US-Midterms

Einen Tag nach der US-Zwischenwahl, hat sich der prominente Demokrat Hakeem Jeffries für den Topjob als Sprecher des Repräsentantenhauses in Stellung gebracht. Nach dem Sieg der Demokraten erklärte er gestern seine Kandidatur. Die Zeiten, in denen das Repräsentantenhaus wie eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Regierung von US-Präsident Donald Trump funktioniere, seien vorbei, schrieb er.

Jeffries wäre der erste Schwarze im Amt des Sprechers. Bisher ist er Minderheitsführer im Repräsentantenhaus. Anfang Jänner beginnt die neue Legislaturperiode, dann steht auch die Wahl des Sprechers an. Ein Kandidat muss nach Kongressangaben die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses leitet die Sitzungen der Parlamentskammer im Kongress und nimmt eine prominente Stellung ein. Zudem ist er der Führer der Mehrheitsfraktion.

Medien: Aktueller Sprecher wird nicht Minderheitsführer

Aktuell ist der Republikaner Mike Johnson Sprecher der Parlamentskammer. US-Medien zufolge will er nicht als Minderheitsführer weitermachen. Das habe Johnson seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer telefonischen Besprechung gesagt, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Öffentlich äußerte sich Johnson dazu zunächst nicht.

Der republikanische Politiker aus dem südlichen Bundesstaat Louisiana war 2017 ins Repräsentantenhaus und 2023 zu dessen Sprecher gewählt worden. Johnson gilt als enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump.

Die überraschend deutliche Niederlage der Republikaner bei den US-Kongresswahlen ist nach Ansicht von Vizepräsident JD Vance auf den Iran-Krieg zurückzuführen. „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“, schrieb er gestern auf der Plattform X. Das habe auch Präsident Donald Trump bereits gesagt. „Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen.“

Viele Wähler und Wählerinnen, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für Vance und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen. Eine Umfrage habe ergeben, dass sie sich nun vor allem vier Punkte gewünscht hätten: das Ende des Iran-Kriegs, den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation, Amerika an erste Stelle zu setzen und eine Neuausrichtung der Beziehungen zu Israel.

Vance äußerte Verständnis für die Kritik. „An alle, die einfach nur wütend über das Ergebnis sind: Das solltet ihr auch sein. Lasst uns diese Wut nutzen, um uns wieder der Aufgabe zu widmen, unser Land zu retten“, schrieb er.

Trump widerspricht nicht

Trump räumte ein, dass die durch den Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise ein Grund für die Niederlage waren. Er halte die Einschätzung von Vance für weitgehend zutreffend, sagte Trump vor Journalisten in Washington. Der Krieg habe die Preise kurzfristig „ein wenig“ in die Höhe getrieben.

Gleichzeitig verteidigte Trump seine Entscheidung zum Krieg gegen den Iran. Wenn er noch einmal vor der Wahl stünde, würde er genauso handeln, sagte der Republikaner. Man dürfe nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekomme. Auf die Frage, ob der Krieg es wert gewesen sei, antwortete er mit „Ja“. Er argumentierte auch, der Unmut richte sich nicht gegen den Krieg an sich, sondern gegen die gestiegenen Preise: „Es ist nicht der Krieg, sondern die Preise.“

CNN-Analyse: Vance schärft Profil für Wahl 2028

Laut einer Analyse des US-Senders CNN wolle sich Vance mit dem Posting von Trump abgrenzen und damit seine Chancen auf die republikanische Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2028 erhöhen. Seine Kritik deute an, dass er von Anfang an Gegner des Kriegs im Iran gewesen sei.

International fallen die Reaktionen auf die Zwischenwahlen in den USA gemischt aus. China reagierte zurückhaltend auf die Wahlergebnisse in den USA. Diese seien eine innere Angelegenheit der Vereinigten Staaten, sagte Außenministeriumssprecherin Mao Ning gestern in Peking.

