Ein gro�er antiker Entdecker:

Auf den Spuren des Pytheas von Massalia

Arbeit zur Erlangung der Magisterw�rde
von
Oliver H. Herde

Zum Geleit

  • Wo die Sonne sich ausruht
  • Vorgeschichte

    Zur Person des Pytheas

  • Die Reise

  • Von Massalia nach Uxisama
  • Die Prettanike
  • Das Bernsteinland
  • Schlussbetrachtung

    Anhang

  • Europakarte
  • Ortsnamenregister
  • Quellen
  • Literatur
  • Fu�noten
  • Zum Geleit

    Wo die Sonne sich ausruht

    Thule - ein sagenumwobenes Land im hohen Norden, dessen genaue Lage seit �ber zwei Jahrtausenden ein R�tsel ist. Fast jeder hat schon einmal davon geh�rt, hielt es doch Einzug in Goethes Werke ebenso wie in die mittelalterliche Mythenwelt und sogar die moderne Fantasy-Literatur. Die Popularit�t Thules kommt jener von Atlantis nahe. Und wie bei jenem suchen heutige L�nder und Regionen es f�r sich zu beanspruchen und sich damit zu schm�cken. Nicht nur in Island und verschiedenen Teilen Norwegens glaubte man es wiederzufinden, sondern auch in F�r�er, den Shettlandinseln und sogar Finnland oder Gr�nland.
    Viele also kennen den Namen Thules, aber wer den seines wissenschaftlichen Entdeckers? Selbst unter Althistorikern ist Pytheas der Massaliote nicht immer gleich ein Begriff. Dabei war Thule kaum mehr als ein kleiner Abstecher auf einer f�r seine Zeit und seinen Kulturkreis gewaltigen und gewagten Reise ins Unbekannte. So einmalig erscheinend, dass mancher vom eigenen Weltbild gar zu �berzeugte Grieche oder R�mer dem Reisebericht keinen Glauben schenken wollte.
    Wegen dieser Zweifel ist die Schrift nur sehr fragmentarisch auf uns gekommen, und man wei� heute extrem wenig �ber jenen Forschungsreisenden. Und doch sind es gerade die den Damaligen so unglaublichen Details, welche uns heute best�tigen, dass die Fahrt tats�chlich stattgefunden haben muss. So soll im Folgenden der Versuch unternommen werden, sich Pytheas, seiner Reise und den besuchten Orten zu n�hern.

    Vorgeschichte

    Die enorm ausgedehnten Handelsnetze alter Zeiten werden immer wieder gerne untersch�tzt. Schon vor viertausend Jahren ersetzte das Zinn zunehmend andere Beimengungen im Kupfer, um eine bessere und h�rtere Bronze zu erbringen. Allerdings waren noch kaum Lagerst�tten des Zinns bekannt. Die ergiebigste von ihnen lag im S�dwesten Albions. Von dort aus gelangte das begehrte und damals an Kostbarkeit fast dem Golde vergleichbare Metall teils �ber die europ�ischen Fl�sse, seit der Handelst�tigkeit der Stadt Turta jedoch haupts�chlich �ber den Seeweg durch die S�ulen des Herakles in die gesamte Mittelmeerwelt.
    Den zweiten gro�en Schatz des Nordens stellte der Bernstein dar. Von Baunonia aus nahm er seine verschiedenen Wege in h�herem Ma�e als das Zinn quer durch den Kontinent, insbesondere �ber Elbe und Rhein hinab zum Po.
    Schlie�lich sei noch das dritte wertvolle Gut aus dem Norden genannt, welches h�ufig vergessen wird: wertvolle Pelze, die durchaus auch in den Mittelmeerl�ndern sehr beliebt waren. Auch ihre Handelswege folgten gewiss vor allem den Flussl�ufen.
    All diese Rohstoffe gelangten nicht allein in den Mittelmeerraum - sie brachten Berichte von fernen, geheimnisvollen L�ndern mit sich, da mancher nat�rlich nach ihrer Herkunft fragte. Jedoch wanderten die Waren und Geschichten �ber gewaltige Strecken von H�ndler zu H�ndler. Zudem kamen sie vor allem in fr�hester Zeit nur langsam mit ausgedehnten Verweilzeiten oder auf Umwegen nach S�den. Denn hatte man gerade etwas von diesen Dingen erlangt, wollte man es nat�rlich nicht gleich weitergeben, bevor man nicht selbst �ber reichliche Mengen davon verf�gte. So wurden die Berichte auf ihrem Wege versehentlich verf�lscht oder oft auch zur Abschreckung von Konkurrenz ganz bewusst mit Gefahren und Unw�gbarkeiten ausgeschm�ckt. Diese Vorg�nge bildeten die Grundlage zu den Mythen der Phaiaken in Scheria, der Laistrygonen, des Bernsteinflusses Eridanos, von Skylla und Charybdis und vieler weiterer, wie sie den Hellenen aus der Argonautensage, den Taten des Herakles und dem Atlantisbericht bei Platon bekannt waren. Auch Pytheas kannte sie bestimmt sehr gut.
    Um 600 v.u.Z. gr�ndeten die ionischen Phokaier die Stadt Massalia nahe der M�ndung des Rhodanos, wohl um insbesondere den Bernsteinhandel auf sich zu ziehen und am Zinnhandel teilzuhaben.
    1 Die Stadt wuchs schnell zu einem bedeutenden Handelszentrum und einer beachtenswerten Macht im westlichen Mittelmeer aus. Nach der Schlacht von Alalia 537 v.u.Z. jedoch, mit welcher die verb�ndeten Karthager und Etrusker das weitere kolonisatorische Vordringen der Phokaier nach Westen beendeten, war Massalia der Seeweg nach den atlantischen K�sten und Inseln jenseits der S�ulen des Herakles beschnitten. Die N�he des Rhodanos-Deltas hingegen erschloss unver�ndert weitverzweigte Handelswege hinauf in den keltischen Norden und dar�ber hinaus. Zinn und Bernstein kamen hier entlang gro�er Fl�sse aus unbekannten fernen L�ndern herab und der hellenischen Welt zu.

    Zur Person des Pytheas

    In die zweite H�lfte des 4. Jahrhunderts v.u.Z. f�llt die beeindruckende Reise und der Bericht dar�ber von Pytheas dem Massalioten. Schon �ber Pytheas selbst ist aus den sp�rlichen Fragmenten heraus nur wenig zu schlie�en. Dass er aus Massalia stammte, wird hingegen an mehreren Stellen belegt.
    2
    Er hat wohl zwei Werke verfasst. Dies ist zum einen der Reisebericht mit dem Titel 'Ta peri tou Okeanou', zu deutsch 'Die �ber den Okeanos'. Zum anderen gab es anscheinend eine Schrift 'Periodos Ges'.3
    Ferner wurde und wird spekuliert, ob vielleicht gar der sogenannte Alte Periplus von ihm stammt, welcher dem Rufus Festus Avienus als die ungenannte haupts�chliche Vorlage f�r seine 'Ora Maritima' (Meeresk�ste) diente.4 Offenbar kannte Avienus den Verfasser selbst nicht, da er all seine anderen Quellen durchaus nennt. Meist wird der Alte Periplus jedoch auf 200 Jahre fr�her datiert und w�rde dann wohl dem Pytheas zumindest bekannt gewesen sein und ihn angeregt haben. Trotzdem ist kaum zu �bersehen, wie viele Parallelen es in beiden Werken gegeben haben muss und dass sie dieselben Gegenden behandeln. Eine Identit�t des Periplus mit 'Ta peri tou Okeanou' ist also nicht endg�ltig auszuschlie�en.
    Vom ohnehin schwierigen Reisetermin ausgehend auf des Pytheas Geburtsjahr schlie�en zu wollen, erscheint wenig erfolgversprechend.5 Die Geburt muss irgendwann zu Beginn oder in der Mitte des 4. Jahrhunderts stattgefunden haben.
    Da Pytheas auf seiner Reise allerlei geographische und astronomische Messungen und Berechnungen vornahm, darf man unbedingt annehmen, dass er auf diesen Gebieten auch schon zuvor in seiner Heimat t�tig war. Tats�chlich gibt es von ihm auch eine Angabe f�r den Breitengrad Massalias, welche sehr genau mit der Wirklichkeit �bereinstimmt.6 Die Messung daf�r wird gewiss l�ngst vor der gro�en Fahrt stattgefunden haben. Auch befasste er sich mit der Neigung der Erdachse zur Ekliptik7 und soll den Gnomon verbessert haben.8
    Er brachte offenbar als erster Hellene und zwar w�hrend seiner Befahrung des Okeanos die Gezeiten mit der jeweiligen Stellung des Mondes in Verbindung.9
    Ebenso wird die Berechnung des genauen n�rdlichen Himmelspols schon in der Heimat erfolgt sein. Pytheas erkannte, dass dieser nicht genau auf einem Stern lag, sondern als leerer Punkt mit drei nahen Sternen ein Quadrat bildete.10
    Die Messungen zur jeweiligen Positionsbestimmung wird er durch den Schattenstab (Gnomon), sowie ein Winkelmessger�t namens Polos ausgef�hrt haben, mit dem er n�chtens den Abstand des Himmelspols zum Horizont bestimmen konnte. Entsprechend gab er die Entfernungen zum Breitenkreis von Massalia in Kreisteilen - also Graden - an. Die Umrechnung dieser Werte in Stadien erfolgte nach unserer Kenntnis erst ein Jahrhundert sp�ter durch Eratosthenes von Kyrene.11
    Noch weiteres kann man aus den Fragmenten seiner Werke auf Pytheas schlie�en oder zumindest mutma�en. So stellen sich sofort die Fragen nach Motivation und Finanzierung eines solchen Unternehmens.12 Naheliegend erscheint zun�chst eine Mission im Auftrage massaliotischer Kaufleute, da die Quellen des Zinns und Bernsteins aufgesucht wurden. M�glicherweise sollte Pytheas die Wege, �ber welche die beiden Rohstoffe bereits seit Jahrtausenden nach S�den gelangten, n�her erkunden. Schlie�lich ist es f�r einen Gesch�ftsmann oftmals profitabler, ohne Zwischenh�ndler auskommen zu k�nnen.
    Allerdings spricht Polybios ausdr�cklich von Pytheas als einem Privatmanne.13 Von modernen Historikern wird dem Pytheas aus verschiedenen Gr�nden nicht selten Forscherdrang als Hauptmotiv unterstellt und somit eine Reise unter seiner eigenen Regie angenommen.14 Dies mag f�r die Antike ungew�hnlich sein, doch lie�en sich die weitr�umigen Abstecher in Gebiete jenseits der Zinninseln und der Bernsteink�ste schwerlich anders erkl�ren, da diese f�r die Handelsleute Massalias wirtschaftlich recht uninteressant waren.
    Es spricht nichts dagegen, die unterschiedlichen Theorien miteinander zu verbinden. Alles in der Welt entsteht aus jeweils mehreren Ursachen.
    Pytheas k�nnte durch sein geographisches und allgemeinwissenschaftliches Interesse zu der Reise bewogen worden sein, ihre Finanzierung oder Teilfinanzierung aber ihm bekannten massaliotischen Handelsleuten schmackhaft gemacht haben. M�glicherweise wurden die Geldgeber ganz bewusst aus politischen und handelspolitischen Gr�nden verschwiegen, um das Unternehmen nicht im Vorhinein zu gef�hrden und im Nachhinein Konkurrenz im Norden zu erhalten. Falls Pytheas seinen Weg um die iberische Halbinsel herum w�hlte, d�rften Kontakte zu einzelnen Karthagern oder Turdetanern oder zumindest ein gutes Verhandlungsgeschick unabdingbar gewesen sein.
    Wenn Pytheas gar jeweils als Gast mit kleinem Gefolge auf den einheimischen Schiffen Ortskundiger reiste, mag dies nicht einmal besonders kostspielig gewesen sein. Dann vermochte er sogar, auf massaliotische Finanziers zu verzichten. Man konnte in der Antike ohnehin nicht ohne ein gewisses Verm�gen im R�cken Gelehrter sein.
    In jedem Falle war es f�r Pytheas gewiss sicherer, privat aufzutreten, als unter milit�rischem 'Schutz', welcher nur Argwohn und Feindseligkeit bei den besuchten V�lkerschaften hervorgerufen h�tte.
    Auf Alexandros III. von Makedonien zur�ckzugreifen, um eine Forschungsinspiration f�r Pytheas daraus herzuleiten, erscheint allein schon aufgrund der Datierungsprobleme gewagt. Einem Massalioten war die Frage nach der Herkunft von Zinn und Bernstein ebensowenig fremd wie �berhaupt der Blick gen Norden und Westen.

