“Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” ist DIE True-Crime-Serie auf Netflix im Herbst
Jeffrey Dahmer, Lyle und Erik Menendez und Ed Gein: True-Crime-Fans dürfte bei diesen Namen ein angenehm kalter Schauer den Rücken herunterlaufen. Sie waren die bisherigen Protagonisten in der “Monster”-Serie auf Netflix, Mastermind Ryan Murphy hat sie in Szene gesetzt und mit ihren Geschichten ein weltweites Publikum schockiert und fasziniert.
Im Herbst 2026, genauer gesagt am 17. September 2026, startet die neue Staffel der in sich geschlossenen “Monster”-Anthologie. In den neuen Folgen nimmt sich Ryan Murphy zum ersten Mal eine Frau als Mörderin vor: Lizzie Borden. Dafür reisen die Zuschauer:innen zum ersten Mal in einer “Monster”-Staffel in das 19. Jahrhundert, denn Lizzie Borden wurde 1892 des Mordes an ihren Eltern beschuldigt. Aber was warf man ihr vor? Wer war die Frau? Und wieso wurde sie nie als Mörderin verurteilt?
- “Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden”: Darum geht’s
- Podcasts und Kritik an der Serie
- “Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden”: Wer spielt mit?
- “Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” im Faktencheck: Was ist wirklich passiert – und was nicht?
- War Lizzie Borden eine reale Person?
- Wer waren Andrew und Abby Borden?
- Ist der Doppelmord wirklich passiert?
- Gab es noch einen weiteren Mord?
- Wie lief der Prozess um Lizzie Borden ab?
- Wurde Lizzie Borden verurteilt?
- Welche Rolle spielte Bridget “Maggie” Sullivan?
- Wer könnte die Borden-Familie ermordet haben?
- Was passierte nach dem Prozess mit Lizzie Borden?
“Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden”: Darum geht’s
Lizzie Borden wurde im Jahr 1892 beschuldigt, ihren Vater Andrew und ihre Stiefmutter Abby am 4. August auf brutale Weise mit einer Axt ermordet und zerstückelt zu haben. Obwohl im Prozess, der 1893 stattfand, viele Indizien für die junge Frau als einzige Täterin sprachen, wurde sie nie verurteilt. Denn am Tatort konnte man Lizzie Borden weder eine Tatwaffe noch andere blutverschmierte Kleidungsstücke zuweisen.
Der Fall schockierte damals die ganzen USA, sodass Lizzie Borden sogar in einem Abzählreim verewigt wurde:
„Lizzie Borden took an ax
And gave her mother forty whacks;
When she saw what she had done,
She gave her father forty-one.“
(auf Deutsch: Lizzie Borden nahm eine Axt/und verpasste ihrer Mutter 40 Hiebe; als sie sah, was sie getan hatte/gab sie ihrem Vater 41.)

Podcasts und Kritik an der Serie
Die zum Tatzeitpunkt 32-jährige Frau war schon Mittelpunkt von beliebten True-Crime-Podcasts wie “Mord auf Ex” und Co. Wenn du also Fan des Genres bist, könnte dir die Geschichte um Lizzie, ihren reichen Vater und die verhasste Stiefmutter durchaus bekannt vorkommen.
Dass Lizzie Borden jetzt als Doppelmörderin die erste Protagonistin in der “Monster”-Serie wird, wird aktuell kontrovers diskutiert: Nicht nur, weil Regisseur Ryan Murphy (“American Horror Story”) gern brutale und blutige Fakten bis ins letzte Detail bildlich ausreizt, sondern auch, weil ein Mann die Taten einer Frau verfilmt. Und weil sich Murphy einmal mehr für seine Darstellung auf nicht belegte Fakten stützt.
So oder so: “Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” kommt genau richtig für True-Crime-Fans – und dürfte sehr sicher keine Serie für Leute sein, die kein Blut sehen können.
“Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden”: Wer spielt mit?
Ella Beatty (“If I Had Legs, I’d Kick You”) übernimmt die Hauptrolle der Lizzie Borden. Charlie Hunnam (“Monster: Ed Gein”) spielt Lizzie Bordens Vater, den reichen Geschäftsmann Andrew Borden, seine zweite Frau und damit Lizzies Stiefmutter wird von Rebecca Hall (“The Studio”) verkörpert. Die deutsche Schauspielerin Vicky Krieps (“Corsage”) ist als Bridget “Maggie” Sullivan, eine enge Freundin von Lizzie Borden, zu sehen. In weiteren Nebenrollen treten Billie Lourd (“The Last Showgirl”) als Emma Borden, Jessica Barden als Nance O’Neill und Sarah Paulson (“The Bear”) auf.
“Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” im Faktencheck: Was ist wirklich passiert – und was nicht?
Serien und fiktionalisierte Nacherzählungen sind das eine, die wahre Geschichte hinter True Crime ist das andere. Wie bei “Dahmer” und Co. lohnt es sich, auch in der vierten Staffel der “Monster”-Serie auf Netflix genau hinzuschauen und sich zu fragen: Was ist echt – und was ist frei erfunden oder ausgeschmückt? Und sind wirklich alle Figuren echt? GLAMOUR hat die Antworten.
War Lizzie Borden eine reale Person?
Lizzie Borden war eine reale Person.
Lizzie Borden wurde am 19. Juli 1860 in Fall River im US-Bundesstaat Massachusetts geboren. Sie war die jüngste von drei Töchtern, die ihre Eltern Andrew und Sarah gemeinsam hatten. Ihre ältere Schwester Alice verstarb an einer Gehirnkrankheit, als sie 22 Monate alt war, Lizzie verlor ihr Mutter mit nur zwei Jahren.
Lizzie Borden wuchs sehr religiös auf, sie unterrichtete unter anderem in der Sonntagsschule ihrer Gemeinde. Außerdem war sie Mitglied des “Woman’s Christian Temeperance Movement”, das sich für die Prohibition von Alkohol einsetzte.