Die Volksrepublik sei bereit, mit den USA die Vereinbarungen ihrer beiden Staatschefs Xi Jinping und Donald Trump umzusetzen, und Meinungsverschiedenheiten angemessen zu regeln.

Iran: US-Feindseligkeit ändert sich nach Wahlen nicht

Die feindselige Haltung Washingtons gegenüber Teheran wird sich nach Ansicht des iranischen obersten Führers Modschtaba Chamenei weder durch parteipolitische Machtwechsel noch durch Zugeständnisse an die USA ändern. Wer etwas anderes glaube, irre sich „gewaltig“, sagte Chamenei. Er warnte zudem, dass die Reaktion des Iran auf jede erneute US-Aggression weitaus heftiger ausfallen werde.

In Israel werten die politischen Rivalen von Benjamin Netanjahu den Machtwechsel im US-Kongress als Niederlage für den langjährigen Ministerpräsidenten. Netanjahu habe den jahrzehntelanglang gewachsenen parteiübergreifenden Rückhalt der USA für Israel verspielt, hieß es in Kreisen der israelischen Opposition.

Ukraine: Selenskyj hofft auf mehr Unterstützung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhofft sich vom Wahlerfolg der Demokraten mehr Unterstützung für sein Land im Krieg gegen Russland. Er hoffe, dass die künftige Mehrheit der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses von Vorteil für die Regierung in Kiew sein werde. Er sei zwar auch den Republikanern dankbar, die Demokraten sprächen sich jedoch sehr klar für die Unterstützung der Ukraine aus. Daher gebe es die Hoffnung auf ein neues Machtgleichgewicht und mehr Hilfe.

Russland hofft auf Fortsetzung des Ukraine-Kurses

Die russische Führung hofft wiederum drauf, dass US-Präsident Donald Trump trotz der Wahlschlappe seiner Partei an seinem Kurs im Ukraine-Konflikt festhält. „Wir setzen fest darauf, dass er seine Friedensbemühungen fortsetzt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa erwartet eine „neue Ära“ internationaler Beziehungen.

Frankreich: Trump in Außenpolitik tonangebend

Deutschland will den Ausgang der US-Zwischenwahlen nicht bewerten. Die USA blieben ein wichtiger Partner, sagte ein Regierungssprecher. Verteidigungsminister Boris Pistorius gratulierte den US-Demokraten zu einem „historischen Sieg“ im Kongress.

Der französische Finanzminister Roland Lescure sieht Trump auch nach der Niederlage weiterhin als tonangebend in der amerikanischen Außenpolitik. Trump bleibe jedoch unberechenbar. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez sieht in den Ergebnissen der Zwischenwahlen eine Absage an eine rechtsgerichtete Politik. Weitere europäische Politikerinnen und Politiker kommentierten den Erfolg der Demokraten anerkennend.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) betonte, dass Europa seine eigenen Fähigkeiten stärken müsse – unabhängig vom Wahlausgang in den USA: „Unsere Sicherheit und Wohlstand in Österreich und Europa dürfen nicht davon abhängen, wie die Menschen in Kansas oder in Iowa wählen.“

Ausland

Die französische Regionalbank Credit Mutuel Arkea ist nach eigenen Angaben Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Verluste würden auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt, erklärte die Bank gestern.

Die Angreifer hätten das eigene Konto der Credit Mutuel Arkea genutzt, „um Transaktionen an andere Bankakteure auszuführen“. Anschließend hätten die Hacker das Geld „über spezialisierte Plattformen in Kryptowährung umgewandelt“.

Erst in der vergangenen Woche war der bisher größte Diebstahl von Kryptowährungen in der Geschichte bekanntgeworden. Nach Angaben der Kryptobörse Binance sind Vermögenswerte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) betroffen. Die US-Bundespolizei FBI macht die Hackergruppe TraderTraitor verantwortlich – diese soll Verbindungen zum nordkoreanischen Geheimdienst haben.