    Die Reise

    F�r eine sichere Rekonstruktion der genauen Reiseroute des Pytheas sind allzu wenige Fragmente seines Berichtes allzu verstreut erhalten. Selbst eine pr�zise Datierung erscheint wie schon angedeutet unm�glich. Man darf die Nordfahrt f�r die zweite H�lfte des 4. Jahrhunderts v.u.Z. annehmen, was sich haupts�chlich aus des Pytheas Kenntnis von Eudoxos aus Knidos
    15 ergibt, sowie der ersten Pytheasbearbeitung durch Dikaiarchos den Messener.16 Alle genaueren Datierungsversuche scheitern an den alternativen Erkl�rungsm�glichkeiten. Die Reise muss auch durchaus nicht erst nach des Aristoteles Tod beendet worden sein, blo� weil jener nichts davon �berlieferte. Zun�chst muss jener nicht bis zuletzt geschrieben haben. Die Niederschrift 'Ta peri tou Okeanou' wird zudem ihre Zeit gebraucht haben, ebenso deren Verbreitung bis in den griechischen Osten.17
    Meist wird von einer einzelnen gro�en Expedition des Pytheas ausgegangen. Dies mag vor allem in der Beobachtung begr�ndet sein, dass derartige Entdeckungsfahrten in der fr�hen Antike zumeist einmalige Unternehmen blieben. Die Bemerkung, Pytheas habe sich mit einer Fahrt von Gadeira bis zum Tanais gebr�stet,18 wird von manchem allzu w�rtlich genommen. Sie besagt wohl eher, dass die gesamte K�ste dazwischen besucht wurde, wenn auch mit den im Bericht beschriebenen Unterbrechungen. Es ist also keine zweite Fahrt anzunehmen notwendig, welche nur die K�ste entlang verlief.

    Von Massalia nach Uxisama

    Land- oder Seeweg

    F�r den ersten gro�en Reiseabschnitt bis zur n�rdlichen K�ste der Keltike lassen sich die denkbaren Varianten in zwei Hauptgruppen unterteilen: Den reinen Seeweg um die Halbinsel Ophiussa herum und die keltische Westk�ste hinauf, sowie eine zu weiten Teilen �ber das europ�ische Flusssystem f�hrende Route.
    19
    Seit zwei Jahrhunderten bestand die Sperre der Meerenge zwischen Ophiussa und dem S�dkontinent Libye. Kein Schiff, so hei�t es, konnte hier ohne Erlaubnis der Karthager vom Mittelmeer in den Atlantik gelangen. Darum wird in der Forschung teils vom Landweg �ber die keltischen Fl�sse ausgegangen, wof�r verschiedene Routen denkbar sind.
    Tats�chlich bezog Massalia sp�testens seit der Sperrung alle G�ter des Nordens ausschlie�lich �ber die Keltike. L�ngst glaubte man bei den �stlichen Hellenen im Rhodanos den legend�ren Bernsteinfluss Eridanos zu erkennen,20 statt wie zuvor im Pados.21 Eine Route entlang der �blichen Handelswege w�re also naheliegend gewesen. Sie war m�glicherweise sicherer, wenn auch nicht unbedingt schneller zu absolvieren. F�r den Landweg in die n�rdliche Keltike werden drei�ig Tagereisen �berliefert,22 f�r den Seeweg ergeben sich rechnerisch aus den Teiletappen - wie noch zu zeigen ist - m�glicherweise nicht viel mehr als die H�lfte.
    F�r die keltische Route st�nden Rhodanos-Liger, Rhodanos-Brigulos-Sekoanas und eventuell die Tagesreise zur See nach Pyrene mit anschlie�endem Landweg zu den Zufl�ssen der Garunas als die wahrscheinlichsten Varianten zur Diskussion. Einen Weg durch ein karthagisches Iberien hindurch anzunehmen, hat keinen inhaltlichen Vorteil gegen�ber dem Seeweg durch die S�ulen.
    Allerdings werden Berichte und Angaben �ber das Binnenland nirgends auf Pytheas als deren Verfasser bezogen. Auch die Nennung von Korbilon, einem massaliotischen Handelsposten an der gallischen Westk�ste23 kann, wenn sie �berhaupt auf Pytheas zur�ckzuf�hren ist, nat�rlich ebensogut von einer K�stenfahrt her stammen wie von einer �berlandreise.
    Im Gegensatz hierzu finden sich verschiedene genaue Angaben �ber Punkte und Teilstrecken der iberischen K�sten.24 Diese m�ssten bei einer Fahrt durch die Keltike fehlen. Daher wird der Seeweg in den Forschungsmeinungen h�ufiger vertreten.
    Mancher sucht nun nach Zeiten der Schw�chung Karthagos und ihrer Sperre, um eine dortige Durchl�ssigkeit zu erkl�ren und dar�ber hinaus neue Ans�tze zur Datierung zu bieten.25 Die verschiedenen M�glichkeiten hierbei geben allerdings bereits ein erstes Indiz daf�r, wie wenig tats�chlich von einer durchgehenden und vollst�ndig effektiven Sperrung der Meerenge die Rede gewesen sein kann. Die Wissensverdunkelung des Westens durch die Karthager mag effektiver gewesen sein als ihre eigentliche Blockade. Wenn Pytheas als Privatmann reiste, und zwar auch ohne ein eigenes oder f�r ihn ausgestattetes Schiff mit kompletter Mannschaft und Ausr�stung, so entging er vielleicht der karthagischen Beobachtung. Wir wissen auch nichts �ber seine Kontakte hier im S�dwesten.
    Aufgrund der so unterschiedlichen Verh�ltnisse auf den Abschnitten seiner gesamten Reise wird die Verwendung nur eines einzigen Schiffes griechischen Bautyps ohnehin unwahrscheinlich. M�glicherweise mietete er sich schon f�r die Durchfahrt der Meerenge auf einem Schiff der Karthager oder derer Verb�ndeter ein. Wenn Pytheas von der Entdeckungsfahrt des Himilko um 480 v.u.Z. zu den Zinninseln wusste, k�nnte er sich in den Verhandlungen sogar auf diesen bezogen haben.26

