Die Entwicklung
des Generalplans Ost
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Bei der Eröffnung der Ausstellung „Planung und Aufbau im
Osten“ am 20. März 1941 in Berlin hielt Konrad Meyer (rechts)
eine Ansprache an führende Funktionäre (von links): Hitlers
Stellvertreter Rudolf Heß, Heinrich Himmler, Reichsleiter Bouhler,
Reichsminister Todt und der Chef des Reichssicherheitshauptamtes,
Heydrich. |
Zwischen 1940 und 1943 ließ Heinrich Himmler insgesamt fünf
Varianten zur gewaltsamen Umgestaltung Osteuropas entwerfen. Zusammen
bildeten sie den Planungskomplex „Generalplan Ost“. Vier dieser
Entwürfe stammten aus dem Apparat des Reichskommissars für die
Festigung des deutschen Volkstums (RKF), einer aus dem Reichssicherheitshauptamt
(RSHA). Im Zentrum der Arbeiten stand die Hauptabteilung Planung und Boden
des RKF, die seit 1939 von Konrad Meyer geleitet wurde. Hinsichtlich der
Dimension des verplanten Territoriums wurden die Pläne wiederholt
den raumgreifenden Eroberungen der Wehrmacht angepasst. Sie eilten diesen
aber auch voraus.
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Die von Karl Heinz Roth und Claus Carstens 1993 angefertigte Karte
rekonstruiert Konrad Meyers „Generalplan Ost“ in der im
Juni 1942 an Himmler gesandten Fassung. |
Schließlich wurden die Pläne zum „Generalsiedlungsplan“
ausgeweitet, in den nun auch westeuropäische Regionen als deutsche
Siedlungsgebiete einbezogen wurden. Selbst im Angesicht der absehbaren
militärischen Niederlage wurden die Planungen mit großem Aufwand
weiterbetrieben. An diesen Planungen war eine Vielzahl von Institutionen
beteiligt. Neben dem RKF und dem RSHA wirkten das Rasse- und Siedlungsamt
der SS, das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, die von
Konrad Meyer geleitete Reichsstelle für Raumordnung und sein Institut
für Agrarwesen und Agrarpolitik der Berliner Universität mit.
Daneben konnten die Planer auf Statistiken, Karten und Literatur zurückgreifen,
die seit langem von verschiedenen Organisationen der Ostforschung und
Volkstumswissenschaft sowie von Interessenverbänden gesammelt worden
waren.
„In dem Plan, der unter meiner Leitung entstanden
ist, war der Umbau des Ostens im Laufe von 25 Jahren nach Kriegsende
vorgesehen."
Konrad Meyer, um 1970
im Gespräch mit einem polnischen Journalisten
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