Eine Rakete, die senkrecht hochfliegt, oben ein 360°-Bild macht, sich im Fall mit ausgeklappten Flossen stabilisiert und am Startpunkt wieder weich aufsetzt — autonom, per GPS.
SpaceX-inspirierte EDF-Hop-Rakete als Quadrocopter: vier elektrische Impeller („ducted fans") oben im Quadrat, auf einem 2-Achsen-Gimbal für Schubvektorsteuerung, dazu vier Faltflossen und vier Landebeine mit Kniehebel-Verriegelung. Flugsteuerung mit Pixhawk/ArduCopter, Punktlandung über GNSS + AprilTag.
Status: Konstruktions- und Planungsstand — noch nicht geflogen. Alles hier ist gerechnet, konstruiert und als CAD gebaut; die Zahlen stammen aus Simulation und gemessenen CAD-Massen, nicht aus Flugversuchen. Der erste Schritt vor dem Bau ist eine Schubmessung am Prüfstand (siehe unten).
Namensherkunft: SpaceX' „Grasshopper" war genau dieser Versuchsträger (Vertical Takeoff, Vertical Landing). Der Name ist die Verbeugung, nicht die Kopie.
| Abflugmasse | 3,27 kg (gemessene CAD-Massen) |
| Antrieb | 4× Freewing 64 mm 12B 6S (E7208), je 1640 g Schub bei 40 A |
| Gesamtschub | 6,10 kg (inkl. 7 % Einbauverlust) → T/W 1,87 |
| Abmessungen | Ø 90 mm, 1,30 m Rumpf (2,0 m über alles mit Mast und ausgeklappten Beinen) |
| Spitzenstrom | 160 A (3× pro Flug, je 1–3 s) |
| Mission | 75,8 s Motorlaufzeit, Gipfel 85 m, 30,0 Wh von 81,9 Wh nutzbar |
| Landung | mit 70 % Restkapazität, Ziel < 1 m (RTK + AprilTag ± 10 cm) |
| Rückfall | Flossen aus: 1,94 Kaliber statische Reserve → kein Taumeln |
| Stand | Standkreis Ø 530 mm, Kippwinkel 15,1° |
Start → 85 m in 32 s (2,5 m/s)
→ Foto: Position halten, Kameramast 250 mm ausfahren, 360°/Video
→ LEERLAUF: Motoren auf 8 %, Flossen aus (bei v=0), Fall bis −18 m/s
→ RESTART-BURN: Vollgas aus dem Leerlauf, fängt den Fall in 17 m ab
→ Sinkflug −10 m/s bis 25 m
→ LANDING BURN in 20 m: Vollgas, bricht −10 m/s in 5,5 m ab
→ Beine aus (erst unter 3 m/s), AprilTag-Ziel, −0,8 m/s
→ Aufsetzen mit 0,3–0,5 m/s am Startpunkt
Einstieg: docs/00_projektbuch.md
| Datei | Inhalt |
|---|---|
docs/00_projektbuch.md |
Übersicht, Kernzahlen, Flugablauf, offene Entscheidungen |
docs/01_mission_profil.md |
Flugprofil + Simulation, Rückfallphysik, Landelast |
docs/02_systemarchitektur.md |
Aufbau, Steuerungskonzept, Subsysteme, Betriebsarten |
docs/03_masse_energie_budget.md |
Massenwache, Schwerpunkt, Akku- und Reservepolitik |
docs/04_hardware_bom.md |
Stückliste mit Preisen und Shop-Links |
docs/05_verkabelung.md |
Strom- und Signalwege |
docs/06_autonomie_software.md |
ArduCopter-Parameter, Mission, Lua-Landing-Burn |
docs/07_mechanik_deployment.md |
Flossen, Beine, Federn, Lasten, Testplan |
docs/08_kamera_payload.md |
360°-Kamera, Mast, Auslösung, Auswertung |
docs/09_recht_sicherheit.md |
EU-Drohnenrecht (offene Kategorie A3), Pflichten, Testgelände |
docs/10_bauplan_stufen.md |
Bauabfolge mit 6 Testgates |
docs/11_risiken.md |
Risiken, Restrisiken, offene Entscheidungen |
docs/12_checkliste.md |
Vorflug-Checkliste |
docs/research/ |
Rohrecherche mit Quellennachweisen (Antrieb, Akku, Autonomie, Kamera, Mechanik, Recht) |
cad/params.py Geometrie-Wahrheit (alle Maße benannt, keine Magic Numbers)
cad/BRIEF.md Konstruktionsbrief (Werkstoffe, Kaufteile, build123d-Fallen)