    Die Seeweg-Variante im Detail

    Wir haben - wie schon beil�ufig erw�hnt - Entfernungsangaben f�r einzelne Etappen von Massalia aus um die iberische Halbinsel herum.
    27 Pyrene ist bereits innerhalb einer Schiffstagesreise erreichbar gewesen. Von dort bis zu den S�ulen werden weitere sechs Tage �berliefert.
    Eventuell ist hier als Station zugleich das phoinikische Gadir, von den Hellenen Gadeira genannt, gemeint. Dieses lag bald hinter der Meerenge nahe den M�ndungsarmen des Flusses Tartessos. Gadir war um 1110 v.u.Z. als Kontor gegr�ndet worden, um sich am eintr�glichen Metallhandel von Turta zu beteiligen und f�r dieses den Vertrieb in den gesamten Mittelmeerraum zu �bernehmen. Zu des Pytheas Zeit war die Stadt Turta durch die zwei Jahrhunderte w�hrende karthagische Oberhoheit weitgehend in Vergessenheit geraten und wurde unter ihrem griechischen Namen Tartessos nicht selten mit Gadir/Gadeira verwechselt.
    An dieser Stelle wird von den st�rker werdenden Gezeiten berichtet, wie sie im Mittelmeer nicht vorkommen. M�glicherweise hat Pytheas schon hier begonnen, eine Verbindung zwischen ihnen und der Stellung des Mondes herzustellen.28 F�r seine Beobachtungen muss er allerdings nicht �berm��ig lange an einem Ort verblieben sein, da er eine monatelange Reise daf�r zur Verf�gung hatte. Gerade der Vergleich zwischen verschiedenen Orten mag ihm bei der Erkenntnis geholfen haben.
    Es wird kaum in des Pytheas Interesse gelegen haben, Madeira oder gar die Kanarischen Inseln zu besuchen, doch mag er in Gadeira davon Kunde erlangt haben. In den Mythen bekamen sie als Inseln der Hesperiden oder Elysion, Inseln der Seeligen ein Eigenleben.29
    Von Gadeira aus bis zum Heiligen Vorgebirge wird von f�nf Reisetagen gesprochen.30 Wenn Pytheas - oder wer immer diesen Wert aufbrachte - durch widrige Verh�ltnisse nicht schon hier ganz erheblich langsamer wurde, kann er eigentlich nicht das sp�tere Promunturium Sacram der R�mer und heutige Kap Sao Vicente gemeint haben. Wahrscheinlicher ist hier vom nordiberischen Kap Finisterre die Rede. Der Name kann im Laufe der Zeit gewandert sein.31
    Hier, an der Nordk�ste der iberischen Halbinsel, folgt das beste Indiz f�r die Seeroute: Pytheas berichtete davon, es sei an dieser Stelle leichter, in Richtung der Keltike zu fahren als von dieser fort auf den Okeanos zu.32 Vermutlich hatte er auch die eigene R�ckfahrt als Vergleich, wo ihm Wind- und Str�mungsverh�ltnisse entgegenstanden.
    Vom Kap aus kann sich Pytheas in diesen fremden Gefilden in st�ndiger K�stenn�he gehalten haben. Fuhr er jedoch bei einem ortskundigen Segler mit, erscheint die Abk�rzung quer �ber die Biskaya direkt zum Kap Kabaion durchaus nicht als zu gewagt - sie w�re wohlm�glich nicht einmal seine Entscheidung gewesen.33
    Das M�ndungsgebiet des Liger passt auf eine Tagesl�ngenmessung bei Plinius.34 Hier soll auch die Stadt Korbilo, wohl ein massalisches Handelskontor, gelegen haben.35 Beides ist jedoch wieder einmal kein endg�ltiger Beweis, dass Pytheas hier Station gemacht hat. Ebenso wenig gibt es Auskunft dar�ber, ob Pytheas direkt �ber die See vom spanischen Kap, die K�ste entlang von S�den oder den Liger herab dorthin gelangte. Eventuell k�rzte er mit Hilfe der Str�mungen und des Windes den Hinweg �ber die Biskaya ab, derweil er sich auf dem R�ckweg an der K�ste halten musste.
    Unsere Informationen werden erst mit dem Kap Kabaion wieder etwas genauer und verl�sslicher. Das hier lebende keltische Volk ist allein schon bei Strabon mit sehr verschiedenen Namensformen �berliefert. Pytheas d�rfte den Stamm als 'Ostimioi' bezeichnet haben.36
    Diese Ostimier waren schon einst den H�ndlern aus Tartessos, nun denen aus Karchedon und Massalia die Lieferanten f�r das Zinn. Der Hauptumschlagplatz lag offenbar auf der gr��ten dem Kap vorgelagerten Insel Uxisama, die besondere Erw�hnung findet. Zweifellos ist sie vom Festland her innerhalb von Stunden erreichbar, dass Strabon mit seiner Angabe von drei Tagesreisen in Unkenntnis der Gegend wohl erneut einen anderswo �bernommenen Wert missverstanden hat. Der Ausgangspunkt daf�r kann irgendwo am Festland gelegen haben, wo immer des Pytheas vorige Station gewesen ist. Dies mag Korbilon an der Ligerm�ndung gewesen sein, doch auch Kap Finisterre wird alldort in der Forschung diskutiert, wo man eine Abk�rzung �ber die Biskaya vermutet.37
    So oder so muss man damit rechnen, dass nicht f�r alle Teilstrecken von Massalia bis Uxisama eine Reisedauer �berliefert ist. Dadurch wird eine Zuordnung erschwert. Zudem kann der Seeweg folglich l�nger gedauert haben als die Summe der bekannten Reisezeiten.

    Die Prettanike

    Von Uxisama aus verfolgte Pytheas zun�chst den nur noch kurzen Herkunftsweg des Zinns zur�ck. Wieder ist eine �berfahrt als Gast der Ostimier weit wahrscheinlicher als mit griechischem Handels- oder Kriegsschiff. Solche h�tten von nautischen Schwierigkeiten abgesehen gewiss Widerstand gegen die zu bef�rchtende Handelskonkurrenz hervorgerufen. Die �berlieferung spricht von Lederbooten, in denen die Ostimier das Meer bef�hren und das Zinn transportiert werde;
    38 diese m�gen auch den Massalioten Pytheas und eine Handvoll Begleiter gefahren haben.
    Ziel war das an einem Tag erreichbare Kap Belerion mit seinen vorgelagerten Inseln. Die angeblich vier Tage bei Diodoros Sikulos enthalten wohl bereits die bei Strabon erw�hnten drei Tage Anfahrt nach Uxisama.39
    Pytheas beschrieb die Gewinnung des Zinns, seine Verarbeitung zu Barren und die Ausfuhr mit Wagen auf eine Insel Namens Iktis, die bei Ebbe mit dem Land verbunden war.40 Eventuell handelt es sich hierbei um eine der kleinen Inseln vor dem Kap, von wo aus gegebenenfalls leichter in See zu stechen war. Auch die heutige Insel Wight ist denkbar. Von hier aus w�re die Sekoanas-M�ndung gut zu erreichen gewesen und die �berlieferte Transportzeit von drei�ig Tagen nach Massalia �ber das Landesinnere m�glich. Diese Insel w�rde zudem die gro�e Entfernungsangabe des Tauromeniers Timaios bei C. Plinius Secundus erkl�ren, wonach sie von Britannien sechs Tage entfernt sei. Dies mag den Landweg vom Kap Belerion meinen.41
    Ob sich Pytheas im Anschluss nordw�rts oder ostw�rts die K�sten Albions entlangwandte, ist umstritten. Manche argumentieren mit der Reihenfolge bei Diodoros Sikulos, welche aber auch schlicht der L�nge nach erfolgt sein k�nnte.42
    In jedem Fall kann schon durch die �berlieferung der Seitenl�ngen schwerlich Zweifel bestehen, dass Pytheas die Insel Albion vollst�ndig umschifft hat. Sie zu Fu� abgeschritten zu haben, d�rfte er kaum selbst behauptet haben. Dabei handelt es sich eher um eine von Polybios absichtlich missverstandene Angabe einzelner Landg�nge. Solche werden hinreichend durch die diversen Einwohner- und Landesbeschreibungen belegt.43
    Besonders ausf�hrlich bekommen wir �ber die Zinnlagerst�tten, das Umland, die Zinnverarbeitung und den Fernhandel nach S�den zu h�ren. Dies interessierte nicht nur die Massalioten, sondern auch sp�tere Berichterstatter wegen ihres praktischen Nutzens.
    Eine weitere Angabe wird in der Literatur immer wieder er�rtert: Pytheas habe oberhalb Britanniens eine Fluth�he von achtzig Ellen behauptet. Vielfach wird wiederum ein Missverst�ndnis angenommen, obgleich 'aestus' gar nicht 'Flut' bedeuten muss, sondern auch ebensogut als 'Wogen' oder 'Brandung' verstanden werden kann. Eine solche Wellenh�he bei Sturm oder auf dieses Niveau emporpeitschende Gischt liegen durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen.44
    Etwas problematischer sind die erw�hnten K�stenl�ngen Albions bei Pytheas. Je nach Berichterstatter liegen sie in ihrer Gesamtl�nge um vierzigtausend Stadien, dem etwa Anderthalbfachen bis Doppelten des tats�chlichen Umfanges.45 Die Erkl�rungsversuche reichen von Rechen- oder �bersetzungsfehlern bis hin zu einer Fehlsch�tzung durch Pytheas. Jedoch kann man einem Mann, der sonst so pr�zise Messungen vornimmt, schwerlich anh�ngen, er habe diese Entfernungen nur gesch�tzt. Auff�lligerweise stimmt das Verh�ltnis der einzelnen Seiten zueinander bei Diodoros. Der Fehler w�re demnach drei Male - f�r jede Seite - begangen worden. Aber auf welche Weise und von wem?
    Man muss zun�chst bedenken, wie unm�glich seinerzeit genaue Entfernungsangaben zur See generell waren. In diesem Wissen wird Pytheas aller Wahrscheinlichkeit nach Entfernungsangaben nicht in Stadien, sondern in Tagesreisen vermeldet haben.46 Im Mittelmeerraum galten eintausend Stadien pro Tag per Schiff als der �bliche Richtwert. Allerdings d�rfte klar sein, wie sehr dieser je nach Schiffstyp und Umwelteinfl�ssen wie Wetter und Str�mungsverh�ltnissen schwankte. Gerade in wenig bekannten Gefilden konnte die erreichte Tagesstrecke auch durch notwendige Lotungen und dergleichen erheblich schrumpfen.
    M�glicherweise hat Pytheas auf Nachtfahrten �berhaupt ganz verzichtet - entweder weil er das Risiko der unbekannten Gew�sser verringern wollte, oder weil er gar nicht auf einem eigenen Schiff fuhr. Wenn er sich nur von Einheimischen fahren lie�, m�sste man deren Gewohnheiten ergr�nden, was Nachtfahrten anbelangt. Auch die Geschwindigkeit einheimischer Transportmittel kann von griechischen deutlich abgewichen sein.
    In jedem Fall hat Pytheas die K�ste wohl ganz aus der N�he abgefahren und alle Windungen und Ausbuchtungen mitbeschrieben. Ungef�hr vierzig Tage als Gesamtzeit der Umfahrung Albions d�rfen also ernst genommen werden.
    Die Landg�nge werden darin nicht enthalten sein, ebensowenig die Exkursion zu den Inseln am Nordkap Orkas und dar�ber hinaus. Es gab keinen Grund, diese n�rdlichen Inseln zu Albions Umfang hinzuzurechnen, andere aber nicht. Voneinander abweichende Umfangsangaben sind damit also nicht gut erkl�rbar. Eher m�gen Rundungsfehler bei den verschiedenen Umrechnungen von Tagesfahrten zu Stadien und von diesen zu R�mischen Meilen - mal der Einzelseiten, mal des Gesamtumfanges - ein Grund hierf�r sein.47 Im �brigen war ein Stadion nun einmal nicht in der gesamten hellenischen Welt genau gleich lang.
    Die Unvereinbarkeit vom scheinbar gro�en Umfange Albions mit den gemessenen Tagesl�ngen veranlasste den Eratosthenes, die Insel schiefgelegt in seine Erdkarte einzutragen.48 Darin folgten ihm auch die sp�teren bis hin zu Klaudios Ptolemaios und den Arabern.
    Noch diverse weitere Inseln und Inselgruppen im britannischen Raum werden in den Quellen aufgez�hlt. Zumindest manche der Namen werden ebenfalls auf Pytheas zur�ckgehen. Leider sind die Informationen dar�ber zu ungenau und bei Plinius wohl auch etwas durcheinandergeraten, um sie alle mit Sicherheit zu identifizieren. Die Haemoden und Hebuden d�rften aber mit einiger Sicherheit gleicherma�en die Hebriden meinen. Dumna hingegen wird beispielsweise als Hauptinsel der Orkneys, also der Orkaden oder einem Teil von ihnen gedeutet.49

