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IT-Sicherheit, Schwachstellen, Angriffe 7
zurück zum Verweis zur nächsten Überschrift Bestandteile eines professionellen Netzwerkes

 
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professionelles Netzwerk
 

 
professionelles Netzwerk
Demilitarisierte Zone - DMZ
internes LAN
Sicherheits�berwachung
Sicherheitskultur und Akzeptanz
 

 
Der abschlie�ende Teil dieser Betrachtung soll einen groben Blick auf die professionelle Organisation von IT-Sicherheit verschaffen. Sie verlangt nach einer klaren physikalischen Ordnung, um Quereinstiege und Hintert�ren zu vermeiden.
 

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Beispiel f�r ein professionelles Firmennetz
  


Ohne eine Firewall am unmittelbaren Netzeingang kommt kein professionelles Netzwerk aus. Erforderlich ist eine Hardware-basierende Firewall mit nur einem Eingang und einem Ausgang, die auch nur eine einzige Aufgabe hat: den aus- und vor allem eingehenden Datenverkehr zu �berwachen, zu analysieren, n�tigenfalls zu blockieren und ganz besonders alle Anstrengungen von au�en zu unterbinden, protokollierend oder steuernd auf das Innere des Unternehmens Einfluss zu nehmen (im Schaubild: links oben, roter Block, FW1).

Im Hinblick darauf, dass immer mehr Dienste mit einem unmittelbaren Au�enkontakt f�r E-Mail oder die Unternehmenspr�sentation gefordert werden (Internet-Shopping, eGovernment), m�ssen Firewalls in einem gewissen Ma�e Au�enkontakte zulassen. Es hat sich deshalb in der Praxis mehr und mehr durchgesetzt, dass vor der eigentlichen (produktiven) Unternehmens-IT eine besonders gesch�tzte Zone errichtet wird, die nur f�r die Au�enkontakte bestimmt ist (demilitarisierte Zone - DMZ; hellblau unterlegter Bereich).
 


Sie muss von der Unternehmens-IT mit einer weiteren und besonders restriktiv arbeitenden Firewall getrennt werden (links oben, roter Block, FW2).

Rechts oben ist im Bild ein sogenannter Honeypot vorgesehen. Es handelt sich dabei um eine Art Hinterzimmer, in dem interessante und in aller Regel falsche Daten bereit gehalten werden. Der Honeypot ist entweder durch keine Firewall gesch�tzt oder durch eine, die verh�ltnism��ig einfach �berwunden werden kann. Zu ihm und seinen "Spieldaten" sollen Angreifer gelockt werden, um sie von dem internen LAN abzulenken und bei ihren Handlungen beobachten zu k�nnen.

Ich halte das Honeypot-Konzept f�r eine informationstheoretische Spielerei mit mehreren Nachteilen: Es akzeptiert, dass sich Angreifer in der DMZ austoben und die dort vorgehaltenen, keineswegs unwichtigen Daten kompromitieren k�nnen. Dazu vernachl�ssigt es wom�glich den sicheren Betrieb der Firewall "FW1" und verursacht wirtschaftlich fragw�rdige Kosten f�r die Technik und den Betrieb des Honeypots.
 

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Demilitariserte Zone (Ausschnitt)
  

 
In der DMZ werden die Ger�te und Dienste installiert, die einen unmittelbaren Au�enkontakt ben�tigen. Untereinander werden sie mit einer (intelligenten) aktiven Netzwerkkomponente verbunden, einem Switch (oranger Block, Sw). Im Gegensatz zu "dummen Datenpumpen" (z.B. einem Hub) kann der Switch Datenverbindungen zielgerichtet lenken und zum Beispiel einem Hacker, der die Eingangs-Firewall �berwunden hat (FW1), schwer behindern.

In die DMZ geh�rt auf jeden Fall der Webserver (gelber Block, WS), auf den die Kunden und die �ffentlichkeit zugreifen k�nnen. Je nach Bedarf muss ihm auch ein Datenbankserver zur Seite gestellt werden, der jedenfalls einen Teil der Unternehmensdaten enth�lt, die der �ffentlichkeit zug�nglich gemacht werden sollen.

