Vorbespielter USB-Stick: Musik zum Löschen
Es ist lange her, dass die Punkband Wizo mit Skandalen von sich reden machen konnte. Jetzt versuchen es die Sindelfinger mit einem Technik-Gag: Als angeblich erste Band der Welt vertreiben sie ein Album im MP3-Format auf einem USB-Stick. Das Ding ist billiger als eine CD.
Wizo: Wer verkaufen will, muss trommeln
Speicher ist billig, und das ist "Wizo" nur recht. Der Sindelfinger Punkband, seit fast eineinhalb Jahrzehnten im Geschäft, ist es in den letzten Jahren nur selten gelungen, ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu rücken. Mitte der Neunziger galten sie als anarchische Alternative zu und stets auch hinter den Ärzten, machten öfter durch Skandale als durch Musik auf sich aufmerksam.
für die Inhalte externer Internetseiten.
Möglich ist das, weil die Preise für die kleinen Datenspeicher schneller sinken, als sich die Batterien leeren. Die "Wizo Stick-EP" hat und braucht nicht mehr als 64 MB, was auf dem Stickmarkt heute ein echtes Leichtgewicht ist: So kleine Dinger sind in regulären Shops kaum mehr zu bekommen, werden bei eBay für Preise ab 12 Euro neu verscherbelt.
Da braucht man dann nur noch rund vier Euro drauflegen und bekommt zum Schnäppchenpreis von nur noch 15,90 Euro
"- fünf nagelneue Songs als topqualitative MP3s!
- einen exklusiven Live-Video-Clip (nur auf der "STICK-EP")!
- haufenweise lustige WIZO-Fotos!
- Texte mit Akkorden für Gitarre!
- einen supi Foto-Wettbewerb!
- duftes Multimediamenü zum durchsurfen im Webbrowser!"
USB-Stick von Wizo: Musik als Dreingabe
Ein "cooles" Angebot, jubelt die Plattenfirma, das bereits so viel Staub unter den Fans aufgewirbelt habe, dass "der Webshop der Band zeitweise zusammenbrach", weil "Fans aus der ganzen Welt so verrückt" bestellten.
Dass der USB-Stick-Verkauf eher ein Werbegag ist, gibt die Plattenfirma unumwunden zu: "Das rechnet sich nicht wirklich für uns." Die Aktion aber liege durchaus auf Wizos Linie, spiele mit der Provokation: "Die Musikindustrie jammert doch nur über diese Dinger. Da dachten wir eben, da müsse man mal was Innovatives tun." Fan-Pflege und Werbung um neue Hörer sei das.
Dumm ist das Konzept tatsächlich nicht, könnte man lästern: Auf USB-Sticks ließ sich wahrscheinlich so manche Musik verkaufen, die kein Mensch mehr hören will. Zum Löschen, so zu sagen. Was absolut kein Urteil über die Musik von Wizo sein soll: Die kann man schließlich auf der Webseite auch probehören, bevor man den Stick kauft. Allerdings nur häppchenweise und in "mieser Qualität", man will ja schließlich noch was verkaufen. Sind halt Profis, die Jungs.
Frank Patalong
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
für die Inhalte externer Internetseiten.
- Christian Stöcker:

SpielmacherGespräche mit Pionieren der Gamesbranche.
Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.
SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.
- Bei Amazon bestellen.
- Bei Buchhandel.de bestellen.
MEHR AUS DEM RESSORT NETZWELT
-
Best of Web
Netz-Fundstücke: Was Sie im Internet unbedingt sehen müssen -
Silberscheiben
Das lohnt sich: Die besten CD- und DVD-Schnäppchen -
Bilderwelten
Bessere Fotos: So holen Sie ganz einfach mehr aus Ihren Bildern raus -
Angefasst
Gadget-Check: Handys und anderes Spielzeug in Matthias Kremps Praxistest -
Angespielt
Game-Tipps: Spiele für Computer und Konsole im SPIEGEL-ONLINE-Test



