Bundesamt für Strassen
Erscheinungsbild
| Bundesamt für Strassen ASTRA | |
|---|---|
| Hauptsitz | Ittigen BE, Pulverstrasse 13 |
| Direktor | Jürg Röthlisberger[1] |
| Mitarbeiterzahl | 673 (November 2024)[2] |
| Aufsicht | Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK |
| Webpräsenz | astra.admin.ch |
Das Bundesamt für Strassen ASTRA (französisch Office fédéral des routes OFROU, italienisch Ufficio federale delle strade USTRA, rätoromanisch Uffizi federal da vias UVIAS, englisch Federal Roads Office FEDRO) ist eine Bundesbehörde der Schweiz.
Bezeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1849–1860 Kanzlei des Eidgenössischen Post- und Baudepartements PBD
- 1860–1888 Abteilung Bauwesen (unter dem EDI)
- 1888–1895 Oberbauinspektorat in der Abteilung Bauwesen (unter dem EDI)
- 1896–1960 Oberbauinspektorat (unter dem EDI)
- 1960–1979 Eidgenössisches Amt für Strassen- und Flussbau (unter dem EDI)
- 1979–1983 Bundesamt für Strassenbau (unter dem EDI)
- 1984[3]–1997 Bundesamt für Strassenbau (unter dem Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement EVED)
- 1998[4]– Bundesamt für Strassen (unter dem UVEK)
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 21. Juni 1960 trat das Bundesgesetz über die Nationalstrassen in Kraft. Damit fand auch die Amtsbezeichnung des Eidgenössischen Oberbauinspektorates ihr Ende, die nunmehr Eidgenössisches Amt für Strassen- und Flussbau lautete. Das Oberbauinspektorat wurde in seiner damaligen Form im Jahre 1870 gegründet. In den ersten Jahrzehnten des Bestehens wurden vor allem die grossen Flussregulierungen durchgeführt oder doch in Angriff genommen.[5] 1948 sowie von 1957 bis 1972 war Robert Ruckli Direktor und 1972 bis 1984 Jules Jakob.
Bundesamt für Strassen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gründung erfolgte 1998. Die Behörde mit Sitz in Ittigen BE ist zuständig für Strasseninfrastruktur und individuellen Strassenverkehr. Primäres Ziel des ASTRA ist die «Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Nationalstrassen- und Hauptstrassennetzes». Das Bundesamt für Strassen ist dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK unterstellt.
Im Jahr 2025 wurde ein ehemaliger ASTRA-Mitarbeiter zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt, weil er während einer Zeitspanne von fast drei Jahren Einträge von Abgaswerten manipuliert hatte. Die Strafe wurde bedingt ausgesetzt auf zwei Jahre.[6] Von 2012 bis 2015 war Katrin Schneeberger Vizedirektorin und von 2015 bis 2020 stellvertretende Direktorin des ASTRA.[7]
Dienstleistungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fahrzeughalterregister, Ausnahmebewilligungen, Homologation von Fahrzeugen
- Verkehrsregeln im innerörtlichen Verkehr
- Strassenbaulastträger
- Verkehrsmanagement und Verkehrsdaten
- «Truckinfo» Service für Schwerlastverkehr
- Schweizerische Strassenverkehrszählung
- Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)
- Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS)
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bewerbung von Strassenbauprojekten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Herbst 2024 geriet das Bundesamt für Strassen in die öffentliche Kritik, da es unter anderem für die Durchsetzung der umstrittenen Abstimmungsvorlage des Ausbaus der Schweizer Autobahnen (eidgenössische Volksabstimmung über den Ausbauschritt 2023 für die Nationalstrassen vom 24. November 2024) im grossen Umfang externe PR-Agenturen beschäftigt und diese mit Steuergeldern in Millionenhöhe bezahlt habe.[8] Allein für das Jahr 2023 seien auf diese Weise für die Bewerbung von Strassenbauprojekten 5,4 Mio. Schweizer Franken eingesetzt worden.[9][10] In Zeiten einschneidender Sparmassnahmen zur Sanierung der Bundesfinanzen sei den kommerziellen externen Firmen dabei weitgehend freie Hand bei der inhaltlichen Gestaltung der Argumentation und der – nachträglich mit dem Logo des ASTRA versehenen – Empfehlungen gegeben worden.[11] Derzeit ist nicht bekannt, inwieweit diese auch in die Abstimmungsinformationen (Abstimmungsbüchlein) zuhanden des Stimmvolks eingeflossen sind: So deckten Schweizer Medien auf, dass darin die Kosten des geplanten Autobahn-Ausbaus entgegen den Beteuerungen des zuständigen Bundesrats Albert Rösti um knapp eine Milliarde Schweizer Franken «schöngerechnet» worden seien.[12] Als brisant wurde der Vorschlag eines «Einflussversuchs» von Seiten der vom ASTRA beschäftigten externen Werbeagentur Infrakom eingeschätzt, wonach Schrebergartenbesitzer mit Hilfe eines gesponserten Grillfests von medienwirksamen Protestaktionen gegen den von ihnen abgelehnten Rheintunnel abgehalten werden sollten. Ausserdem offenbare «ein internes Konzept, dass alle Medienanfragen [an das ASTRA] durch einen ‹Philosophiecheck› der Agentur laufen sollten».[13]
Personalbestand ab 2001
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quellen:
Staatsrechnungen 2003–2006 (Statistikteil). In: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV. Abgerufen am 17. März 2026.
