2017 belief sich die durchschnittliche Selbstmordrate in Deutschland auf Suizide je 100.000 Einwohner. Im europäischen Vergleich belegt die Bundesrepublik damit einen Platz im Mittelfeld. Traurige Spitzenreiter waren Litauen und Slowenien mit Raten von 25,82 bzw. Suizide je 100.000 Einwohner. In Deutschland zeigt der Langzeittrend zwar eine deutliche Abwärtsbewegung - so hat sich die Summe der Suizide seit Beginn der Achtzigerjahre nahezu halbiert -, dennoch sterben Jahr für Jahr immer noch rund 10.000 Menschen durch Selbsttötung und damit mehr als aufgrund von Verkehrsunfällen, Drogen und HIV zusammen.
Warum sinken die Zahlen in Deutschland?
Zwar lässt sich der Rückgang der Selbstmordzahlen nicht auf eine einzige Ursache zurückführen noch kann man den Anteil einzelner Maßnahmen exakt beziffern. Experten nennen jedoch effektivere Vorsorgemaßnahmen, eine verbesserte Aufklärung und eine gewachsene Sensibilität in der medialen Berichterstattung als Gründe für den Rückgang. Auch die Verkleinerung von Packungsgrößen schwerer Medikamente, so dass eine Selbsttötung mit dem Inhalt einer Packung ausgeschlossen ist, trägt zur Reduktion der Zahlen bei.
Alters- und geschlechtsspezifische Besonderheiten
Die Selbstmordrate zeigt in nahezu allen Ländern deutliche Unterschiede in der Geschlechter- und Altersverteilung. Deutsche Männer etwa bringen sich mit Selbstmorden je 100.000 nahezu dreimal so häufig um wie Frauen ( je 100.000). Auch steigen die Suizidraten mit voranschreitendem Alter deutlich an: liegen sie bis zum Alter von 45 Jahren unter dem Bundesdurchschnitt, steigen sie bis zum 70. Lebensjahr auf rund je 100.000, um dann in der Altersgruppe der über 85-Jährigen auf über je 100.000 anzusteigen.