    Abstecher nach Thule

    Hier im Norden dauerte die Unterbrechung der Umsegelung Albions sogar noch etwas l�nger als einen Aufenthalt bei den Einheimischen, da dem Pytheas von einem Land Thule berichtet wurde. Mit diesem m�ssen also Handelsbeziehungen bestanden haben. Denn von der Insel Berrike aus segelte man offenbar regelm��ig dorthin.
    50 Dabei d�rfte Berrike die Hauptinsel der Shettlandinseln gewesen sein.51 Ob sich der alte Begriff Orkaden auf die Orkneys oder die Shettlands oder sammelnd auf beide Inselgruppen bezieht, bleibt strittig.52 Er k�nnte gewandert oder geschrumpft sein, wie dies in der Weltgeschichte oft mit Ortsbezeichnungen geschah.
    Sechs Tage wurden von Berrike aus nach Thule ben�tigt.53 Diesen Abschnitt der Reise kann man sich besonders schwer mit einem Schiff aus dem Mittelmeer vorstellen. Zumindest muss ein ortskundiger F�hrer anwesend gewesen sein, ebenso ein weiterer Dolmetscher. Wahrscheinlich wurden wiederum die schon erw�hnten Lederboote verwendet. Solche sind noch heute bei den Inuit in Gebrauch und beweisen erstaunliche Haltbarkeit.
    Wo aber lag Thule? Neben der Anreisezeit ist eine ganze Reihe von recht genauen Angaben �berliefert. Dies sind zum einen Beschreibungen �rtlicher Gepflogenheiten und der dortigen Lebensbedingungen, zum anderen aber auch Tagesl�ngen und geographische Details, die pr�zisen Positionsangaben schon recht nahe kommen.
    Beginnen wir mit den letzteren: Es wird ausdr�cklich gesagt, Thule l�ge dort, wo der Sommerwendekreis und der arktische Kreis zusammenfallen.54 Die Angaben bei Plinius55 sind offenkundig unrichtig, da sie auf falschen Vorstellungen aufbauen. Zudem erfahren wir die Tagesl�nge,56 womit gewiss die der Sommersonnenwende, also des l�ngsten Tages im Jahr, gemeint ist. Es werden zwei bis drei Stunden f�r die Nacht angegeben. Da es sich bei der Geminos-Stelle wohl um das Zitat mit den einzigen beiden w�rtlich �berlieferten S�tzen des Pytheas handelt, sollte man dieser Information bei der Lokalisierung Thules entsprechende Bedeutung zukommen lassen. Dar�ber hinaus h�ren wir �ber Strabon von des Eratosthenes Breitengrad f�r Thule, welchen letzterer offenbar aus des Pytheas Angaben berechnet hat.57
    Wir erhalten aus all diesen Daten immer wieder einen Breitengrad von um 65�. Dieser verl�uft durch Island und Skandinavien jeweils auf etwa halber H�he. Die F�r�er oder gar Shettlandinseln stehen also als Thule keinesfalls zur Debatte.
    Die Angabe der sechs Reisetage ist insofern ungenau, da wir die Insel Berrike als ihren Ausgangspunkt nicht sicher identifizieren k�nnen. Von den Orkneyinseln aus w�ren sie schon etwas zu reichlich bis zu den F�r�er, von den Shettlands aus um so weniger denkbar. Ebenso sind sie deutlich zu lang f�r eine Fahrt zwischen den Orkneys und den Shettlandinseln. Selbst mit gleichem Ziel vom Kap aus ist man zu lange unterwegs.
    Da man nachts nicht irgendwo anlegen konnte, sind sicher gr��ere Entfernungen zur�ckgelegt worden als bei des Pytheas K�stenfahrten. Mittelnorwegen liegt etwas entfernter, hatte aber Str�mungs- und Windverh�ltnisse eindeutig f�r sich. Eben diese machen auch eine erste Kontaktaufnahme der n�rdlichsten Briten durch eine ungewollte Schiffsversetzung nach Norwegen wahrscheinlicher als nach Island. Auch Pytheas glaubte ja, direkt nach Norden gefahren zu sein.
    Als den weiteren Belegen also wenden wir uns nun den Beschreibungen von Land und Leuten zu. Wir erfahren von den Bewohnern, ihrer Ern�hrung von Fr�chten, Getreide und Honig, sowie ihrer Vieh- und Lagerhaltung.58 Zweifellos kann man viel dar�ber spekulieren, bis in welche Gegend es Bienen und die verschiedenen Pflanzenarten gab. Allerdings gibt es keine Belege f�r eine Besiedelung Islands vor dem 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.59 Vom westlichen Skandinavien hingegen ist eine noch viel fr�here Einwohnerschaft arch�ologisch nachgewiesen.
    Es ist auch keineswegs gesichert, ob sich die Beschreibungen s�mtlich auf Thule beziehen oder mit denen anderer n�rdlicher Gegenden verwischt worden sind. Die Positionsberechnungen sind in jedem Falle h�her zu bewerten.60
    Zu alledem muss man sich sehr fragen, welche G�ter man von Island zur Prettanike denn h�tte einf�hren wollen. Es gab dort nichts, das man auf Albion nicht selbst produzierte - was �brigens wiederum ebenso f�r Shettland oder die F�r�er gilt. In Skandinavien hingegen konnte man wertvolle Pelze eintauschen.
    Schlussendlich vermisst man Berichte von Vulkanen und Geisiren. Fehlende Beschreibungen von Fjorden hingegen sind kein schlagendes Indiz gegen Norwegen, da die Landschaft im mittleren und n�rdlichen Norwegen ebener wird. Wenn Pytheas die Fjorde f�r Fl�sse hielt, m�gen sie ihm und seinen Bearbeitern nicht einmal als etwas besonders Ungew�hnliches erschienen sein.
    Unter dem verdichteten oder geronnenen Meer wird gemeinhin die zu Eis erstarrte See verstanden.61 Dass es bei Plinius einen Tag n�rdlich von Thule, bei Strabon direkt bei Thule liegt, mag an der enormen Ausdehnung Skandinaviens liegen. Im einen Fall w�re mit Thule nur die Gegend um die Landungsstelle des Pytheas gemeint, im anderen das gesamte Land. Dass Thule eine gr��ere Nord-S�d-Ausdehnung gehabt haben muss, ergibt sich aus Geminos, die Nacht sei an einigen Stellen zwei, an anderen drei Stunden lang.62 Diese Angaben passen allerdings auch halbwegs auf Island.
    Hennig verweist in diesem Zusammenhang auf ein weltumspannendes Fabelmeer, welches man sich als Begrenzung des Okeanos dachte.63 Es spricht jedoch nichts dagegen, dass diese Fabel urspr�nglich auf tats�chlichen Beobachtungen des Eismeeres oder vielmehr der fernen Kunde davon beruht, wie es ja meistens bei solchen Geschichten der Fall ist.
    Jedenfalls war es vor gut zweitausend Jahren im Schnitt wenige Grade k�hler als heute, die Treibeisgrenzen lagen also etwas s�dlicher und k�nnten vielleicht bis zum n�rdlichen Norwegen gereicht haben.
    Unklar bleibt, ob die Gegenden des Gemisches aus Land, Wasser und Luft auf dasselbe Ph�nomen zur�ckzuf�hren sind. Pytheas sprach offenbar davon, es erinnere an eine Meerlunge.64 Damit k�nnte die so benannte Quallenart des Mittelmeeres gemeint sein. M�glicherweise handelte es sich um eine physikalische Besonderheit n�rdlicher K�stengew�sser. Warme und kalte Wasserschichten liegen �bereinander und erschweren die Befahrbarkeit.65
    Als weitere Deutung kann sumpfig-nebeliges K�stengel�nde angef�hrt werden. Auch eine Identifizierung mit dem Wattenmeer mag nicht ganz ausgeschlossen sein, falls die Stelle bei Strabon in der �berlieferung in falschen Zusammenhang geraten sein sollte. Ein matschig-feuchtes, von Wasserrinnen durchzogenes Watt kann durchaus an eine Lunge erinnern. Dann w�re die Kunde von der Meerlunge ins Bernsteinland einzuordnen, da es kein Watt vor den K�sten Norwegens gibt.66
    Die Meerlunge als Band des Ganzen oder des Alls passt wenig zu einem n�chternen Naturbeobachter. Allerdings entstammt diese Bezeichnung auch ausdr�cklich dem H�rensagen des Pytheas, also wohl dem, was ihm die Bewohner Thules dar�ber erz�hlten. Keinesfalls kann man das H�rensagen auf ganz Thule ausweiten und damit dem Pytheas unterstellen, er habe dieses Land nach eigener Aussage gar nicht besucht.67
    Die Deutung als Nordlicht kann schwerlich auf die Meerlunge zutreffen, da ein solches weder ein Boot noch einen Fu�g�nger irgendwie behindert. Eher w�ren Nordlichter als Anregung f�r ein mystisches Band des Alls denkbar. Dann hat letzteres um so weniger mit der Meerlunge zu tun.
    Das w�rtliche Zitat bei Geminos spricht f�r sich allein genommen nicht daf�r, dass Pytheas die Mitternachtssonne gesehen hat. Demgegen�ber wird vielfach von den Dauertagen berichtet oder auch nur fabuliert. Sie m�gen sich teilweise aus rein rechnerischen �berlegungen und logischen Folgerungen ergeben, wie es bei einem halbj�hrigen Tag am Pol in jedem Falle sein muss. Gewiss wurden diese auch vielfach mit den Zust�nden in Thule verwechselt. Es w�re andererseits kaum erkl�rlich, warum Pytheas eine Tagesreise vor dieser Sehensw�rdigkeit h�tte umkehren sollen.68
    Pytheas bezeichnete Thule als n�rdlichsten Teil der Prettanike.69 Dies ist kein Anlass, das Land tats�chlich in Britanniens allern�chster N�he zu suchen oder auch nur zwingend als Insel zu vermuten. Ferne fremde L�nder wurden im Altertum immer zuerst f�r Inseln gehalten. Pytheas selbst nannte Thule m�glicherweise nicht einmal Insel.70
    Zudem ist eine Entfernung von sechs Tagen nicht �berm��ig viel im Vergleich zu einer Seitenl�nge von zwanzig Tagen bei Albion. So konnte Pytheas Thule mangels einer Alternative durchaus der Prettanike zuordnen, so wie er und alle Griechen seiner Zeit Germanien noch als Teil der Skythike ansahen. Folglich wird er die im hellenischen Weltbild bestehende Zweiteilung Nordeuropas in Keltike und Skythike um diesen dritten Teil, die Prettanike, f�r sich erweitert haben.
    Die Nachricht, eine Expedition unter Agricola habe drei Jahrhunderte sp�ter eine Insel n�rdlich Albions gesichtet, welche sie f�r Thule hielt,71 spielt f�r eine Lokalisierung vom eigentlichen Thule selbstverst�ndlich keinerlei Rolle. Sie kann nur auf dem Wunsch der R�mer entstanden sein, ihre Nordfahrt m�glichst fr�h beenden zu d�rfen, zumal der Winter nahte.
    Nach seinem Thule-Besuch also vollendete Pytheas zun�chst die Umrundung Albions. Diese R�ckkehr anstatt von einer Fahrt entlang der norwegischen K�ste nach S�den spricht wiederum keineswegs f�r Island, die F�r�er oder die Shettlandinseln als Thule, sondern vielmehr ein weiteres Mal f�r die Nutzung einheimischer Boote und Fremdenf�hrer, die an ihren Ausgangspunkt zur�ckgebracht werden mussten.
    Dass Pytheas Ierne besucht h�tte, wird nirgends ausdr�cklich berichtet. Er kann sie jedoch unm�glich bei der Westpassage um Albion �bersehen haben. Vermutlich sind zumindest manche sp�tere Angaben dar�ber auf ihn zur�ckzuf�hren.72