Lizzie Bordens Mutter starb im Jahr 1889, drei Jahre später heiratete ihr Vater seine zweite Frau, die Lizzie nur “Mrs. Borden” nennen durfte. Seit der Heirat im Jahr 1892 galt das Verhältnis zwischen Lizzie und Emma Borden und ihrem Vater und ihrer Stiefmutter als problematisch – dass ihr Vater ihren Taubenstall mit einer Axt kleinschlug, dürfte nicht zwingend zur Verbesserung der Situation beigetragen haben.
Lizzie Borden und ihre Schwester Emma warfen ihrer Stiefmutter vor, sich am Vermögen und den Immobilien des Vaters bereichern zu wollen. Nach einem großen und von Bekannten dokumentierten Familienstreit verließen die beiden Schwestern ihren Heimatort Fall River und kamen erst eine Woche vor dem Doppelmord an Andrew und Abby Borden zurück.
In “Monster” auf Netflix wird Lizzie Borden ersten Bildern nach zu urteilen eine homoerotische Beziehung mit dem Hausmädchen Bridget Sullivan angedichtet. Genauso wie mit der drastischen Darstellung von Lizzie Borden als blutverschmierter Axtmörderin lassen “Monster”-Schöpfer Ryan Murphy und Ian Brennan hier ihrer Phantasie ziemlich sicher freien Lauf – denn sowohl die Tat als auch eine Beziehung zu Sullivan wurden ihr nie nachgewiesen.

Wer waren Andrew und Abby Borden?
Andrew und Abby Borden waren die Eltern von Lizzie Borden und ihrer Schwester Emma.
Andrew Borden war der Vater von Lizzie Borden und ihrer Schwester Emma und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Nachdem er in jungen Jahren oft Geldsorgen hatte, wurde er schließlich mit Möbeln und Särgen reich und startete schließlich eine lukrative Karriere als Bauunternehmer. Ihm gehörten außerdem mehrere Textilfabriken. Sein Vermögen wurde auf 300.000 US-Dollar im Jahr seines Todes geschätzt, was 2025 fast elf Millionen US-Dollar entspräche.