Erstmals seit der demokratischen Wende macht Ungarn Akten der kommunistischen Staatssicherheit umfassend zugänglich. „Mit 36 Jahren Verspätung tun wir das, was keine einzige andere Partei seit der Wende getan hat“, sagte Ministerpräsident Peter Magyar gestern im Historischen Archiv der Staatssicherheitsdienste (ABTL), das den Großteil der noch erhaltenen Stasi-Akten aufbewahrt.

Über die Webseite des Archivs kann nun jeder Einsicht in das Material nehmen. Magyar regiert seit Mai dieses Jahres in Ungarn, die Öffnung des Stasi-Akten-Archivs war eines seiner zentralen Wahlversprechen. Die Spitzelnetze der kommunistischen Geheimdienste hätten alle Lebensbereiche durchdrungen und seien auch in Fabriken, Kirchen und Familien präsent gewesen, sagte Magyar.

Nach Angaben des Archivdirektors speichert das Archiv die Namen von rund 55.000 Menschen, an die die ungarische Stasi herantrat. Etwa 10.000 von ihnen könnten heute noch am Leben sein.

Weitere Veröffentlichungen folgen

Das veröffentlichte Material ist nicht vollständig. So sollen die Anwerbungs- und Personalakten erst im kommenden Februar veröffentlicht werden. Außerdem sind die dem Stasi-Aktenarchiv übergebenen Akten unvollständig, weil viele Akten noch in der Zeit des Kommunismus oder in der Wendezeit vernichtet wurden.

Große Überraschungen für die Öffentlichkeit dürfte das nun zugängliche Material aber nicht bergen. Historiker, Forscher, Journalisten und Opfer von Bespitzelungen konnten schon zuvor gezielt nach Akten suchen.

So ist etwa schon seit 2006 bekannt, dass der Filmregisseur und Oscar-Preisträger Istvan Szabo („Mephisto“, 1981) in seinen jungen Jahren für den Geheimdienst tätig war. Auch die Spitzeltätigkeit etlicher Politiker der Nach-Wende-Zeit wurde durch derartige Enthüllungen aufgedeckt.

Nach Übergabe der amtlichen Endergebnisse der Wahl in Israel hat Präsident Jizchak Herzog gestern Konsultationen zur Regierungsbildung aufgenommen. Bis morgen Abend kommen Repräsentanten aller Parteien zu Gesprächen in seine Residenz in Jerusalem.

„Ich beabsichtige, offene, freimütige und durchaus kritische Gespräche mit den Vertretern der Fraktionen zu führen“, sagte Herzog nach Erhalt der offiziellen Wahlergebnisse. Dabei werde er auch „schwierige Fragen stellen“.

„Kreativität“ erforderlich

Angesichts des knappen Wahlausgangs ohne klaren Sieger sagte Herzog: „Ich wünsche mir Originalität und Kreativität, Mut und guten Willen, damit Israel am Ende als Gewinner dasteht.“ Eine Neuwahl will er nach Möglichkeit vermeiden.

Stärkste Kraft wurde bei der Wahl am 27. Oktober die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit 27 von insgesamt 120 Sitzen, gefolgt vom Oppositionsblock von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot mit 21 Mandaten.

Traditionell beauftragt der Präsident denjenigen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem er die besten Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit einräumt. Das muss nicht automatisch der Vorsitzende der stärksten Partei sein. Nach Medienberichten wird damit gerechnet, dass Eisenkot zuerst den Auftrag erhält, weil er die meisten Empfehlungen erhalten könnte.

Streit geht weiter

Das Zentrale Wahlkomitee hatte das Resultat der Parlamentswahl zuvor in einer Abstimmung gebilligt. Die Prüfung sei abgeschlossen, und es gebe „keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten mit Auswirkungen auf Integrität oder Ergebnis“. Das Komitee habe sämtliche Beschwerden untersucht.