    Das Bernsteinland

    Vom Kap Belerion oder vom Kap Kantion aus fuhr Pytheas zur keltischen K�ste und diese entlang nach Osten. Wie weit er dabei gekommen ist, bleibt umstritten. Doch kann man recht sicher sagen, bis wohin er gekommen zu sein glaubte: Wie eingangs erw�hnt, r�hmte sich Pytheas, die gesamte K�ste von Gadeira bis zum Tanais abgefahren zu haben.
    73 Der Fluss galt den Hellenen als Grenze zwischen Europa und Asien, und man glaubte, er w�rde im Norden mit dem Okeanos verbunden sein. Genau den Tanais darf man daher auch als des Pytheas Zielpunkt im Osten ansehen, um die K�stenlinie des Okeanos im gesamten europ�ischen Nordwesten vollst�ndig erkundet zu haben.74
    Die damals links der Maas noch in Resten ans�ssigen Ligyer wurden dabei vermutlich von Pytheas f�r einen keltischen Stamm gehalten.
    Im Anschluss erreichte er eine Gegend, welche bei den Anwohnern die Bezeichnung Metuonis75 trug, was soviel wie Marschland oder Wattenmeer bedeutet. Die Gr��enangabe bei Plinius von sechstausend Stadien ist wieder aus den kurzen Tagesfahrten heraus zu verstehen und bezieht sich �berdies wohl auf das gesamte Wattenmeer.

    Guionen und Gutonen

    Besagte Anwohner werden bei Plinius Guionen oder Gutonen genannt - je nach Abschrift.
    76 Vielfach wurde versucht, diesen Stamm mit bereits bekannten V�lkerschaften zu identifizieren. Von der einen oder anderen Lesart ausgehend, wurden verschiedene entstellte Urformen gemutma�t. Man verficht die eine oder andere Variante oder machte daraus Teutones/Teutonibus oder Inguiones/Inguionibus als Vorlagen des Plinius.
    Die Gutonen, also wohl Goten haben in dieser Gegend aber wenig zu suchen, wenn man nicht annimmt, es handele sich um einen Stamm mit zuf�llig gleich gew�hltem Namen. Die Teutonen hingegen werden an derselben Pliniusstelle extra aufgef�hrt. Die Ingw�onen schlie�lich sind ebenfalls andernorts bei Plinius als Stammesverband der K�ste erw�hnt.
    Man k�nnte die Guionen als Guionen stehen lassen. Sie w�ren angesichts der verschiedenen Ortsnamen, welche ebenfalls allein durch Pytheas auf uns gekommen sind, kein wunderlicher Einzelfall. Jedoch steht diese Version in lediglich einer Abschrift, weswegen man sich heute gew�hnlich f�r 'Gutonibus' entscheidet. Zugleich aber wird als urspr�nglich bei Pytheas auf die Ingw�onen zur�ckgegriffen, was widerspr�chlich erscheint. Stand urspr�nglich 'Inguiones', w�re 'Guionibus' bei Plinius plausibler.
    Aus den Quellenstellen heraus ist nicht ganz eindeutig, ob Pytheas sie schon zu den Skythen oder noch zu den Kelten rechnete. Wenn das bei Plinius skythische Baunonia77 - 'quae apellantur Baunonia' bezieht sich doch wohl auf Skythien, nicht wie vielfach angenommen auf die Insel - die K�stenlandschaft zum Wattenmeer Metuonis meint, so waren die Guionen/Gutonen bei Pytheas Skythen, tats�chlich also Germanen. Darauf verweist auch die Stelle bei Diodoros, wo der Bernsteinfluss Eridanos in die Gallien direkt benachbarte Skythike gelegt wird.78 Diese Information kann nur urspr�nglich von Pytheas stammen.
    Vertagen wir das Problem f�r den Moment.

    Die Bernsteininsel Abalus

    Zur Lokalisierung der Metuonis, der Gutonen und Baunonias haben wir in der geheimnisvollen Insel Abalus einen weiteren Schl�ssel. Sie soll eine Tagesfahrt vor der Metuonis gelegen haben, ebenso eine vor Baunonia.
    79 Der Bernstein w�rde hier angeschwemmt, und in der Nachbarschaft wohnten die aufkaufenden Teutonen. Letztere ortet man allgemein in Kimbrien, dem heutigen J�tland.
    Da von einer einzelnen Insel die Rede ist, scheint keine von den vielen im Osten Kimbriens gemeint zu sein. W�re Pytheas bis in diese Gegend gekommen, so fehlen uns Berichte dar�ber. Ferner h�tte er Skandinavien dabei sichten oder zumindest von ihm h�ren m�ssen. Eine Kunde hiervon mag bei Xenophon dem Lampsakiden in Gestalt der gewaltigen Insel Balkia oder Baltia erhalten sein,80 doch auf welchem Wege erreichte sie ihn? Wenn die �berlieferung auf Pytheas zur�ckzuf�hren ist, mag er nur davon geh�rt haben, da sich keine genaueren Beschreibungen finden.
    In Richtung Ostsee ist viel spekuliert worden, was jedoch allzu gro�e Verluste am Bericht des Pytheas voraussetzen w�rde und auf weiteren zu unsicheren Grundbedingungen beruht. Das Bernstein des Samlandes war zu dieser fr�hen Zeit am Mittelmeer noch unbekannt. Ein Wattenmeer finden wir schon mangels ausgebildeter Gezeiten in der gesamten Ostsee nicht.81
    Statt dessen haben wir in der Nordsee eine Insel, welche tats�chlich in einer Tagesreise vom Festland im Osten wie im S�den aus zu erreichen ist. Dort wird noch heute Bernstein in geringeren Mengen angesp�lt. Gemeint ist folglich mit hoher Wahrscheinlichkeit Helgoland, mit welchem man Abalus heute auch meistens identifiziert. Vereinzelt mutma�t man eine versunkene Insel, derer es in diesem Raum gewiss viele gibt.82
    Helgoland war damals erheblich gr��er und umfasste wahrscheinlich auch die Nachbarinsel D�ne. Zudem muss Abalus nicht �berreich an Bernstein gewesen sein, wenn es einfach ein Sammelplatz daf�r war. Man braucht also nicht unbedingt nach einer weiteren, inzwischen versunkenen Insel zu suchen. Das von Hennig vorgeschlagene S�derstrand lag auch allzu dicht an der K�ste vor Eiderstedt, als dass man eine Tagesfahrt hierhin ben�tigt h�tte.

