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Franz X. Bogner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Franz X. Bogner (* 1953 in Hirschau)[1] ist ein deutscher Biologe, Didaktiker, Hochschullehrer, Fotograf und Sachbuchautor.

Bogner studierte nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium Biologie und Chemie in Münster und Regensburg. Nach dem 1. und 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien lehrte er von 1980 bis 1996 als Studienrat und Oberstudienrat die Fächer Biologie, Chemie und Fotografie. 1987 erfolgte seine Promotion in Neurobiologie an der Universität Regensburg. Ein Postdoctoral Fellowship führte ihn anschließend bis 1991 an die Cornell University in die USA. Nach seiner Habilitation 1996 an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde er 1997 C4-Professor für Biologie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Von 2004 bis 2023 hatte er den Biologie-Didaktik-Lehrstuhl an der Universität Bayreuth inne,[2] wo er Direktor des Zentrums zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts (Z-MNU) sowie Gesamtprüfungs-Vorsitzender sämtlicher Lehramts-Studiengänge war.[2][3]

Bogner war seit Anbeginn Leiter des Arbeitskreises Umweltbildung in der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ)[3][4] sowie der European Research in Didactics of Biology (ERIDOB).[3] An der Universität Bayreuth richtete er drei Kongresse aus: 2007 für die Gesellschaft für Umweltpsychologie,[5] 2009 für die Gesellschaft für Ökologie[6] sowie 2011 für die Fachdidaktik der Biologiedidaktik. Zudem hielt er Vorträge und organisierte Fach-Symposia im Rahmen großer Kongresse.

Forschungsaufenthalte verbrachte er an der University of Cambridge, dem Weizman Institute sowie an der University of Arizona, wo er darüber hinaus seit 2018 Affiliate Research Scientist ist. Seit 2020 lehrt er als Gastprofessor an der Universidad de Ciencias Pedagógicas in Havanna (UCP).[3]

Forschungsschwerpunkte

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Seine Forschungsthemen sind Lehr-Lern-Forschung (Umwelt, Ökologie, Biodiversität, Gesundheit, Computer im Unterricht, Lernen im Labor). Ein Forschungsschwerpunkt Bogners liegt im Gebiet der Umweltbildung. Seine Habilitationsarbeit wurde bereits mehr als 850 Mal zitiert und das dabei entwickelte Modell wird inzwischen in 33 Sprachen eingesetzt. Das derzeitige Environmental Literacy Modell bezieht seine wesentlichen Säulen daraus. Ein weiterer Schwerpunkt ist der MINT-Unterricht. Hier ist/war er Sprecher und Initiator von sechs großen, jeweils dreijährigen EU-Horizon2020-Projekten mit bis zu 25 Partnerinstitutionen aus Europa, den USA, Japan und Australien. Unter dem Dach der Scientific Literacy sind seine Forschungsthemen die theoretisch fundierte Einbindung von E-Learning, Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Citizen Science und/oder RRI (Responsible Research Interactions) in den innovativen MINT-Fachunterricht, jeweils in enger Kooperation mit fachwissenschaftlichen Front-Themen. Alle Forschungsthemen wurden zudem immer zeitnah über innovative Lehrerfortbildungen in den Schulalltag multipliziert. Seine Forschungsarbeiten sind inzwischen mehr als 12.000 Mal zitiert, bei einem für die Fachdidaktik unerreichten h-Index über 50.

Bogners wichtigster Beitrag zum Fachdidaktik-Forschung ist die Formulierung des 2-MEV-Modells (MEV = Major Environmental Values) (Bogner & Wilhelm, 1996; Bogner & Wiseman, 1997; 1999; 2002; Bogner et al. 2000; Wiseman & Bogner, 2003), das als erstes einfach handhabbares Messinstrument speziell für Jugendliche entwickelt wurde. Einstellungen wurden auf Präferenzen für Naturschutz (PRE) und für Natur(aus)nutzung (UTL) reduziert, wobei erstere ein ökozentrisches Denken mit einem Leben in Harmonie mit der Natur abbilden und auf konsequenten Umweltschutz setzen. Natur an sich hat darin einen eigenen, ganzheitlichen Wert, der durchaus höher als die bloße Summe der Einzelteile ausfällt; Mensch und Natur sollen gleichberechtigt sein. Naturausnutzung dagegen bildet anthropozentrisches Denken ab (z. B. Dunlap & van Liere, 1978) und spiegelt traditionelle Werte unserer Gesellschaft wider. Aus dieser Perspektive gilt Natur als schier unerschöpfliche Quelle, die von Menschen genutzt und ausgenutzt werden kann. Dieses 2-MEV-Modell hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt und wurde in 33 Sprachen übersetzt.