Amit Halevi, Abgeordneter der rechtskonservativen Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, kündigte daraufhin seinen Rücktritt aus dem Zentralen Wahlkomitee an. Solange schwerwiegende Vorwürfe einer Einmischung ausländischer Staaten nicht ausgeräumt seien, sei das Komitee nicht befugt, die Wahlergebnisse zu bestätigen.

Die Opposition reagierte empört. Eisenkot schrieb auf der Plattform X: „In ihrer Verzweiflung versuchen der Likud und Netanjahu, ein Pogrom gegen die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit anzuzetteln. Sie versuchen, uns alle in eine gefährliche Staatskrise hineinzuziehen.“

Arabische Partei Raam für Eisenkot als Premier

Unterdessen hat sich eine der beiden großen israelisch-arabischen Parteien hinter Eisenkot gestellt. Die Raam-Fraktion im Parlament habe „beschlossen, Eisenkot für die Bildung der nächsten Regierung zu empfehlen“, erklärte die Partei gestern.

Krieg in Nahost

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat erneut einen Angriff auf den Flughafen in der saudischen Hauptstadt Riad für sich beansprucht. Eine Rakete habe den Flughafen direkt getroffen, teilte Militärsprecher Jahja Sari gestern mit.

Reisende sowie Fluggesellschaften und deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen warnte er erneut davor, den saudi-arabischen Flugraum zu nutzen, weil dieser nicht vor Angriffen der Huthis sicher sei.

Auch im Jemen, wo es seit Monaten zu schweren Gefechten kommt, geht der Krieg weiter. Die Huthis kämpfen dabei unter anderem im Raum der strategisch wichtigen Stadt Tais gegen Truppen der Regierung, die von verbündeten Milizen und Saudi-Arabien unterstützt werden. Die Huthis greifen auch Ziele in der südlichen Küstenstadt Aden an, wo die international anerkannte Regierung ihren Sitz hat.

Tais weiter eingekesselt

Die ohnehin katastrophale humanitäre Lage im Jemen hat sich durch die Kämpfe noch weiter verschlechtert. Die Huthi-Rebellen haben Tais seit Wochen wieder eingekesselt. Dort werden die Vorräte an Wasser, Lebensmitteln, Kleidung und anderen Gütern knapp. Krankenhäusern fehlt es an Treibstoff und Arzneimitteln. UNO-Hilfsorganisationen könnten keine Lieferungen nach Tais bringen, weil Straßen gesperrt seien, sagte ein UNO-Sprecher.

Das Rote Kreuz lieferte eigenen Angaben zufolge Hilfsgüter in die belagerte Stadt. Vier Lastwagen mit wichtigen medizinischen Gütern hätten Tais erreicht, teilte die Organisation gestern mit. Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind im gesamten Jemen Krankenhäuser überlastet, durch die Kämpfe sind rund 800.000 Menschen von lebenswichtiger Hilfe abgeschnitten.

Inland

Die Staatsanwaltschaft Wien hat Ermittlungen in der Causa rund um die Auszahlungen von Zulagen an freigestellte Personalvertreterinnen und Personalvertreter im öffentlichen Dienst aufgenommen. Wie die ZIB2 gestern berichtete, wurden die Ermittlungen nach dem Eingang einer anonymen Anzeige mit den Vorwürfen der Untreue und des Amtsmissbrauchs eingeleitet.

Zulagen für Gewerkschafter: Ermittlungen eingeleitet

Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sollen nach einer Umstellung des Zulagensystems durch den Nationalrat im Jahr 2025 teilweise mehrere Tausend Euro mehr erhalten haben. Im Gegenzug sollen die Personalvertreter einen vergleichsweise geringen Lohnabschluss akzeptiert haben.

Wirtschaft

Die Wirtschaftskammer (WKO) rechnet kommendes Jahr mit Kammerumlagen von 262,3 Millionen Euro. Davon entfallen 101,4 Millionen Euro auf die Kammerumlage 1 und 160,9 Millionen Euro auf die Kammerumlage 2, teilte die WKO gestern mit.