    Ein Deutungsversuch

    Pytheas passierte gewiss die M�ndung des Rhenos und gelangte in das M�ndungsgebiet der Albis. Dieses zog sich zu dieser Zeit noch sehr viel tiefer ins Landesinnere hinein und ist erst im Laufe der Jahrtausende zunehmend versandet.
    83 Als Ma�angabe selbst f�r eine deutlich vergr��erte Elbm�ndung, wie in der Literatur teils gemutma�t wird, w�re der Wert von sechstausend Stadien f�r die Metuonis auch nach Halbierung noch zu gro�. Auch die Anreisezeit von Kap Kantion kann schlecht gemeint sein, da sie etwas zu kurz w�re und Plinius eindeutig von einem Gebiet, nicht von einer Strecke sprach. Die Metuonis kann folglich nur als das friesische Wattenmeer gedeutet werden.
    Hier h�rte Pytheas von den Ingw�onen �ber die Bernsteininsel Abalus. Es w�rde sich also um ein Volk handeln, welches sp�ter als ein auch die Teutonen einschlie�ender Stammesverband gedeutet wurde. Da Plinius sp�ter die Skythen nicht mehr an der Nordsee suchte, wo er die Germanen wusste, k�nnte er oder ein Abschreiber die zu Guionen verk�mmerten Inguionen als an der Ostsee lebende Gutonen - also als Gauten oder Goten - missverstanden haben.
    Unabh�ngig davon, wie dieses Volk nun wirklich hie� und von Pytheas verstanden wurde, mag die ebenfalls f�r die Bernsteininsel �berlieferte Bezeichnung Basilea lediglich bedeuten, dass auf Abalus ein einem Basileus vergleichbarer m�chtiger Herrscher oder ein Kultzentrum sa� oder die Insel als K�nigin der umliegenden K�sten angesehen wurde.84
    Sich auf Xenophon berufend, berichtete Plinius wie schon erw�hnt auch noch von einer Insel Balkia oder Baltia.85 Diese soll von unermesslicher Gr��e und drei Tage von irgendeiner K�ste entfernt sein. Allein schon aufgrund der Entfernung wird es sich also kaum um dieselbe Insel wie Abalus handeln. Wahrscheinlicher war ein Zipfel Skandinaviens gemeint, von dem Pytheas in Baunonia erz�hlt bekommen haben mag.
    Viel weiter als bis zur Elbm�ndung wird Pytheas nicht gefahren sein. Er glaubte, den Tanais passiert zu haben, und hatte das Bernsteinland erkundet, also waren alle wissenschaftlichen und m�glichen wirtschaftlichen Ziele erreicht.
    �ber die R�ckkehr nach Massalia h�ren wir wiederum nichts. Sie ergibt sich lediglich als Tatsache aus der sp�ter erfolgten Niederschrift seiner Reisebeschreibung. Schon die Route hingegen unterliegt wieder denselben Problemen wie die Anreise nach Uxisama.86

    Schlussbetrachtung

    Alles in allem bleiben also leider allzu viele Fragen offen und ungekl�rt, so lange man nicht weitere Fragmente von oder �ber Pytheas findet. Dem Historiker bietet sich reichlich Spielraum f�r Spekulationen, in welchen er sich verrennen kann. Manche Probleme m�gen durch weiteres, verst�rktes Heranziehen helfender Wissenschaften wie Bereichen der Geologie, Biologie und Meteorologie noch zu l�sen sein. Gewiss w�re auch eine direkte Diskussion fruchtbarer als das einsame T�fteln der Gelehrten. Manch gedanklicher Irrweg k�nnte hierdurch bereits im Ansatz in Frage gestellt werden.
    Schon in der Antike war es immer der Einzelne, der �ber den Wert einer �berlieferung entschied. Die fr�he Ablehnung durch Dikaiarchos beschied dem Bericht des Pytheas einen schweren Start. Andererseits verdr�ngte das Werk des Eratosthenes jenes des Pytheas in seiner Bedeutung.
    87 Allgemein zug�ngliche Informationen �ber den Norden standen letztlich den Handelsinteressen von Pytheas' Mutterstadt Massalia - ebenso wie denen der Karthager - entgegen. Darum wollten die Massalioten dem Feldherrn Scipio nichts �ber das keltische Hinterland sagen und behaupteten, nicht einmal die eigenen Handelskontore zu kennen.88
    Die wissenschaftliche Geographie, vertreten vor allem durch Eratosthenes aus Kyrene, Hipparchos aus Nikaia und Poseidonios aus Rhodos, stand den Angaben des Pytheas vorwiegend aufgeschlossen gegen�ber. Letzterer benannte sogar sein eigenes Werk nach dem des Pytheas.
    Der schier ungehemmte Gelehrtenneid innerhalb der beschreibenden Geographie jedoch, wie sie Polybios und Strabon vertraten, lie� sie die Ungenauigkeiten ihrer Vorg�nger �bernehmen und zu Fehlern werden lassen. Als Beispiel sei hier auf des Hipparchos Vergleich der Breitengrade von Massalia und Byzantion verwiesen, den Pytheas nie gezogen hat.89
    Selbst der objektive Plinius entstellte manche Informationen, weil er sie auf den Kenntnisstand und die Begriffe seiner eigenen Zeit bezog und so vieles missverstehen musste.
    Die Moderen stehen bei alledem also in alter Tradition.
    Eine gr��ere Zahl von antiken und fr�hmittelalterlichen Autoren hat das urspr�ngliche Werk des Pytheas auf viele kleine und kleinste Fragmente verteilt �berliefert, die ihm nicht immer sicher zugeordnet werden k�nnen.90
    Ob die 'Ora Maritima', die 'Meeresk�ste' des Rufus Festus Avienus dazu geh�rt und der sogenannte Alte Periplus, auf dem sie wesentlich aufbaut, dem 'Ta peri tou Okeanou' entspricht, oder ob dieser aus einer fr�heren Zeit stammt und vielleicht Pytheas als Anregung und Hilfe diente, ist noch keineswegs endg�ltig entschieden.
    Trotz alledem kann man auf gen�gend zur�ckgreifen, um Pytheas und seine Leistungen sehr positiv zu bewerten. Dies tun alle modernen Autoren, nicht wenige von ihnen h�chst �berschwenglich.
    Da er der auf Eudoxos von Knidos zur�ckzuf�hrenden Erdkugellehre anhing,91 erlaubte ihm dies seine pr�zisen Positionsberechnungen in Kreisteilen, also Breitengraden n�rdlich von Massalia aus gesehen.
    Zwar k�nnen wir nicht sicher datieren, wann Pytheas lebte und wann er seine Reise nach West- und Nordeuropa antrat. Doch immerhin �ber die Jahreszeit, um welche Pytheas im h�chsten Norden gewesen sein muss, l�sst sich fruchtbar mutma�en. Nat�rlich darf man die auf die Sonnenwende bezogenen Tagesl�ngen nicht w�rtlich nehmen, da er sie schlie�lich nicht alle gleichzeitig bestimmen konnte. Dennoch war er sicherlich w�hrend der Sonnenwende irgendwo n�rdlich der Keltike, wenn es ihm um das Ph�nomen kurzer, heller N�chte und die Mitternachtssonne ging.92 Auf jeden Fall wird er im Fr�hjahr aufgebrochen sein, wie es schon der gesunde Menschenverstand gebietet. Die reine Fahrtzeit belief sich auf etwa vier Monate. Selbst Aufenthalte hier und dort eingerechnet, kann er also noch vor dem Herbst wieder in der Heimat gewesen sein.
    H�tte Pytheas zwei oder gar mehrere Expeditionen an die K�sten des Okeanos unternommen, h�tte dies vermutlich gr��ere Folgen nach sich gezogen.
    Dennoch und allen Ungl�ubigen zum Trotze ging das Licht, welches er auf den Norden, insbesondere die Prettanike warf, nicht vollst�ndig wieder verloren. Er wurde jahrhundertelang bearbeitet und diskutiert. Alle genauere Kunde �ber Britannien w�hrend der nachfolgenden drei Jahrhunderte wird sich im wesentlichen auf Pytheas zur�ckf�hren lassen.
    Sogar das geheimnisvolle, seltsame Thule erscheint noch auf den Karten des Ptolemaios und der Araber und galt bis ins Mittelalter hinein unter der Bezeichnung Ultima Thule als das n�rdlichste Land der Welt. Selbst Polybios und Strabon haben vorsichtshalber seine blo�e Existenz nicht ausdr�cklich in Zweifel gezogen, sondern nur die Berichte des Pytheas dar�ber.93
    Heute wissen wir gerade aufgrund vieler f�r M�rchen gehaltenen Beschreibungen des Pytheas, dass seine Fahrt tats�chlich stattgefunden haben muss. Auch dies ein Ph�nomen, zu welchem man leicht Parallelen findet wie in der von Herodotos nicht f�r wahr gehaltenen ersten Afrika-Umsegelung der Phoinikier unter Pharao Nekaw.
    So war Pytheas also der erste �bermittler der Ortsnamen Prettanike, Thule, Abalus und wohl auch Albion, Ierne, sowie anderer, dazu von V�lkernamen wie dem der Teutonen und ihrer Nachbarn. Zudem war er der wissenschaftliche Entdecker dieser L�nder und Inseln.94
    Mehr als bei allen seinen Nachfolgern k�nnen wir eine gewissenhafte Sprache vermuten, bei welcher er eine deutliche Unterscheidung zog zwischen selbst Erlebtem und Gesehenem einerseits und H�rensagen andererseits.95
    Mit all diesen Leistungen kann er auch heute noch als Vorbild f�r einen hervorragenden Wissenschaftler dienen.

