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Tagesspiegel Plus

Serie: Was den "Berliner Unwillen" erregte

Sie nannten ihn Eisenzahn. Kurfürst Friedrich II. war ein rabiater Herrscher, der die Stadtrechte zu seinen Gunsten beschnitt. Er nutzte die Kluft zwischen Patriziern und einfachen Bürgern aus. Doch Rache ist süß, darum fluteten sie Anfang 1448 seine Schlossbaustelle.

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Gurgelnd strömte das Wasser der Spree durch das geöffnete Wehr, schoss auf die aufgeschütteten Sandhaufen zu und riss sie fort, spielte Mikado mit dem Bauholz, warf Ziegelstapel um und breitete sich so rasch aus, dass Zimmerleute und Maurer panisch davonrannten. Bald hatte sich die Baustelle in einen kleinen See verwandelt, an dessen sich ausweitendem Ufer die aufgebrachten Bürger triumphierend herumsprangen, Werkzeuge der Zerstörung schwenkten, johlten und Flüche gegen den Kurfürsten ausstießen. Mochte mancher im Lande Friedrich II. schon Eisenzahn nennen wegen seines rigorosen Auftretens und entschiedenen Willens zur Macht – an ihnen, den freien Bürgern der wichtigsten Stadt in Brandenburg, würde er sich den schon noch ausbeißen. Ein Schloss will er bauen, eine Zwingburg für Berlin und Cölln? Kann er haben, aber nur als Wasserschloss! Unterwasser!

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