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Magyaren in der Slowakei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ungarn in der Slowakei)
Der relative Anteil der Magyaren nach den Gemeinden (Stand 2009)
  • 50–100 %
  • 10–50 %
  • 0–10 %
  • Die Magyaren bilden die größte ethnische Minderheit in der Slowakei. Gemäß der Volkszählung 2021 lebten im Land 422.065 Magyaren, bildeten damit fast 7,7 % der Gesamtbevölkerung der Slowakei. Sie leben vor allem im Süden des Landes entlang der Grenze mit Ungarn, mehrheitlich in den Bezirken Trnavský kraj und Nitriansky kraj und bilden die Mehrheit im Okres Dunajská Streda und Okres Komárno. Sie sind mehrheitlich zweisprachig und sprechen neben dem Ungarischen auch Slowakisch.

    BezirkZahlUngarnProzent
    Banskobystrický kraj660.56367.59610,2 %
    Bratislavský kraj602.43623.8884,0 %
    Košický kraj791.72374.7439,4 %
    Nitriansky kraj689.867169.46024,6 %
    Prešovský kraj814.5276460,1 %
    Trnavský kraj554.741120.78421,8 %
    Trenčiansky kraj594.3287970,1 %
    Žilinský kraj688.8515530,1 %

    Laut der letzten Volkszählung 2021 lebten im Land 422.065 Magyaren, mit einem Anteil von 7,75 %. 2001 bildeten die Magyaren mit 520.528 Angehörigen 9,67 % der Bevölkerung der Slowakei; 1991 waren es noch 567.296, mit einem Anteil von 10,76 %.[1] Siehe die Tabelle rechts für eine Darstellung der Ergebnisse der Volkszählung 2011 nach den Bezirken.[2]

    Die magyarische Minderheit lebt zumeist entlang der ungarischen Grenze: im Westen gehören hierzu die Große Schüttinsel, ein Gebiet nördlich davon zwischen der Kleinen Donau und der Waag und das Gebiet am unteren Verlauf der Flüsse Waag, Gran und Eipel, etwa 25–30 Kilometer vor der Mündung in die Donau. Die ersten zwei genannten Gebiete sind teilweise auch als Mattesland (ungarisch Mátyusföld) bekannt. Außerhalb dieses zusammenhängenden Gebietes befindet sich noch eine Sprachinsel in der Gegend von Nitra, ethnologisch als Zobor bezeichnet. In der Mittelslowakei leben die Ungarn entlang der Eipel, etwa ab Lučenec und in den Südhälften der Landschaften Novohrad und Gemer. In der Ostslowakei sind sie um Rožňava und Moldava nad Bodvou, südwestlich und südlich von Košice zu finden. Dazu kommt noch ein Gebiet im Ostslowakischen Tiefland entlang der Flüsse Bodrog und Latorica, das von der magyarischen Seite auch als Bodrogköz (slow. Medzibodrožie) bezeichnet wird.

    Städte mit ungarischem Anteil von mehr als 10 %

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    Zweisprachiges Ortsschild in Komárno (2008)
    Zweisprachige Beschilderung am Bahnhof Fiľakovo (2021)

    Hier werden alle Städte (nicht jedoch einfache Gemeinden) aufgelistet, die bei der Volkszählung 2001 einen ungarischen Anteil von 10 % oder mehr aufwiesen. Bei einem Anteil von 15 % oder mehr darf die ungarische Sprache von der Gemeinde amtlich verwendet werden.

    Die folgenden Städte hatten zwar mehr als 5.000 Angehörige der magyarischen Minderheit, wiesen aber einen Anteil von weniger als 10 % auf:

    • Bratislava (ung. Pozsony) – 16.541 Einw., 3,84 %
    • Košice (ung. Kassa) – 8.490 Einw., 3,79 %

    Die Minderheitenangelegenheiten in der Slowakei führen immer wieder zu Konflikten.[3]

    Zuletzt bei der Nationalratswahl 2023 wurde die magyarische Minderheit unter anderem durch die Parteien Allianz, Magyar Fórum und Ungarische Allianz vertreten. Die Partei Allianz (ungarisch Szövetség, slowakisch Aliancia) entstand 2021 durch den Zusammenschluss der drei Parteien – Partei der ungarischen Gemeinschaft (SMK-MKP), Most–Híd und Ungarische gemeinschaftliche Zusammengehörigkeit (MKÖ-MKS).

    Die Parteien der magyarischen Minderheit sind immer wieder an der Regierung beteiligt, zuletzt von 2018 bis 2020 mit der Regierung Pellegrini.

    Kultur und Bildung

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    • Csemadok, ein Kulturverein für die ungarische Minderheit in der Slowakei
    • Kalligram, ein Verlag in Bratislava
    • Madách, ehemaliger Verlag
    • Rádio Patria, ein Sendeprogramm des Slowakischen Rundfunks, das mehrheitlich auf Ungarisch sendet
    • Új Szó (deutsch Neues Wort), eine ungarischsprachige Zeitung, herausgegeben in Bratislava
    • János-Selye-Universität, ungarischsprachige Universität in Komárno
    • Vasárnap (deutsch Sonntag), eine ungarischsprachige Wochenzeitschrift

    Auf etwa 580 Schulen findet Unterricht auf Ungarisch statt, weitere etwa 200 Schulen sind bilingual (slowakisch-ungarisch).

    Persönlichkeiten

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    Geboren vor 1918

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    Geboren nach 1918

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    Einzelnachweise

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    1. ↑ PDF bei portal.statistics.sk (Memento vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)
    2. ↑ Wayback Machine. 24. November 2015, archiviert vom Original am 24. November 2015; abgerufen am 16. Juni 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
    3. ↑ Vergl. z. B. Ralf Leonhard: Ungarn in der Slowakei – Identität und Aggression. In: TAZ, 19. Januar 2009;
      „Das Burgenland war für Ungarn noch verschmerzbar“. Peter Haslinger in derstandard online, 31. August 2009.