„Nach Steuern und einer Rücklagenzuweisung zur Finanzierung der notwendigen Investitionen und Sanierungen“ wird unterm Strich mit einer schwarzen Null gerechnet.

„Während die laufenden Personalaufwendungen infolge des eingeleiteten Personalabbaus sinken, sind gleichzeitig Vorsorgen für den Sozialplan und gesetzliche Abfertigungen berücksichtigt“, hieß es weiter.

Die WKO baut ein Viertel ihrer Belegschaft – das sind 200 Jobs – ab. Grund dafür ist der Sparzwang in der Unternehmerkammer.

Chronik

In Frankreich sind bei dem großangelegten Hackerangriff am Montag auf Kühlsysteme auch mehrere Blutbanken Ziel gewesen. Die Situation sei nun unter Kontrolle, teilte das französische Gesundheitsministerium gestern mit. Die in diesen Zentren gelagerten Blutkonserven seien nicht beeinträchtigt worden. Am Montag war es zu einem Hackerangriff auf Supermärkte in mehreren europäischen Ländern gekommen.

Unter ihnen waren Schweden, Belgien, Irland und Deutschland. Dabei wurden die Temperatureinstellungen von Kühl- und Gefrieranlagen verändert, sodass tonnenweise Lebensmittel verdarben und entsorgt werden mussten.

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat niemand auf die sechs Richtigen getippt.

Das bedeutet Dreifachjackpot. Im Topf liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde 2.062.826,17 Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

7 13 15 29 43 44/Zusatzzahl: 22

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

12 17 24 27 31 41

Zweite Ziehung:

4 10 16 30 35 40

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

4 8 9 7 3 7

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Kultur

Der schwedisch-amerikanische Dirigent Herbert Blomstedt ist tot. Er starb gestern im Alter von 99 Jahren in Göteborg, wie das Leipziger Gewandhaus mitteilte. Laut Berichten seiner Agentur starb er zu Hause im Kreis seiner Familie. Blomstedt dirigierte auch regelmäßig für die Wiener Philharmoniker.

Herbert Blomstedt
APA/Herbert Neubauer

Blomstedt prägte viele Orchester in Europa und den USA: Er leitete die Staatskapelle Dresden, das Gewandhausorchester Leipzig und das NDR-Sinfonieorchester als Chefdirigent, zehn Jahre lang auch die San Francisco Symphony. Als Gastdirigent war er unter anderem in Boston, Chicago und Los Angeles gefragt. Bis ins hohe Alter wagte sich der Grandseigneur an frische Interpretationen.

Einen Tag nach der Verleihung des renommierten Prix Goncourt hat der französische Schriftsteller Philippe Jaenada den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) bei der Arbeit an seinem ausgezeichneten Roman eingeräumt – und das nach dem KI-Skandal um einen anderen Autor.

Er habe ChatGPT insgesamt dreimal für „L’Inconnue du quai de Javel“ genutzt, sagte der 62-Jährige dem Radiosender France Inter.

Unter anderem habe er einen von ChatGPT verfassten Satz in das Buch eingebaut, um „mit dem Leser zu spielen“. Ein weiteres Mal habe er die KI genutzt, um sich über deren mitunter absurde Antworten auf technische Fragen lustig zu machen. Außerdem habe er sie für technische Recherchen herangezogen.

„Man kann nicht so tun, als gäbe es sie nicht“, sagte Jaenada über die KI. Man könne sie nicht verdrängen. Man müsse sie nutzen, sich mit ihr vertraut machen, dürfe sich aber nicht von ihr ersetzen lassen.

Jaenadas Geständnis kommt nach einer Kontroverse um den kanadisch-haitianischen Schriftsteller Thelyson Orelien. Dessen Roman „C’etait ca ou mourir“ war wegen des Verdachts auf KI-Einsatz aus der Auswahl für den Prix Goncourt genommen worden.