Im Beispiel ist auch der Mailserver in der DMZ platziert worden (gelber Block, MS). Seine Aufgaben k�nnen jedoch auch getrennt werden. Dann werden nur die Funktionalit�ten zum E-Mail-Versand in der DMZ vorgehalten, die Verwaltung der Postf�cher f�r die Unternehmensangeh�rigen wird dazu in den gesch�tzten Bereich verlagert, also ins Unternehmensinnere.
 


Die Entscheidung �ber die Architektur h�ngt ab von einer Abw�gung zwischen den Risiken und den Kosten.

Im Beispiel ist auch der Proxy-Server (hellblauer Block, PS) in der DMZ. er verwaltet den Zugang der Mitarbeiter zum Internet und zwischenspeichert die Inhalte aus dem Internet. Auch seine Aufgaben k�nnen gesplittet werden. Dann dient er in der DMZ nur als Zwischenspeicher (Cache) und wird die Benutzerverwaltung im gesch�tzten Unternehmensinneren geleistet.

Aufgrund einer Risiko- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung muss auch entschieden werden, wo und wie der Server f�r die Telekommunikation eingerichtet wird (rosa Block, T). Auch insoweit kann es sich anbieten, nur die Vermittlungsfunktionen in die DMZ zu verlegen, die Verwaltung der eingehenden Faxe und Sprachnachrichten hingegen in den gesch�tzten inneren Bereich des Unternehmens.

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internes LAN (Ausschnitt)
 

 
Die innere Firewall (FW2) muss so eingerichtet werden, dass sie wirklich nur die n�tigsten Datenverbindungen zul�sst.

Alle Daten, die schutzw�rdig sind, geh�ren in den inneren, besonders gesch�tzten Bereich. Das sind vor allem die Datenbanken und Dokumentensammlungen (gelbe Bl�cke, DB und FS [Fileserver]) sowie die Ausfall- und Datensicherungskomponenten (gelber Block, BS [Backup]).
 

 
Diese technischen Einrichtungen geh�ren auch nicht in irgendeine Abstellkammer, sondern in einen zugangsgesicherten Serverraum mit einer Klimaanlage, mit einer unabh�ngigen Stromversorgung - USV - und einer Zugangssicherung. Sie sind das Herzst�ck des Unternehmens (gr�n unterlegter Bereich).

Ausfallsysteme und das Archiv f�r die Datensicherungsspeicher geh�ren in einen r�umlich weit getrennten Serverraum. Die beste Ausstattung f�r die Daten- und Ausfallsicherung n�tzt nichts, wenn ein Feuer oder ein brutaler Angriff beide auf einen Schlag vernichten kann.
 

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Neben der Sicherheits- und Firewalltechnik, allgemein zusammengefasst unter "Security", haben sich mehrere Modelle und Strategien etabliert, die sich der aktiven Sicherheits�berwachung widmen.

Der Grundgedanke daf�r ist, dass allein nur die Reaktion auf Sicherheitsgefahren nicht ausreicht, sondern dass Sicherheitsstrategien entwickelt werden m�ssen, die vorausschauend sind und die noch unbekannte Quellen f�r Beeintr�chtigungen schlie�en oder zumindest �berwachen, um gef�hrliche Ereignisse und Allgemeinumst�nde zu melden.

Die Palette dieser Ma�nahmen reicht von der Serverraum�berwachung (Rauchmelder, Temperatur, Bewegungsmelder) �ber die Betriebsbereitschaft (Auslastung, Defekte) �ber die Netzverf�gbarkeit bis hin zu Umweltmeldungen (Hochwasser- und Unwettermeldungen).
 

 
F�r den IT-internen Bereich wurden verschiedene Techniken und Strategien entwickelt, um Angriffe und zuf�llige Belastungen zu erkennen und abzuwehren.

An erster Stelle sind dazu die Methoden zur Intrusion Detection zu nennen, die sich der Erkennung, Beobachtung und Abwehr von Angriffen widmen. Sie ben�tigen eine ausgefeilte und teure Technik, haben aber zwei Zielrichtungen.

Zu erkennen, dass mein IT-System angegriffen wird, ist vollkommen in Ordnung und besondere Kosten wert (auch wegen der Personalkosten!). Die T�uschung eines Angreifers, der in einen Honeypot gelockt wird (siehe oben) und dort banale Informationen enth�lt, d�rfte hingegen wirtschaftlich ineffektiv sein.
 