Trotz seines Reichtums galt Andrew Borden, dessen Signature Outfit ein schwarzer Frack samt Zylinder waren, als sparsamer Mann, der auf jeglichen Luxus in seinem Heim, in dem er mit seinen Töchtern wohnte, verzichtete. Erst als er seine zweite Frau Abby heiratete, änderte sich das: Er überließ ihrer Familie großzügig Immobilien, so schenkte er der Schwester seiner zweiten Ehefrau etwa ein Haus. Das wiederum stieß bei seinen Töchtern Lizzie und Emma auf Unverständnis und die beiden verlangten von ihrem Vater ihr Geburtshaus für einen symbolischen US-Dollar – nur um es ihm kurze Zeit später für 5000 US-Dollar zu verkaufen. Der Haussegen bei den Bordens hing also mächtig schief.
Abby Borden wurde als Abby Durfee Gray geboren und war zum Zeitpunkt der Heirat mit Andrew Borden bereits 37 Jahre alt. Gerüchten zufolge machte ihr Andrew Borden unter anderem einen Heiratsantrag, weil er nach dem Tod seiner ersten Ehefrau eine Reinigungshilfe und Erzieherin für seine Töchter suchte. Lizzie Borden und ihre Stiefmutter pflegten kein inniges Verhältnis – allerdings gab es zum Zeitpunkt des Gerichtsprozesses keine Anzeichen für Kindesvernachlässigung.
Abby Borden wurde mit 18 (nicht 40!) Axthieben hingerichtet und im Obergeschoss des Borden-Hauses gefunden. Ihr Schädel, der als Beweismittel vor Gericht zugelassen wurde, wurde durch mehrere Axtschläge deformiert.
Ist der Doppelmord wirklich passiert?
Ja, Andrew und Abby Borden starben an elf bis 18 Axthieben.
Ja, der Mord ist wirklich passiert. Andrew und Abby Borden wurden von einem:einer Axtmörder:in auf brutale Art und Weise hingerichtet. Abby Borden wurde vor ihrem Mann im Obergeschoss des Familienheims mit 18 Axthieben auf Kopf und Rücken hingerichtet, ihr Mann starb durch zehn oder elf Axtschläge, von denen manche seine Augen direkt durchtrennten.
Angeblich, so gab es Haushaltshilfe Bridget Sullivan zu Protokoll, wäre Andrew Borden am späten Vormittag von einem Spaziergang nach Hause gekommen und hätte sich im Wohnzimmer schlafen gelegt. Gegen 11 Uhr rief Lizzie Borden nach Sullivan mit den Worten “Maggie, komm schnell. Vater ist tot. Jemand kam herein und hat ihn getötet.”

Wichtig: Andrew Borden schimpfte über die verklemmte Haustür und bat Bridget Sullivan, ihm zu helfen. Dabei fluchte das Hausmädchen, was Lizzie Borden aus einem der oberen Stockwerke mit einem Lachen kommentierte. Ungefähr zu dem Zeitpunkt starb Abby Borden im Obergeschoss des Hauses. Lizzie Borden will davon nichts mitbekommen haben, sagte sie vor Gericht aus.
Bei der Autopsie der Opfer wurde außerdem eine Vergiftung festgestellt, die eventuell durch ungekühltes und so kontaminiertes Hammelfleisch hervorgerufen wurde.
Gab es noch einen weiteren Mord?
Es gab einen weiteren Axtmord in der Heimatstadt von Lizzie Borden.
Ja. Nur fünf Tage vor dem Prozessauftakt fand in Fall River ein weiterer Axtmord statt: Bertha Manchester wurde am 1. Juni 1893 mit einer Axt in ihrer Küche hingerichtet. Die Ähnlichkeiten zum Borden-Doppelmord waren frappierend, allerdings war Manchesters Mörder José Correa de Mello im Jahr zuvor nicht in Fall River.
Wie lief der Prozess um Lizzie Borden ab?
Fehlerhafte Beweisaufnahme, Morphin und Vertuschung wären das, was man heute Verfahrensfehler nennt, die einen Schuldspruch de facto unmöglich machen.
Lizzie Borden beteuerte ihre Unschuld – auch wenn sie zu Beginn der Vernehmung widersprüchliche Aussagen machte. Einigen Ermittlern kam die junge Frau, die Vater und Stiefmutter verloren hatte, unwahrscheinlich ruhig vor – andere konnten sich nicht vorstellen, dass diese brutale Tat von einer Frau begangen worden sein konnte.
Lizzie Bordens Zimmer wurde nie ordentlich nach Beweismitteln durchsucht, weil sie vorgab, sich nicht wohlzufühlen und die Polizei so unverrichteter Dinge abzog. Im Keller fanden die Ermittler zwei Äxte, die sie zwar für die Mordwaffen hielten, jedoch nicht zu weiteren Untersuchungen mitnahmen. Ebenfalls im Keller wurden blutige Kleider gefunden, die nicht weiter untersucht wurden – Lizzie Borden beteuerte, dass es sich dabei um Menstruationsblut handelte, die Polizei glaubte ihr. Dass Lizzie Borden wenige Tage vor den Morden hochgiftige Blausäure in der Apotheke kaufte, um Pelze damit zu reinigen, kam den Ermittlern auch nicht suspekt vor.
Erst am 5. August 1892 durchsuchte die Polizei erneut das Haus der Borden-Familie und stellte die übrige, noch nicht verbrannte blutige Kleidung sowie die beiden Äxte als Beweismittel sicher. Am Abend des gleichen Tages wurde Lizzie Borden zum ersten Mal als Hauptverdächtige benannt.

