nennt sie nationale Widerstandsbewegung - DailyNewsHungary. 2. Mai 2025, abgerufen am 25. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  6. ↑ Péter Alvarez: Mi az a TISZA párt? Minden, amit eddig nem tudtunk Magyar Péter új szervezetéről. In: index.hu. 10. April 2024, abgerufen am 29. April 2024 (ungarisch).
  7. ↑ Tisztelet és Szabadság Párt. In: vtr.valasztas.hu. Nemzeti Választási Iroda, 16. April 2022, abgerufen am 29. April 2024 (ungarisch).
  8. ↑ Ezért jó terep az EP-választás Magyar Péternek. 8. April 2024, abgerufen am 11. Januar 2026 (ungarisch).
  9. ↑ Ezt kell tennie Magyar Péternek, ha el akar indulni a júniusi választásokon. 20. März 2024, abgerufen am 11. Januar 2026 (ungarisch).
  10. ↑ Már a kormányközeli Nézőpont Intézet is 13 százalékra méri Magyar Péter leendő pártját. 5. April 2024, abgerufen am 11. Januar 2026 (ungarisch).
  11. ↑ Péter Magyar announces his party. 11. April 2024, abgerufen am 11. Januar 2026 (ungarisch).
  12. ↑ TISZA – Tisztelet és Szabadság Párt. In: vtr.valasztas.hu. Nemzeti Választási Iroda, 29. April 2022, abgerufen am 29. April 2024 (ungarisch).
  13. ↑ Weber will Tisza in EVP aufnehmen. In: DiePresse.com. 14. Juni 2024, abgerufen am 18. Juni 2024 (ungarisch).
  14. ↑ Az Európai Néppárt EP-frakciója felvette soraiba a Tisza Pártot. In: hirado.hu. 18. Juni 2024, abgerufen am 13. Juli 2024 (ungarisch).
  15. ↑ Magyar Péter felveszi az európai parlamenti mandátumát. 18. Juni 2024, abgerufen am 11. Januar 2026 (ungarisch).
  16. ↑ Meret Baumann: Der politische Newcomer Peter Magyar treibt Ungarns Regierung vor sich her – für Viktor Orban wird es ungemütlich. In: Neue Zürcher Zeitung, 25. Oktober 2024, abgerufen am 4. Januar 2025.
  17. ↑ caroline.ferstl: 200.000 oppositionelle Unterstützer „enttarnt“: Ein Datenleck beschäftigt Ungarns Wahlkampf. 7. November 2025, abgerufen am 4. Januar 2026.
  18. ↑ ORF at/Agenturen red: Magyar zu Datenleck bei ungarischer Opposition: Cyberattacke. 3. November 2025, abgerufen am 4. Januar 2026.
  19. ↑ Attila Leitner: Orbán orders investigation into Tisza Party data leak scandal. In: The Budapest Times. 5. November 2025, abgerufen am 4. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  20. ↑ Feltörhették a Tisza Párt applikációját, több ezer felhasználó személyes adata szivároghatott ki: a párt mindent tagad. Abgerufen am 4. Januar 2026 (ungarisch).
  21. ↑ Egy neten terjedő adatbázis szerint feltörték a Tisza applikációját, a párt tagadja, hogy adatszivárgás történt. 6. Oktober 2025, abgerufen am 4. Januar 2026 (ungarisch).
  22. ↑ Elkészült Magyar Péterék applikációja, a Tisza Világ, amelyben a mémgyártásért is pontot lehet kapni. 9. September 2025, abgerufen am 4. Januar 2026 (ungarisch).
  23. ↑ Tiszás adatszivárgás: hivatalból indított nyomozást a rendőrség. 11. November 2025, abgerufen am 4. Januar 2026 (ungarisch).
  24. ↑ „Ärmstes, korruptestes Land“: Oppositionsführer rechnet in Neujahrs-Video mit Orbán ab. Focus Online, abgerufen am 4. Januar 2025.
  25. ↑ Politico Poll of Polls — Hungarian polls, trends and election news for Hungary. 15. Februar 2022, abgerufen am 17. Februar 2026 (britisches Englisch).
  26. ↑ Anna Tillack: Wie Magyars Anhänger in Ungarn schikaniert werden. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  27. ↑ Árkokból generációs szakadék: 30 év alatt 63-15 a Tisza előnye, 65 év felett viszont 49-21 a Fidesznek. 1. Dezember 2025, abgerufen am 2. Januar 2026 (ungarisch).
  28. ↑ 21 Kutatóközpont: Tovább nőtt a Tisza Párt előnye, a 65 év felettiek között még mindig tarol a Fidesz. 30. Juni 2025, abgerufen am 2. Januar 2026 (ungarisch).
  29. ↑ Publicus: Egyre többen biztosak abban, kire szavaznak, az összkép mégis érdekes. Abgerufen am 2. Januar 2026 (ungarisch).
  30. ↑ Ferenc Horvath: Ungarns Präsident Tamás Sulyok stimmt eigener Absetzung nun doch zu. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  31. ↑ Horváth Ferenc: Nach vier Jahren: Magyar erklärt Notstand für beendet. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  32. ↑ Magyar geht auf Konfrontationskurs zu EU-Migrationspolitik – und kritisiert „Brandmauern“. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  33. ↑ Ungarn will wieder ein konstruktiver Partner werden. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  34. ↑ Országgyűlési képviselők választása. Nemzeti Választási Iroda, abgerufen am 18. April 2026 (ungarisch).