    Anhang

    Europakarte

    Ortsnamenregister

    Die Ortsbezeichnungen werden in der Literatur h�chst uneinheitlich und teils vom selben Autor inkonsequent und wahllos in der Originalsprache, Griechisch, Lateinisch oder verschiedenen modernen Sprachen wiedergegeben. Zu besserem Verst�ndnis und der �bersichtlichkeit halber sind sie im Hauptteil des Textes und auf der Karte nach M�glichkeit in der mutma�lich von Pytheas gebrauchten Form genannt. Abweichende Varianten ergeben sich aus dem Zusammenhang und dem jeweiligen Blickwinkel heraus.
    Als Orientierungshilfe innerhalb dieser Arbeit ebenso wie in den Quellen und der Literatur sind die Ortsnamen daher hier erkl�rend aufgef�hrt und mit ihren Varianten und sp�teren Namen versehen:
    Albion (kelt./gr.) = sp�ter gr./lat. Britannia; die britische Hauptinsel
    Albis (kelt./gr./lat.): von anord. Elfr = Fluss; germ. Albia, h. Elbe
    Baunonia (germ. "Bohnenland") = wohl die niederl�ndisch-deutsche K�ste zwischen Rhein und Elbe
    Belerion (gr.) = lat. Belerium, h. Landsend in Cornwall
    Brigulos (gr.) = lat. Arar, sp�ter Sauconna, h. Saone
    Eridanos (gr.) = lat. Eridanus; vermutlich urspr�nglich die Elbe oder eventuell der Rhein, sp�tere griechisch-r�mische Identifizierungen mit dem Po und der Rhone
    Gadeira: griechisch f�r phoinik. Gadir; lat. Gades, h. Cadiz
    Garunas (gr.) = lat. Garumna/Garunna, h. Garonne und Gironde
    Ierne (gr.) = lat. Hibernia, h. Irland
    Kabaion (Kalbion?, gr.) = h. Bretagne
    Kantion (gr.) = lat. Cantium, h. Kent
    Karchedon: griechisch f�r phoinik. Kart Chadascht ("Neue Stadt") = lat. Carthago
    Libye (gr.) = h. Afrika
    Liger (kelt./gr./lat.) = h. Loire
    Ligyes (gr.) = lat. Ligures (Ligurer)
    Massalia (gr.) = lat. Massilia, h. Marseille
    Metuonis (kelt.) = fries. M�den, lat. Aestuarium, dt. Wattenmeer; die Helgol�nder Bucht, eventuell die gesamte Deutsche Bucht
    Ophiussa (phok. "Land der Schlangen"), sp�ter Iberia aus phoinik. Ischephannim, dann Hispania; die Iberische Halbinsel
    Ostimier: wahrscheinlich von Pytheas verwendete Version; zahlreiche Varianten: Oistrymnier, Ostidamnier, Ostidaier, Osismier u.a.
    Pados (gr.) = lat. Padus, h. Po
    Prettanike: von Pytheas f�r die Britischen Inseln verwandt, vermutlich aus kelt. Prettania f�r -->Albion
    Rhenos (gr.) = kelt. Renos, germ. Reinos (von 'wirbelnd flie�end'), lat. Rhenus, h. Rhein
    Rhodanos (gr.) = lat. Rhodanus, h. Rhone
    S�ulen des Herakles (Herakleious Stelas): griechische Umschreibung f�r phoinik. S�ulen des Melkart, h. Stra�e von Gibraltar
    Sekoanas (gr., auch Sekuanos) = lat. Sequana, h. Seine
    Tanais (gr.) = h. Don
    Tartessos (gr.): Stadt und Fluss (dieser sp�ter Baetis, h. Guadalquivir) in S�dspanien; -->Turta
    Turta: vor-turdetanische Stadt; gr. -->Tartessos, phoinik. Tarschisch
    Uxisama (kelt./gr.) = Varianten Uxisame/Ukesame, h. Ouessant

    Quellen

    Apollonios von Rhodos: Das Argonautenepos; gr./dt., �bers. Reinhold Glei und Stephanie Natzel-Glei; 2 B�nde; Darmstadt 1996
    Rufus Festus Avienus: Ora Maritima; lat./dt., �bers. Dietrich Stichtenoth; Darmstadt 1968
    Diodoros: Griechische Weltgeschichte Buch I-X / Zweiter Teil; �bers. Otto Veh; Stuttgart 1993; speziell 5,20-23
    Dionysios von Alexandria: Das Lied von der Welt; gr./dt., �bers.: Kai Brodersen; Hildesheim 1994; speziell Vers 555-586
    Pomponius Mela: Erdbeschreibung (Wie sich die alten R�mer den Erdkreis vorstellten); �bers. Hans Philipp; Leipzig 1911
    Pomponius Mela: Kreuzfahrt durch die Alte Welt; lat./dt., �bers. Kai Brodersen; Darmstadt 1994
    C. Plinius Secundus: Naturkunde / Naturalis Historiae; lat./dt., �bers. Roderich K�nig u.a.; 30 B�nde; M�nchen - Z�rich 1973-1995
    Polybios: Geschichte; �bers. Hans Drexler; 2 B�nde; Z�rich, Stuttgart 1961/1963
    Strabo: Erdbeschreibung; �bers. Albert Forbiger; 4 B�nde; Berlin, Stuttgart 1855-1892
    Strabons Geographika; gr./dt., �bers. Stefan Radt; 3 B�nde; G�ttingen 2002-2004

    Sammlungen einschl�giger Quellenstellen zu Pytheas siehe auch in den Literaturlisten bei:
    Hennig L�nder (dt.) Terrae (dt.), Mette (gr. bzw. lat.), Stichtenoth (dt.)
    [Nachtrag:] Joachim Herrmann (Hrsg.): Griechische und lateinische Quellen zur Fr�hgeschichte Mitteleuropas / bis zur Mitte des 1. Jahrtausends u.Z.; gr./lat./dt.; 4 B�nde; Berlin 1988-1992

    Literatur

    Hugo Berger: Die geographischen Fragmente des Eratosthenes; 1880, Nachdruck Amsterdam 1964
    ders.: Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen; Leipzig 1903 (�berarbeitete Zweitausgabe), Nachdruck 1966
    Max Cary / Eric H. Warmington: Die Entdeckungen der Antike; �bers. Kurt Fassmann; Z�rich 1966
    Albert Forbiger: Handbuch der alten Geographie; 3 B�nde; Hamburg 1877
    Hans Armin G�rtner: Pytheas (4) in DNP 10; 2002; Sp. 660-662
    Johannes Geffcken: Timaios' Geographie des Westens; Berlin 1892
    Friedrich Gisinger: Pytheas (1) in RE 47; 1963; Sp. 314-366
    Siegfried Gutenbrunner: Germanische Fr�hzeit in den Berichten der Antike; Wien 1939
    Richard Hennig: Das vor- und fr�hgeschichtliche Altertum in seinen Kultur- und Handelsbeziehungen; Leipzig 1942
    ders.: Die Kunde von Britannien im Altertum; in: Geographische Zeitschrift 34; Leipzig, Berlin 1928; S. 22-32, 88-108
    ders.: Die westlichen und n�rdlichen Kultureinfl�sse auf die antike Mittelmeerwelt; in: Klio 25; Wiesbaden 1932, Nachdruck Aalen 1964; S. 1-21
    ders.: Von r�tselhaften L�ndern; M�nchen 1925
    ders.: Terrae Incognitae; Bd. 1: Altertum bis Ptolem�us; Leiden 1944, 2.Aufl.;
    speziell: Pytheas' Reise zum Zinn- und Bernsteinland sowie nach Thule; S. 155-182
    Gustav Hergt: Die Nordlandfahrt des Pytheas; Halle 1893
    Otto Jessen: Die Stra�e von Gibraltar; Berlin 1927
    Francois Lasserre: Pytheas (4) in KlP 4; 1972; Sp. 1272-1274
    Konrad Mannert: Geographie der Griechen und R�mer; 3 B�nde; N�rnberg 1789-1792
    Klaus Meister: Die griechische Geschichtsschreibung / Von den Anf�ngen bis zum Ende des Hellenismus; Stuttgart, Berlin, K�ln 1990
    Hans Joachim Mette: Pytheas von Massalia; Berlin 1952
    Walter Mohr: Des Pytheas von Massilia Schrift "�ber den Ozean"; Hermes 77; Berlin 1942; S. 28-45 (abwegige Theorien)
    Karl M�llenhoff: Deutsche Altertumskunde; Bd. 1; Berlin 1870
    Klaus Erich M�ller: Geschichte der antiken Ethnographie und ethnologischen Theoriebildung; Bd.1: Von den Anf�ngen bis auf die byzantinischen Historiographien; Wiesbaden 1972
    H.-G. Nesselrath: Pytheas; in RGA 23; 2003; S. 617-620 (unbefriedigend)
    Martin Ninck: Die Entdeckung von Europa durch die Griechen; Basel 1945; S. 188-226
    Eduard Norden: Die germanische Urgeschichte in Tacitus Germania; Darmstadt 1974, 5.Aufl.
    Gustav Moritz Redslob: Tartessus. Ein Beitrag zur Geschichte des ph�nicisch-spanischen Handels, sowie zur alten Geographie �berhaupt; Hamburg 1849
    H. Reichert / Dieter Timpe: Guiones; in RGA 13; 1999; S. 182-184
    H. Reichert: Metuonis; in RGA 20; 2002; S. 1-4
    Carl Ritter: Geschichte der Erdkunde und der Entdeckungen; Berlin 1861
    Hermann Schneider (Hrsg.) u.a.: Germanische Altertumskunde; M�nchen 1938, verbesserter Nachdruck 1951
    Adolf Schulten: Tartessos / Ein Beitrag zur �ltesten Geschichte des Westens; Hamburg 1950 (�berarbeitete Zweitausgabe)
    Dietrich Stichtenoth: Pytheas von Marseille / �ber das Weltmeer; Weimar 1959 (abwegige Theorien)
    Dieter Timpe: Entdeckungsgeschichte; in RGA 7; 1989; S. 307-389; speziell: Die Entdeckung Westeuropas auf dem Seeweg und Pytheas von Massalia; S. 323-332
    Ultima Thule / Bilder des Nordens von der Antike bis zur Gegenwart; Hrsg. Braunschmidt u.a.; Frankfurt/M. u.a. 2001
    Georg Friedrich Unger: Der Periplus des Avienus; Philologus Suppl.-Bd. IV Heft 2; W�rzburg? nach 1879

    Nachschlagewerke

    Der kleine Pauly / Lexikon der Antike (KlP); Hrsg. Ziegler; 5 B�nde; Stuttgart 1964-1975
    Der neue Pauly / Enzyklop�die der Antike (DNP); Hrsg. Cancik, Schneider; 19 B�nde, diverse Supplemente; Stuttgart, Weimar 1996-2005
    Paulys Realencyclop�die der Classischen Altertumswissenschaften (RE); Hrsg. Pauly, Wissowa, Kroll, Mittelhaus, Ziegler; 85 B�nde; Stuttgart 1958-1980
    Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA); Hrsg. Beck; 30 B�nde (noch unvollendet); Berlin, Neu York seit 1968