Am 8. August 1892 machte sie unter Morphin-Einfluss ihre Aussage und wurde am 11. August inhaftiert. Ihre Aussagen vor dem Untersuchungsgericht am 8. August wurden später für unzulässig erklärt. Der Prozess begann schließlich am 5. Juni 1893 in New Bedford.
Wie in “Monster: Dahmer” dürfte ein erheblicher Teil der neuen Staffel der True-Crime-Serie vor dem Untersuchungsgericht und im Gerichtssaal spielen. Und ähnlich wie bei Ryan Murphys Serienverfilmung “American Crime Story: The People vs. OJ Simpson” dürfte sich in “Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” recht viel um ein Beweismittel im Prozess drehen: Was bei OJ Simpson der Handschuh war, ist bei Lizzie Borden die Axt, die im Keller des Borden-Hauses gefunden wurde und von der der Griff fehlt. Vermutlich wäre auf dem Griff Blut der Opfer gewesen und sie wäre als Tatwaffe nachzuweisen gewesen, aber durch Polizei-Schlamperei konnten weder Axt noch Griff als eindeutige Tatwaffe geführt werden.
Wurde Lizzie Borden verurteilt?
Lizzie Borden wurde freigesprochen.
Die Jury sprach Lizzie Borden trotz diverser Lücken im Tathergang am 20. Juni 1893 frei.
Welche Rolle spielte Bridget “Maggie” Sullivan?
Das Hausmädchen galt im Prozess als Hauptzeugin. In der Netflix-Serie wird ihr eine romantische Liaison mit Lizzie Borden angedichtet.
Bridget “Maggie” Sullivan war das Hausmädchen der Borden-Familie. Sie emigrierte 1883 von Irland in die USA und war seit 1889 die Haushaltshilfe der Familie und lebte bei ihr. Manche vermuteten, dass Bridget Lizzie Bordens Komplizin gewesen sein und für sie gelogen haben könnte, weil sie auch als einzige Person neben Lizzie Borden zum Zeitpunkt des Doppelmords im Haus befunden hatte und angeblich keine Schreie oder andere Geräusche gehört hätte. Schwer vorstellbar, noch schwerer vor Gericht nachzuweisen.

Bridget Sullivan sagte mehrfach vor Gericht als Zeugin aus, eine Mitschuld oder unterlassene Hilfeleistung konnte ihr nicht nachgewiesen werden. Nach dem Doppelmord verließ Sullivan Massachusetts und zog nach Montana. Sie starb 1948 in Butte und gab am Totenbett ihrer Schwester gegenüber angeblich zu Protokoll, ihre Aussage zugunsten von Lizzie Borden geändert zu haben.
Wer könnte die Borden-Familie ermordet haben?
Vieles deutet auf Lizzie Borden als Täterin hin, die Tat wurde ihr jedoch nie nachgewiesen.
Bis zu ihrem Tod blieb Lizzie Borden die Hauptverdächtige. Obwohl sie freigesprochen wurde, vermuteten Untersucher:innen einen Rachemord – ihr Vater hätte sie missbraucht.
Eine zweite Theorie besagt, dass Lizzie Borden eine romantische Beziehung zu Bridget Sullivan hatte, von ihren Eltern erwischt wurde und sie deshalb mit der Axt zum Schweigen brachte. In dieser These wird Bridget Sullivan oft Beihilfe zum Mord vorgeworfen, weil sie angeblich die Axt und ihren Griff verschwinden ließ. Bewiesen ist hier gar nichts, aber Ryan Murphy geht dieser Theorie laut dem Trailer in jedem Fall ausgiebig nach. Er zeigt nicht nur eine Liebesbeziehung zwischen den beiden jungen Frauen, sondern auch, wie sie den Mord planen.

Weitere Theorien sehen Emma Borden oder den unehelichen Sohn William Borden als Doppelmörder.
Was passierte nach dem Prozess mit Lizzie Borden?
Nach ihrem Freispruch lebte Lizzie Borden bis zu ihrem Tod im Jahr 1927 in ihrer Heimatstadt Fall River.
Nachdem ihr der Mord an ihrem Vater und seiner Frau nie nachgewiesen werden konnte, wurde Lizzie Borden nach dem Prozess 1893 freigesprochen. Ihr wurde ein großes Erbe zugesprochen, das sie angeblich mit neuen Freund:innen aus der Theater- und Kunstszene verprasste. Sie verbrachte den Rest ihres Lebens in Fall River, heiratete nie und starb 1927 an einer Lungenentzündung.
“Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden” läuft ab dem 17. September 2026 auf Netflix.