cad/parts/*.py Einzelteile: je build(), Asserts, Sondenprüfung, STEP+STL-Export
cad/assembly.py Baugruppe über Joints (RigidJoint/RevoluteJoint/LinearJoint + connect_to)
cad/check_assembly.py Prüfskript: Radius-Scan über die exportierten STLs
cad/export/ STEP je Teil + Baugruppen (stowed/deployed) + Schnitt
cad/renders/ Renderings (f3d, headless)
sim/mission_sim.py Flugsimulation (Schub-, Leistungs-, Massenmodell) mit Prüfwerten
sim/mass_budget.py Massen- und Schwerpunktmodell mit Konsequenzrechnung
diagrams/ Verkabelungsplan, bemaßte Hauptansicht
uv venv --python 3.13 ~/.venvs/cad
uv pip install --python ~/.venvs/cad/bin/python build123d==0.11.1
# alle Einzelteile bauen (druckt Masse, prüft Asserts, exportiert STEP/STL)
for f in cad/parts/*.py; do ~/.venvs/cad/bin/python "$f"; done
# Baugruppe bauen (beide Zustände) und Innenausbau-Schnitt
~/.venvs/cad/bin/python cad/assembly.py
# Baugruppe geometrisch prüfen: Radius-Scan über die exportierten STLs
~/.venvs/cad/bin/python cad/check_assembly.py
# Flugprofil, Energieverbrauch und Massenbilanz nachrechnen
~/.venvs/cad/bin/python sim/mission_sim.py
~/.venvs/cad/bin/python sim/mass_budget.pyRenderings (optional, brew install f3d):
f3d --output=renders/gh1.png --resolution=1300,1150 --up=-Z \
--camera-position=2500,-2500,700 --camera-focal-point=0,0,570 \
--camera-view-up=0,0,-1 cad/export/GH-1_deployed.stl- Vier kleine Fans statt einem großen. Vier EDFs geben redundante Steuerung und 6,1 kg Schub; der 2-Achsen-Gimbal ersetzt die aufwendige Einzeldüsen-Schubvektorsteuerung und lässt das Fahrzeug seitlich versetzen, ohne sich zu neigen (wichtig für ein lotrechtes 360°-Bild).
- Feder + Formschluss statt Servo als Lastträger. Flossen und Beine klappen per Torsionsfeder aus (51 g Federmasse für alle 16), verriegelt wird durch Rastbolzen bzw. einen Kniehebel über dem Totpunkt. Der Servo zieht nur — das ist die direkte Lehre aus dem Referenzprojekt (siehe unten), dessen servo-getriebene Landebeine bei harten Landungen brachen.
- Akku auf Strom, nicht auf Flugzeit dimensioniert. 160 A Spitze brauchen einen Pack hoher C-Rate; der hat zwangsläufig Kapazität. Deshalb landet das Fahrzeug mit 70 % Restkapazität — Reserve ist hier kein Kompromiss, sondern Physik.
- Kein echter „Hoverslam": T/W 1,87 bricht einen Sinkflug von 10 m/s in 5,5 m ab — es sieht spektakulär aus, ist aber kontrolliert geflogen, nicht auf den Punkt gerechnet.
- Kein freier Fall aus 85 m: Die Terminalgeschwindigkeit liegt bei 27,7 m/s, EDFs brauchen 0,3–0,8 s zum Hochlaufen. Deshalb laufen die Fans im Rückfall auf 8 % Restdrehzahl.
- Keine Windunabhängigkeit: Fluggrenze etwa 6–8 m/s Wind am Boden.
Das Projekt geht auf eine Anregung zurück:
hackaday.io #174329 — SpaceX inspired EDF rocket
(Single-Copter mit einem 70-mm-EDF und Servo-Landebeinen). Dessen Landebeine brachen wiederholt —
die Analyse dieses Fehlers steht in docs/07_mechanik_deployment.md und ist der Grund für die
Feder-plus-Formschluss-Auslegung hier.
MIT — siehe LICENSE. Nachbau und Betrieb erfolgen auf eigene Gefahr. Vor dem ersten
Start: Betreiberregistrierung, Kenntnisnachweis A1/A3, Haftpflichtversicherung und Prüfung des
Fluggebiets (dipul.de) — Einzelheiten in docs/09_recht_sicherheit.md.