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Das sicherste IT-System ist das, das den IT-Verantwortlichen den h�chsten Grad an Kontrolle und den Mitarbeitern die geringste M�glichkeit zur Manipulation l�sst. Das gilt nicht nur wegen mutwilliger Provokationen der Mitarbeiter, sondern vor allem deshalb, damit Malware und Hacker nicht die Systemrechte der Mitarbeiter f�r ihre Missbr�uche ausnutzen k�nnen.

Sicherheitsbewusste IT-Organisationen neigen dazu, ihre eigenen Sicherheitsinteressen in den Vordergrund zu stellen und gleichzeitig die Sicherheitsinteressen anderer zu ignorieren.


eBay ist ein Beispiel daf�r, das mir besonders aufgefallen ist und deshalb hervorgehoben wird. Dieses Unternehmen gibt umfassende Informationen an Strafverfolgungsbeh�rden, wenn sie sich eBay �ffnen. Das widerspricht aber der Sicherheitsphilosophie der Polizei und der Staatsanwaltschaft, die gerne auch ihre eigenen IT-Systeme sch�tzen wollen.

Eine Sicherheitskultur nach dem Grundsatz, "ich akzeptiere Deine Sicherheitsinteressen und Du meine", gibt es nicht und ist auch nicht (so richtig) in Aussicht.

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  Eine strikte IT-Organisation neigt zum Totalitarismus. Sie bevormundet die Anwender (zu Recht?), ist konservativ in dem Sinne, dass alle Neuerungen das funktionierende System beeintr�chtigen k�nnten, und will die totale Kontrolle der Technik und ihrer Anwendung erreichen.

Solange Unternehmen und Beh�rden die IT-Organisation und ihre Ausrichtung nicht zu ihrem relevanten Unternehmensziel machen, werden sie die unternehmenspsychologischen und wirtschaftlichen Dimensionen nicht begreifen. Die Informationstechnik hat in den letzten beiden Jahrzehnten heftig dazu beigetragen, Arbeitsabl�ufe zu optimieren und die Produktivit�t zu erh�hen. Sie war wohlwillkommen, um wirtschaftliche Kennzahlen zu erreichen. Das hat sie getan.

Jetzt ist eine Umbruchsituation erreicht. Ohne IT k�nnen gro�e (und ganz viele kleine) Organisationen nicht mehr handeln und wirtschaftlich t�tig werden.

Dadurch werden die Folgekosten interessant.

Die Unternehmens-IT muss jetzt transparent und gestaltbar werden. Sie muss sich wandelnden Unternehmenszielen (Enterprise-Management) und den internen Unternehmensprozessen �ffnen.
 

Die Unternehmensleitung und die Mitarbeitervertretung haben gemeinsame, aber auch elementar entgegengesetzte Interessen. Beide gilt es, auch im Hinblick auf die IT, zu bedienen und zu sichern.

Die Arbeitnehmerinteressen spielen f�r die Strategien zur IT-Sicherheit bislang keine Rolle. Das wird sich �ndern m�ssen. Aber auch die Unternehmensleitungen werden im Hinblick auf ihre Unternehmensziele neue Perspektiven entwickeln m�ssen
Je weniger Einfluss die Mitarbeiter auf ihre Arbeitsumgebungen haben, desto gr��er sind die M�glichkeiten ihrer Unternehmensleitung, Arbeits- und Leistungskontrolle auszu�ben (Big Brother).

Je mehr die Unternehmensleitung die Gestaltungs- und Zugriffsm�glichkeiten ihrer Mitarbeiter einschr�nkt, desto weniger Ideen, Innovationen und Genialit�ten kommen ihr zu Gute. Gleichzeitig sinkt die Arbeitszufriedenheit.

Die �ra der Kostensenkung ist vorbei. K�nftig ist es erforderlich, einen vern�nftigen Ausgleich zwischen Unternehmensgewinnen, Arbeitnehmerinteressen und (neu) IT-Sicherheit zu erlangen.
 

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� Dieter Kochheim, 11.03.2018