Ab 2007 (Einführung des Neuen Rechnungsmodells NRM): Datenportal Bundeshaushalt. In: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV. Abgerufen am 17. März 2026.
Staatsrechnungen 2003–2006 (Statistikteil). In: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV. Abgerufen am 17. März 2026.
Ab 2007 (Einführung des Neuen Rechnungsmodells NRM): Datenportal Bundeshaushalt. In: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV. Abgerufen am 17. März 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website des Bundesamts für Strassen ASTRA
- Truckinfo Service für Schwerlastverkehr des ASTRA
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Direktor. ASTRA, abgerufen am 7. Oktober 2020.
- ↑ Organigramm ASTRA (PDF; 2 MB).
- ↑ Die Angaben bis und mit 1984 entstammen der Behördenkartei. In: Schweizerisches Bundesarchiv. Abgerufen am 9. September 2026.
- ↑ Änderung per 1.1.1998: Die Hauptabteilung Strassenverkehr wird vom EJPD ins UVEK transferiert. Umbenennung des Bundesamtes für Strassenbau in Bundesamt für Strasse. Schlussbericht Regierungs- und Verwaltungsreform, Beilage D.
- ↑ Aus dem Eidg. Oberbauinspektorat wird das Eidg. Amt für Straßen- und Flußbau. In: Freiburger Nachrichten. 21. Juni 1960 (online [abgerufen am 21. März 2026]).
- ↑ Bestechung. Alle drei Beschuldigten im Astra-Korruptionsprozess verurteilt. In: SRF News. 11. September 2025, abgerufen am 11. September 2025.
- ↑ Katrin Schneeberger. In: Archiv für Agrargeschichte. Abgerufen am 21. März 2026.
- ↑ Autobahnausbau: Wie PR-Agenturen die Kommunikation des Bundes prägen. In: Watson.ch. Abgerufen am 10. November 2024.
- ↑ Catherine Duttweiler: Abstimmung über Autobahnausbau. Röstis Leute vergaben Millionen-Aufträge an externe PR-Agenturen. In: SonntagsBlick. 10. November 2024, abgerufen am 1. März 2026.
- ↑ Bundesverwaltung: Uvek vergibt Millionen-Aufträge an PR-Agenturen. In: persoenlich.com. 10. November 2024, abgerufen am 10. November 2024.
- ↑ Bundesfinanzen. Bundesrat will rund vier Milliarden Franken einsparen. In: SRF News. 20. September 2024, abgerufen am 10. November 2024.
- ↑ David Vonplon: Autobahnausbau: Wie teuer werden die Projekte wirklich? In: Neue Zürcher Zeitung. 7. November 2024, abgerufen am 11. November 2024.
- ↑ Für Röstis Autobahnausbau: Millionen-Aufträge an PR-Agenturen vergeben. In: Tages-Anzeiger. 10. November 2024, abgerufen am 10. November 2024.
Koordinaten: 46° 58′ 35,6″ N, 7° 28′ 19,2″ O; CH1903: 602539 / 202832