Es ist mehrmals unabhängig bestätigt worden (z. B. Milfont & Duckitt, 2004; Johnson & Manoli, 2008; Boeve-de Pauw &van Petegem, 2011; Borchers et al., 2013). Die weltweite Nutzung des 2-MEV-Modells mündete beispielsweise in einer US-Studie auf der Basis von 10500 Schülern, die über einen Zeitraum von acht Jahren eine hohe Stabilität der beiden Werte zeigen konnte (Bogner et al., 2015; Schneller et al., 2015).

Luftbildfotografie

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Als Luftbildfotograf veröffentlichte Bogner inzwischen 60 Luftbildbände unter der „Kultur & Natur“-Dachmarke. Bisherige Titel umfassen Themen aus Deutschland, Österreich, Griechenland, England, der USA sowie Ecuador. Markenzeichen sind dabei gut 250 emotionale Luftbilder, wobei es sein Ziel ist, den Lesern die Natur nahezubringen und sie dabei von einem konsequenten, nachhaltigen Naturschutz zu überzeugen.

  • 2023: US-NARST-Award (US-MINT-Forschungspreis) der National Association of Science Teaching[7]
  • 2024: Emeritus of Honour der Universität Bayreuth[8]

Publikationen (Auswahl)

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Wissenschaftliche Publikationen

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  • The influence of short-term outdoor ecology education on long-term variables of environmental perspective. In: The Journal of environmental education 29 (4), 1998, S. 17–29, doi:10.1080/00958969809599124
  • mit F. G. Kaiser, G. Hübner: Contrasting the Theory of Planned Behavior With the Value‐Belief‐Norm Model in Explaining Conservation Behavior. In: Journal of applied social psychology 35 (10), 2006, S. 2150–2170, doi:10.1111/j.1559-1816.2005.tb02213.x
  • mit F. G. Kaiser, B. Oerke: Behavior-based environmental attitude: Development of an instrument for adolescents. In: Journal of environmental psychology 27 (3), 2007, S. 242–251, doi:10.1016/j.jenvp.2007.06.004
  • mit A. K. Liefländer, G. Fröhlich, P. W. Schultz: Promoting connectedness with nature through environmental education. In: Environmental education research 19 (3), 2012, S. 370–384, doi:10.1080/13504622.2012.697545
  • mit N. Roczen, F. G. Kaiser, M Wilson: A competence model for environmental education. In: Environment and Behavior 46 (8), 2013, S. 972–992, doi:10.1177/0013916513492416
  • mit Jörg Bendix, Erwin Beck: Biodiversity Hotspot - Tropical Mountain Rainforest. NCI, Loja, EQ, 2016, ISBN 978-9-94214-538-3.
  • mit Erwin Beck: Biodiversity Hotspot. In: Tropical Seasonal Dry Forest. NCI, Loja, EQ, 2024, ISBN 978-3-9820261-4-5.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Datensatz zu Franz X. Bogner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, DNB 12140479X
  2. 1 2 Universität Bayreuth: Franz Bogner. Abgerufen am 29. März 2026.
  3. 1 2 3 4 Franz X. Bogner: Curriculum Vitae. In: Universität Bayreuth. Archiviert vom Original am 16. Januar 2024; abgerufen am 29. März 2026.
  4. ↑ Umweltbildung. In: GfÖ - Gesellschaft für Ökologie. Archiviert vom Original am 8. Dezember 2024; abgerufen am 29. März 2026.
  5. ↑ Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. In: Psychologische Rundschau. Band 59, Nr. 1, Januar 2008, ISSN 0033-3042, S. 57–62, doi:10.1026/0033-3042.59.1.57 (hogrefe.com [abgerufen am 29. März 2026]).
  6. ↑ 39. Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie in Bayreuth. In: idw. 14. September 2009, abgerufen am 29. März 2026.
  7. ↑ Fritz Dietl: Besondere Würdigung. Professor Franz X. Bogner erhält den bedeutendsten US-Forschungspreis der MINT-Didaktik. In: Oberpfalz Medien (Hrsg.): POTTPOURRI. Juni/Juli, 2023, S. 9 (onetz.de [PDF]).
  8. ↑ Theresa Hübner: Prof. Dr. Franz X. Bogner is Emeritus of Honour of the University of Bayreuth. In: Universität Bayreuth. 25. April 2024, abgerufen am 8. August 2024.