    Fu�noten

    1 vgl. Hennig Kultureinfl�sse 9-10 Terrae 162
    2 Plin. 2.187(2.77), 2.217(2.99), Strab. 2.5.7(114), Hipparch. Arat. 4.1, Aet. Sammlung 3.17
    3 Gisinger 321, Berger Eratosthenes 74, M�llenhoff 234
    4 Stichtenoth im Kommentar zu seiner Avienausgabe 6, 10-11
    5 Versuche u.a. bei M�llenhoff 234-235, Ninck 188
    6 M�llenhoff 307-310, Ninck 190, Berger Erdkunde 338
    7 Gisinger 341
    8 Gutenbrunner 48
    9 Aet. 3.3-4, 3.17, Strab. 3.5.8(173-174), Plin. 2.217; vgl. M�llenhoff 365-367, Timpe 325, Ninck 191, Gisinger 325, Mette 14-15, Berger Erdkunde 352-353
    10 Himmelspol: Hipparch. Arat. 4.1; vgl. Ninck 190, Berger Erdkunde 338-339, Mette 10, Hergt 49
    11 Hergt 49-50, Gutenbrunner 48
    12 Motiv und Mittel: Timpe 325, Gisinger 318-20, M�llenhoff 311-312, Ninck 189-191, Nesselrath 617-618, Cary/Warmington 68, 71, Berger Erdkunde 354-355, Hennig Altertum 68, Stichtenoth 14
    13 Polyb. 34.5 in Strab. 2.4.2(104)
    14 Forscherdrang: Gutenbrunner 48, Gisinger 317-319, Hennig L�nder 95, Hergt 41, M�ller 253
    15 Gisinger 316, M�llenhoff 234, Berger Erdkunde 336/339
    16 Strab. 2.4.2(104)
    17 Datierungsversuche: Meister 195, Timpe 325, M�llenhoff 234-236, Ninck 188, Hennig L�nder 95-96 Terrae 161-163 Britannien 23, 102, Ultima Thule 44, Nesselrath 617, Schulten 89, Gisinger 314, Stichtenoth 7, Gutenbrunner 49-50, Cary/Warmington 68, Berger Erdkunde 335-337, Forbiger 1.148, M�ller 253, Mannert 3.339
    18 Polyb. 34.5 in Strabon 2.4.2(104); vgl. M�llenhoff 389 und Cary/Warmington 79, die von einer Redensart sprechen; Hergt 78 glaubt an eine Zuf�gung des Timaios
    19 Route nach Uxisama: M�llenhoff 370-371, Hergt 16-20, Gisinger 324-326, Ninck 218, Cary/Warmington 68, Hennig Terrae 162-164 Kultureinfl�sse 15-16 Britannien 101-102 Altertum 68-69, M�ller 253, Nesselrath 618
    20 z.B. Dionys. 288-293
    21 z.B. Polyb. 2.16, Diod. 5.23
    22 Diod. 5.22, Strab. 4.2.1(189-190); vgl. Hennig Britannien 101
    23 Polyb. 34.10.6-7 in Strab. 4.2.1(190)
    24 Strab. 1.4.5(64), 3.2.11(148), Polyb. 34.5 in Strab. 2.4.2(104), ohne Erw�hnung des Pytheas als Quelle: Diod. 5.20, Avien. allgemein; vgl. Berger Erdkunde 357
    25 z.B. Cary/Warmington 68, Wilhelm Sieglin in Hennig Terrae 161-162
    26 Karthagische Erlaubnis: Schulten 78 in Jessen 187, Hennig L�nder 95, Mannert 3.339
    27 Strab. 3,2,11(148), 2,4,3(106), Avien. 265ff; vgl. M�llenhoff 496-497, Hergt 16-17
    28 Hennig Terrae 160
    29 Dionys. 561-564 (Verwechslung mit den Zinninseln), Diod. 5.19-20; vgl. Schulten 94-95 in Jessen 187
    30 Strab. 3.2.11(148)
    31 Timpe 325, M�llenhoff 368-370; vgl. Mela 3.7
    32 Strab 3.2.11(148)
    33 Strab. 3.2.11(148); vgl. Cary/Warmington 72
    34 Plin. 6.219(6.39)
    35 Hennig Terrae 164
    36 Gisinger 323, Hergt 22-23; vgl. Ostimier-Varianten bei Strab. 1,4,3(63), 1,4,5(64), 4,4,1(195), Avien. 90-107, Stephanos Ethnika 712.21
    37 Strab. 1.4.5(64); vgl. Hennig Terrae 164
    38 Lederboote: Plin. 4.104(4.30), Avien. 103-107
    39 Diod. 5.21, Strab. 1.4.5(64); vgl. Hergt 28
    40 Diod. 5.22
    41 Iktis: Plin. 4.104(4.30), Diod. 5.22; vgl. Hergt 29, Hennig Terrae 155 Britannien 101, Gutenbrunner 47
    42 Albionumsegelungsrichtung: Diod. 5.21; vgl. Gisinger 328, Hergt 41-42, Cary/Warmington 73, Berger Erdkunde 363, M�ller 253
    43 Polyb. 34.5 in Strab. 2.4.1(104), Diod. 5.21-22; vgl. Cary/Warmington 73
    44 Flut/Wellen: Plin. 2.217(2.99); vgl. Carry/Warmington 74-75, Berger Erdkunde 352
    45 Diod. 5.21, Plin. 4.102(4.30), Strab. 1.4.3(63), Polyb. 34.5 in Strab. 2.4.1(104); der Wert des tats�chlichen Umfanges schwankt selbst in der modernen Literatur noch, z.B. bei Hergt 26 sind es nur 17.000 Stadien, bei Hennig L�nder 109 ganze 23.800 Stadien
    46 Gisinger 324, Berger Erdkunde 358 Eratosthenes 365
    47 verschiedene Umf�nge: Gisinger 330-331, M�llenhoff 376-378, Hergt 45-46
    48 Gisinger 330
    49 kleinere britische Inseln: Plin. 4.103-104(4.30), Solin. Sammlung 22, Pseudo-Aristoteles de mundo 3, Strabon 1.4.3(63); vgl. die Artikel 'Haemoden' und 'Hebuden' in RE 14 Sp. 2182 und 2590 von Ferdinand Haug, sowie Hergt 48, Hennig L�nder 105-109
    50 Plin. 4.104(4.30)
    51 Hergt 48, Hennig L�nder 108
    52 Orkadenidentifizierung: Gisinger 331, Hergt 47
    53 Plin. 2.187(2.77), Strab. 1.4.2(63); bei Solinus 22 nur 5 Tage und 5 N�chte, jedoch derer 7 vom Kap Caledonia aus; vgl. Hergt 53, der eine Mittelung durch Eratosthenes aus 5 und 7 zu 6 Tagen erw�gt
    54 Strab. 2.5.8(114), Kleomedes Erscheinungen 1,7
    55 Plin. 2.186-187(2.77) und 6.219(6.39)
    56 Gemin. astron. 6.8-9, Kosmas Topographie 2.149
    57 Strab. 1.4.2-3(63)
    58 Solinus 22, Strab. 4.5.5(201)
    59 Hergt 68-69, Hennig Terrae 169 L�nder 125-126
    60 Lokalisierung Thules allgemein: Gisinger 336-341, Cary/Warmington 76-77, Hennig Terrae 165-171 L�nder 95-137
    61 Verdichtetes Meer: Plin. 4.104(4.30), Solin. 22, Strab. 1.4.2(63), Tac. Germ. 45 Agr. 10; vgl. M�llenhoff 410-425, Mette 7-8
    62 Gemin. astron. 6.9
    63 Hennig Terrae 156 L�nder 128
    64 Meerlunge, in anderen �bersetzungen Seelunge oder Lebermeer: Strab. 2.4.1(104); vgl. Timpe 327, Gisinger 342-344, M�llenhoff 422-423, Hennig Terrae 178 L�nder 110-113, Hergt 72-75, Ninck 222-224, Berger Erdkunde 348-349, Mohr 32
    65 Gutenbrunner
    66 so Hennig Terrae 178
    67 so Timpe 327, Cary/Warmington 75
    68 Mitternachtssonne: Plin. 2.186-187(2.77), 4.104(4.30), Solin. 22, Mela 3,57; vgl. Hergt 60-61, Hennig Terrae 168 L�nder 103-104, M�llenhoff 386
    69 Strab. 2.5.8(114), indirekt zu schlie�en aus 1.4.2-3(63) und Plin. 4.103-104(4.30)
    70 Hergt 62-63
    71 Tac. Agr. 10.4
    72 z.B. Diod. 5.13, 5.32, Ps.-Aristot. de mundo 3, Strab. 2.5.8(115), 4.5.4(201), Solin. 22, Avien. 108-112; vgl. Gisinger 331
    73 Polyb. 34.5 in Strab. 2.4.1(104)
    74 Timpe 328-329
    75 Metuonis: Plin. 37.35(37.11)
    76 Gutonen/Guionen: Plin. 37.35(37.11); vgl. Timpe 330, Gisinger 347, Hergt 33, Cary/Warmington 79, Hennig Terrae 174, sowie die Artikel 'Guionen' in RE und RGA
    77 Baunonia: Plin. 4.94(4.27)
    78 Diod. 5.23
    79 Plin. 4.94-95(4.27), 37.35-36(37.11)
    80 Plin. 4.95(4.27)
    81 Samlandfrage: Gisinger 349-350, Hergt 34-35, M�llenhoff 213-217, 474, 481, Hennig L�nder 117-118 Kultureinfl�sse 2 Terrae 172-174, Schulten 117
    82 Abalusdeutungen: Gisinger 347-350, Hergt 39, Timpe 330, M�llenhoff 473-480, Hennig Terrae 174-176, L�nder 90-91, 117 Altertum 105, Mette 40, Ninck 225, Gutenbrunner 67-68 in Schneider 7
    83 Hennig Terrae 174, 181-182; vgl. Mela 3.31
    84 Plin. 4.95(4.27), Diod. 5.23, ApollRhod. 4,504; vgl. Geffcken 69, Hennig Terrae 173, M�llenhoff 478
    85 Plin. 4.95(4.27)
    86 Gisinger 351, Hennig Terrae 178-179
    87 Gisinger 361
    88 Polyb. 3.38, Strab. 4.2.1(190); vgl. Gisinger 353, Hennig Britannien 97-98, M�llenhoff 354
    89 Strab. 1.4.4(63), 2.1.12(71-72), 2.4.3(106), 2.5.8(115), sowie ohne direkte Nennung von Pytheas und Hipparchos 2.1.16(74)
    90 Quellengenealogien: Gutenbrunner 204, Norden 142-70, Gisinger 322, 353-359, Mette 36-42, Hergt 10
    91 Gisinger 321, 359, M�ller 254, widerspr�chlich Mohr 30
    92 Hergt 55-56, Gisinger 324
    93 zur Nachwirkung des Pytheas: Timpe 330-332, Gisinger 353-363, M�llenhoff 313ff, Berger Erdkunde 333-334
    94 Gisinger 327, Hennig Terrae 165, M�ller 254
    95 Strab. 2,4,1(104); vgl. Gisinger 352-353, Hennig L�nder 97


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    Die Arbeit ist 2006 auch als Buch und E-Buch im Grin-Verlag erschienen.